„Ich habe gefühlt immer gelernt“

Kristina Braun ist neue Leiterin im Haus Jona

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Kristina Braun leitet seit einigen Wochen das Haus Jona. Ihren Einstand feierte sie beim Sommerfest.

Am Haus Jona tut sich was. In diesen Tagen beginnt die Sanierung der Küche, ein komplett eingerichteter Container schafft während der Arbeiten Ersatz. 

Obertshausen – Aber auch in der Führung des Seniorenwohn- und -pflegeheims gibt es Neues: Kristina Braun leitet die Einrichtung seit einigen Wochen. Geblieben sind Elan und Begeisterung für die ältere Generation, die das Haus erfüllen.

Die Neue stammt aus Waghäusel, südlich von Speyer und Hockenheim gelegen. Sie absolvierte in ihrem Heimatort eine Ausbildung zur Altenpflegerin, arbeitete in diesem Beruf und bildete sich weiter, studierte Sozialmanagement. „Ich habe gefühlt immer gelernt“, beschreibt sich Kristina Braun. Gerade hat sie ein Psychologie-Fernstudium aufgenommen.

Als Pflegedienstleiterin kam sie 2010 zur Mission Leben. Dem Träger eile ein guter Ruf voraus, also bewarb sie sich und erhielt einen Leitungsposten in Pfungstadt. Nächste Station war das Wilhelm-Röricht-Haus in Darmstadt. Es existiert nicht mehr, also ging die Badenerin nach der Elternzeit in den Martinsstift nach Mainz. Nach dem zweiten Kind zog es die Mama nun nach Obertshausen, wo sie zunächst in Teilzeit, seit August in Vollzeit tätig ist.

„Woooww“, lautete ihre spontane Reaktion beim ersten Besuch der Anlage, bei der sie gleich der „tolle Innenhof“ beeindruckte. „Ich mag ältere Einrichtungen, ihre Räume, sind großzügiger bemessen.“ Heute werden eher kleinere Einheiten gebaut, weiß die Expertin aus Erfahrung. „Das Haus ist angenehm, die Mitarbeiter sind sehr offen“, schwärmt die Nachfolgerin von Verena Straub. Auch Bewohner und deren Angehörige haben die neue Leiterin herzlich empfangen. „Ich fühle mich hier sehr willkommen“, sagt sie.

„Ich habe selten so motivierte Mitarbeiter gehabt, die auch so lange in einer Einrichtung arbeiten“, lobt sie weiter. Die meisten sind mehr als zehn Jahre an der Vogelsbergstraße beschäftigt, manche 20 und 25 Jahre. Kristina Braun führt 135 Mitarbeiter, davon 100 in der Pflege. Sie betreuen 147 Bewohner, dazu umfasst die Anlage 15 Plätze in der Tagespflege. „Zufriedene Mitarbeiter, die mit Spaß, Freude und Verständnis wirken, sind sehr wichtig“, betont die Chefin.

In Zukunft müssen noch mehr Fachkräfte aus anderen Ländern angeworben werden, ist sich die Fachfrau sicher, „anders ist das nicht möglich“. Und: „Das ist ein Vorteil, wir können viel von den Kollegen lernen, sie bringen Erfahrungen mit“, weiß Kristina Braun. „Es ist ein Geben und Nehmen.“

Auch als Leiterin sei sie täglich in den Wohnbereichen unterwegs. „Ich habe den Dienst der Altenpflegerin immer unheimlich gern gemacht“, sagt sie und schätzt die Kleinigkeiten, ein Lächeln von jemandem, der nicht mehr sprechen kann, die Dankbarkeit „und das Gefühl, dass man etwas Wichtiges und Sinnvolles getan hat“. Freilich, Schichtarbeit gehöre bei diesem Beruf dazu. Doch dafür gebe es einen Ausgleich, „und das Gehalt für eine Fachkraft ist ein gutes Grundeinkommen, es gibt viele Möglichkeiten zur Weiterbildung“. Die Mission Leben nehme zudem viel Rücksicht auf das Familienleben, biete auch Jobs in Teilzeit an.

Die 31-Jährige lebt in Worms und ist verheiratet. Ihr Ehemann ist ebenfalls in der Pflege-Branche tätig. Sie haben zwei Kinder im Alter von sechs und zwei Jahren. Ihre Familie ist für Kristina Braun eine „Kraftquelle“. „Ja, man muss sich gut organisieren“, betont sie, dann bleibe Zeit für Hobbys: kochen, schwimmen und der „Strongman Run“ in der Eifel, ein Hindernislauf über 24 Kilometer durch Wald und Schlamm. Auch im Kreise von Freunden tankt sie Energie für ihre Berufung.
VON MICHAEL PROCHNOW

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