Geschichte zum Anfassen

Stadt präsentiert erstes Konzept für Infotafeln an historischen Plätzen

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Die Kapelle am Rembrücker Weg: Hier könnte bald eine der angedachten Infotafeln auf die Geschichte des denkmalgeschützten Bauwerks hinweisen.

Stadtgeschichte sichtbar und für die Bürger greifbar machen ist das Ziel jener Idee, an verschiedenen Plätzen im Stadtgebiet mit Informationstafeln auf historische Plätze oder Gebäude hinzuweisen.

Obertshausen – Dazu sollte der Magistrat nach dem Beschluss der Stadtverordneten im vergangenen August ein passendens Konzept erstellen. Dieses hat Jürgen Hofmann, Leiter des städtischen Fachbereichs Sport, Kultur und Bildung nun in der jüngsten Sitzung des gleichnamigen Fachbereichs vorgestellt.

Dabei ging es unter anderem um die Kosten für die Realisierung des Vorhabens sowie mögliche Stellen, an denen solche Hinweistafeln angebracht werden könnten.

Denn – so waren sich die Stadtverordneten bereits bei der Beratung des Antrags im vergangenen Jahr einig – geschichtsträchtige Orte gibt es in der Stadt der zwei Rathäuser genug. Einige davon sind etwa die Ruine der einstigen Burg im Hain, zwei ehemalige Mühlen und zahlreiche historische Gebäude, die längst anderweitig genutzt werden oder verschwunden sind. Und auch ein „Freibad“ hat es im Stadtteil Hausen einst gegeben, ist zu erfahren.

Eine Vorstellung von der möglichen Gestaltung der Hinweistafeln lieferten zwei Beispiele aus der Nachbarschaft. So weist etwa die Stadt Seligenstadt mit Schilder an historischen Gebäuden auf deren Vergangenheit hin. Auch der Offenbacher Stadtteil Bieber hat mit seinem „Rundweg zur Bieberer Geschichte“ ein solches Vorhaben bereits in die Tat umgesetzt und Hinweistafeln wie etwa jene an der Turnhalle Bieber auch mit QR-Codes ergänzt, über die Interessierte zu weiteren Informationsangeboten im Netz gelangen können.

Über erste Erfahrungen mit den elektronisch lesbaren Codes, die ursprünglich zur Markierung von Baugruppen und Komponenten entwickelt wurden, verfügt die Stadt Obertshausen schon. Die nutzt bereits die Stadtrallye, die die Kinder- und Jugendförderung für die App „Actionbound“ entwickelt hat. Die rund zwei Kilometer lange Route durch Hausen und Obertshausen führt vorbei am alten Ortskern Hausens, über die historische Untermühle und vorbei an Bahnhof und „Fressgass“ bis hin zum Werkstattmuseum Karl-Mayer-Haus. Und nimmt mit allerhand Infos und Fotos von damals Bezug auf die historischen Punkte und Gebäude.

Bezüglich der Plätze mit historischer Bedeutung habe sich die Verwaltung auch mit dem Heimat- und Geschichtsverein abgestimmt, berichtet Hofmann und dankt dem Team um seinen Vorsitzenden Armin Paul für die Unterstützung. So kämen als mögliche Standorte für die künftigen Hinweistafeln neben den einstigen Mühlen und der Burg im Hain etwa das Bahnhofsgebäude, die alte Post, der einstige Gemeindebackofen oder das ehemalige Schulhaus an der Bahnhofstraße infrage. In Letzterem ist heute das städtische Jugendzentrum untergebracht. Auch ein paar Beispiele für die mögliche Gestaltung der Tafeln hatte das Team um Hofmann bereits vorbereitet. So zeigt die zu den einstigen Hausener Mühlen neben deren Geschichte beispielsweise auch die einstigen Standorte an der Rodau.

Die Kosten für das Projekt beziffert der Fachbereich mit rund 500 Euro für die einmalige Gestaltung der Tafeln sowie rund 300 bis 500 Euro je Schild für dessen Herstellung und Anbringung. Die könnten auch Sponsoren übernehmen, etwa wenn ein Verein oder Unternehmen einen besonderen Bezug zu einem einzelnen Standort habe, ergänzt der Fachbereichsleiter. Angedacht sei seitens der Verwaltung zunächst das Anbringen vier solcher Tafeln an den Standorten der Hausener Mühlen, der Burg im Hain sowie der Kapelle am Rembrücker Weg.

Von Thomas Holzamer

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