Hoher Besuch zur Eröffnung

Obertshausener Weinfest lockt bis Montag an die Burg im Hain

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Ein Prost aufs Obertshausener Weinfest: Zu dessen offizieller Eröffnung war die Deutsche Weinkönigin Carolin Klöckner angereist. 

„Ich freue mich, dass Sie da sind, Ihr Navigationssystem hat es gefunden“, grüßt Stadträtin Hildegard Knorr mit einem Augenzwinkern die zahlreichen Besucher auf dem Platz an der Burg im Hain zur Eröffnung des Weinfestes.

Obertshausen – Und begrüßt auch gleich einen ganz besonderen Gast: „Im Internet habe ich gelesen ,Riesling Weeks in Hongkong mit der Deutschen Weinkönigin‘, und jetzt raten Sie mal, wo sie heute tatsächlich ist. “ Richtig, die Antwort lautet: in Obertshausen. Und diese hat im Vorfeld bereits für Begeisterung bei den Organisatoren von Stadt und Weinfreunden gesorgt. „Sie verleiht unseren Weinfest ein strahlendes Gesicht“, ist sich auch Knorr sicher.

Und nicht genug damit, Weinkönigin Carolin Klöckner aus Württemberg hatte noch eine kleine Überraschung im Gepäck. „Ich freue mich besonders, dass ich heute hier sein kann zu diesem tollen Ereignis in Obertshausen“, grüßt sie von der Bühne. Denn auch wenn Deutschlands höchste Weinrepräsentantin seit vielen Jahren bei Vaihingen an der Enz wohnt, geboren ist die 23-Jährige in Offenbach. Die ersten eineinhalb Jahre ihres Lebens verbrachte sie quasi um die Ecke, in der Hubertussiedlung in Rembrücken.

Und dass es in der einstigen Nachbarschaft schön ist, findet nicht nur die deutsche Weinkönigen. Ob es sich beim Obertshausener derweil um „eines der schönsten Weinfeste der Region“, handelt, wie Stadtverordnetenvorsteherin Julia Koerlin findet, müssen die Besucher für sich selbst entscheiden. Fest dürfte jedoch bereits jetzt stehen, dass der dem Familienzentrumsbau geschuldete Ausweichplatz neben der Burgruine (wir berichteten) der Atmosphäre keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil, der eine oder andere Besucher an diesem Abend findet ihn gar schöner. „Von hier oben sieht es sehr gut aus“, bewertet Obertshausens Bundestagsabgeordneter Björn Simon beim Blick von der Bühne über die bereits am Eröffnungsabend gut gefüllten Tischreihen.

Über die freut sich auch das Team der Organisatoren um Kulturamtsleiter Jürgen Hofmann und Jürgen Krapp von den Weinfreunden Obertshausen, die den kaum erschlossenen Ausweichplatz mit viel Planung und Arbeit zum Festplatz gemacht haben – tatkräftig unterstützt von den Mitarbeitern des Bauhofes, die unter anderem die essenzielle Wasser- und Stromversorgung eingerichtet haben.

Noch bis einschließlich Montag dreht sich nun an der Burg im Hain alles um den edlen Rebensaft. Der sorgt zusammen mit dem gewohnt abwechslungsreichen Musikprogramm für jede Menge gute Laune. Kein Wunder: „Dort wo man etwas mit Wein zu tun hat, wird einfach mehr gelächelt“, ist sich Weinkönigin Carolin sicher. Einen besonderen Lieblingswein hat die 23-Jährige, die erst Agrarwissenschaft und nun Önologie studiert, allerdings. „Das ist bei mir eher eine Frage der Stimmung und des Anlasses.“, erläutert sie. Denn auch wenn der Württembergerin natürlich der Lemberger nahe liegt, passe der Rotwein freilich nicht zu jedem Anlass. „Und dann kommt auch immer auf die Qualität an“, ergänzt Carolin Klöckner. Schließlich gibt es bei Riesling, Silvaner und Co unzählige verschiedene Geschmäcker.

Dazu sind auch in Deutschland derzeit noch weniger verbreitete Sorten auf dem Vormarsch. Auch die Winzer reagieren bereits auf die Klimaerwärmung, erläutert Sabine Hilgert, die mit ihrem Mann in vierter Generation das Weingut Leander Hilgert aus dem rheinhessischen Horrweiler führt. Beide setzen inzwischen auch auf Rebsorten wie Gelben Muskateller, der typischerweise ein wärmeres Klima bevorzugt.

Davon können sich auch die Besucher beim Weinfest überzeugen. Bei zehn Ständen mit einem umfangreichen Angebot aus sieben deutschen Weinregionen sowie Österreich, Italien, Spanien und Frankreich dürfte für jeden etwas dabei sein.

VON THOMAS HOLZAMER

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