"In der Kurve Vollgas"

Hausener Schäferhundeverein richtet Landesmeisterschaft Hessen Süd aus

Schnell und konzentriert: Golden-Retriever-Hündin Pallina bewältigt den Agility-Parcours gemeinsam mit ihrem Frauchen Paula Och. Foto: PROCHNOW

Bei den Landesmeisterschaften Hessen Süd geben Hund und Tier alles - dieses Mal war der Hausener Schäferhundeverein Gastgeber. 

Obertshausen – Mit ausgestreckten Läufen und wehendem Fell fliegt Pallina gekonnt über die blaue Stange. Selbst in der Kurve gibt der Golden Retriever Vollgas. Und so flitzt das Tier auch durch den Plastiktunnel.

Agility ist eine flotte Angelegenheit und im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) sehr beliebt. Die Ortsgruppe (OG) Hausen-Obertshausen richtete gestern die Landesmeisterschaft Hessen Süd in dieser Disziplin aus

Paula und Palina sind die Nummer Eins

Die 14-jährige Paula Och ist mit ihrer Pallina die Nummer Eins unter den Jugendlichen im Verein. Sie gewann in der A-Prüfung. Rund 80 Teams von Butzbach bis Lorsch, von Taunusstein bis Hanau trafen sich auf dem Gelände gegenüber des Erlebnisbads Monte mare, meist Frauchen und Hund. Fast alle Zweibeiner sind junge Frauen, informiert Angela Och, stellvertretende Vorsitzende der Gastgeber. „Agility ist ein Frauensport“, sagt sie, selbst im härteren Schutzdienst seien stets mehr Sportlerinnen dabei.

Landesmeisterschaft: Mit Feingefühl zum Sieg

„Sie haben mehr Feingefühl für das Tier, Frauen sind einfach emotionaler“, erläutert Sabine Janko das Phänomen. Sie war früher Mitglied der Hundesportler an der Badstraße, nach ihrem Umzug nach Unterfranken hat sie sich der Ortsgruppe Großwelzheim angeschlossen. Jetzt führt sie die Meldestelle und die Auswertung.

Mit Turnierleiterin und OG-Sportwartin Veronika Trapp protokolliert sie knapp 160 Starts. Beim A-Lauf am Vormittag rennen die Vierbeiner ohne Leine und Halsband über Hürden, durch Tunnel, über Wände und in einen Slalom, dazu über eine Wippe und einen 30 Zentimeter breiten Laufsteg. Beim Jumping am Nachmittag fallen die sogenannten Kontaktzonen, Wippe und Steg, weg.

Ein Ziel ist es, die Mannschaft für die Bundessiegerprüfung vom 20. bis 22. September in Halle an der Saale zu finden. Dort nehmen allerdings nur Deutsche Schäferhunde teil. Sieben Tiere werden die Landesgruppe vertreten, zehn Teilnehmer aus allen Prüfungsstufen gehen in Obertshausen an den Start. Sie haben bereits bei mehreren Turnieren Punkte gesammelt, ein Schlüssel legt die Rangfolge fest.

Zelte dienen als Rückzugsort

Beim Hessencup wird außerdem der Tagessieger unter den Schäferhunden gekürt. Unter allen Teilnehmern werden die Hessensieger in den Gruppen Small, Midi und Large ermittelt, ferner die Hessen-Sieger-Mannschaft. Zu diesem Wettbewerb tritt jede Ortsgruppe an, die Durchschnittspunktzahlen entscheiden über die Platzierung. Um den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse zu schaffen, sollte ein Team fehlerfrei und möglichst schnell den Parcours durchlaufen, erläutert Angela Och. Die Strecke darf zwischen 15 und 22 Hindernisse umfassen, diesmal sind es 19. Als Richter wertet der Bundes-Sportbeauftragte Björn Bröker aus Nistetal.

Entlang des Turnierplatzes haben Teilnehmer 50 kleine Zelte aufgestellt, die als Rückzugsort dienen, Schatten spenden und ein Nickerchen erlauben. 

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