Anekdoten zum Buffet

TGS-Jedermänner feiern 50-jähriges Bestehen

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Seit 50 Jahren eine große „Sportfamilie“: Ihr Jubiläumsfest haben die Aktiven der TGS-Jedermänner am heimischen Sportplatz gefeiert.

An Anekdoten und Zahlen mangelt es Leiter Reinhold Möser nicht. Vor 50 Jahren gründeten sich die Jedermänner. Höchste Zeit, einmal zurückzublicken.

Obertshausen – „Einmal herrschte dichter Nebel auf dem Sportplatz. Ludwig Henzler wollte eine Runde drehen und verschwand darin. Da er schlecht sah, hatte er sich verirrt und wusste nicht mehr, wo er war. Er rief um Hilfe, bis ihn Kameraden fanden und aus dem Nebel führten." 

Diese Anekdote ist nur eine von vielen, die Leiter Reinhold Möser zum Jubiläum „seiner“ Jedermänner zusammengetragen hat. Genau 50 von ihnen feierten die Gründung der gleichnamigen Abteilung bei der Turngesellschaft (TGS) Hausen vor 50 Jahren. Auch viele Zahlen hat Möser im Gepäck.

„Wir sind ein Erfolgserlebnis, das sich sehen lassen kann“, verkündet er an der Tafel unter freiem Himmel stolz und erinnert an die Anfänge auf dem Sportplatz an der Aachener Straße mit einer Holzhütte. Keine Turnhalle, keine Gaststätte. „Drei mutige Männer, Günter Keller, Rudolf Picard und Georg Rücker, gründeten eine Abteilung für Männergymnastik. Mit Werner Massoth war ein Trainer schnell gefunden, weitere Mitglieder wurden geworben, die zum Teil heute noch aktiv sind.“ Inzwischen ist das natürlich anders, beheizte Halle und Saal lassen kaum Wünsche offen.

Aktuell zählt das älteste Mitglied 92 Lenze, der älteste Aktive 86, der jüngste 58. Auch der Altersdurchschnitt kann sich sehen lassen, beträgt beachtliche 74,8, „und zusammen sind wir über 3600 Jahre alt“, hat Möser ausgerechnet. Am Anfang kamen einige von der Firma Ymos zu den Jedermännern. „Heute noch haben wir einen in unserer Mitte, der alte Ymos-Witze mit langen Bärten erzählt. Mittlerweile haben wir sie durchnummeriert.“

Im Grunde eine große Familie

Doch was macht die Gemeinschaft der Jedermänner aus? „Es ist die gute Kameradschaft, die gegenseitige Achtung und die gemeinsamen Erlebnisse, die der Abteilung Harmonie verleihen. Im Grunde sind wir eine große Familie“, sagt Reinhold Möser. Neben den leichtathletischen Übungen wird viel gelacht und lebhaft diskutiert. „Wir helfen uns gegenseitig und unternehmen viel, für die Abteilung oder auch für den Gesamtverein.“ Zog ein Mitglied um, waren die Jedermänner zur Stelle und halfen. „Wir stellten zuverlässig Helfer zur Kerb, zum Volkslauf und zu anderen Gelegenheiten“, listet Möser auf.

Und wie läuft so ein Sportlerjahr ab? Zuerst war an jedem Donnerstag Training, ohne Ferienpause. Seit Bestehen der Gaststätte trifft sich die Runde im Anschluss am Stammtisch. „Hier wird der Zusammenhalt gepflegt und immer wieder erneuert, keine Standesdünkel, jeder wird so genommen wie er ist“, betont Möser. Ist jemand in Nöten, so findet er immer einen Sportkameraden, der ihm zuhört und versucht zu helfen. Nachdem im Laufe der Zeit viele Jedermänner in Rente gingen, kam der Abteilungsleiter auf die Idee, montags eine weitere Sportstunde einzuführen. Die fand sofort großen Anklang, bis zu 22 Männer nehmen heute daran teil.

Bald brach das Team zu mehrtägigen Fahrten auf. Am Anfang waren es Wanderausflüge. Von den teils mehrtägigen Wanderungen, auch mit der Familie, sammeln sie Erlebnisse, von denen noch lange erzählt und darüber gelacht wird. Zum Beispiel von jener Tour auf dem fränkischen Bierweg. Ein Kamerad kam nach dem Toiletten-Gang nicht wieder. Das ganze Dorf wurde abgesucht. „Wir fanden ihn nicht, also liefen wir weiter. Und wer wartete bereits an der nächsten Brauerei auf uns? Der Vermisste!“ Er war einer anderen Gruppe gefolgt, bis er merkte, dass da Frauen dabei waren. „Wir waren ja ohne Frauen unterwegs. Das kostete ihn eine Runde fränkisches Bier“, erinnert sich Möser.

Auch Städtebesichtigungen stehen auf dem Programm

Da mittlerweile einige der Jedermänner schlechter zu Fuß unterwegs sind, hat die Gemeinschaft auch schon Städtebesichtigungen geplant, reiste nach Meiningen, Berlin, Augsburg und Hamburg. Helmut Picard, Günter Möller, Günther Roth, Manfred Christoph, Gerhard Thoma und Martin Stark bereiten die Ausflüge vor.

Der Höhepunkt im Sommer war und ist die gemeinsame Radtour mit anschließendem Grillen für die ganze Familie, etwa zum Glaabsweiher nach Klein-Welzheim. „In diesem Jahr haben wir es uns leicht gemacht und die Jubelfeier mit Buffet ausgerichtet“, sagt der Organisator und grinst.

Zum Jubiläum würdigt Möser seinen Vorgänger Werner Massoth sowie Rolf Picard, Manfred Vorwerk, Ewald Otto, Herbert Ott, Klaus Hillig, Helmut Picard, Georg Donat und Gerd Fertig, der seit Anfang an bei den Jedermännern ist – und fast über die kompletten 50 Jahre Übungsleiter.

Für die inzwischen verstorbenen Mitglieder findet am 16. November um 18 Uhr in St. Pius ein Gedenkgottesdienst statt. Alle Jedermänner und Gäste sind eingeladen.

Michael Prochnow

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