Drunter und drüber

Hindernisparcours ist Star des Sporttags bei den Ferienspielen

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Wettlauf hin oder her, für einen Daumen hoch hat Gunnar (11) im Parcours trotzdem Zeit. 

"Auf die Plätze, fertig los!“ Fast zeitgleich schlüpfen die beiden Jungen durch die großen Eingangslöcher in den Hindernissparcours, der mit seinen rund 30 Metern Länge beinahe die gesamte Breite der Sporthalle an der Badstraße ausfüllt. 

Obertshausen - Dort stand gestern der gemeinsame Sporttag der Ferienspiel-Kinder an.

Noch fast gleich auf, nehmen Gunnar und sein Konkurrent die ersten Hindernisse, große Säulen zwischen denen sie sich durchschlängeln müssen, bevor es unter einem Querbalken und durch eine Röhre hindurch an die Kletterwand geht. Dahinter wartet – als letzte Hürde vor dem Ziel – der Anstieg zum „Rutschberg“. Am Ende reicht es für den Elfjährigen nicht ganz zum Sieg. Den Spaß, den die Hindernisbahn bringt, kann das jedoch offensichtlich nicht mildern. „Voll cool“, findet Gunnar das Rennen durch das aufblasbare Ungetüm, für dessen Betrieb es stolze drei Gebläse braucht. „Die Hüpfburgen sind immer beliebt“, bestätigt der Leiter der städtischen Kinder- und Jugendförderung, Kai Hennig. Nicht umsonst leihen die Organisatoren der Ferienspiele beinahe jedes Mal eine.

So langsam trudeln auch die Besucher ein. Neben den Kindern der städtischen Ferienspiele sind zum gemeinsamen Sporttag auch die Gruppen der Schulbetreuungen und des verbliebenen Horts eingeladen, dazu die des Ferienprogrammes in der Nachbarkommune Heusenstamm. Für das Orga-Team aus zehn Betreuern und Trainern aus örtlichen Sportvereinen, die die Jugendförderung während der Sportwoche unterstützen, heißt das an diesem Tag rund 200 Schützlinge in der großen Halle. Und die erzeugen beim Toben einen ordentlichen Geräuschpegel. „Das merkt man abends zu Hause dann an der Stimme“, sagt Hennig und schmunzelt.

Viel Andrang herrscht auch vor der großen Wand, an der sich der Nachwuchs für die angebotenen Sportworkshops anmelden kann, die jeweils eine Stunde dauern. Die Auswahl ist groß und die Kids können bis zu vier Angebote auswählen. Zur Auswahl stehen – unterstützt von Trainern örtlicher Vereine – unter anderem Hockey, Frisbee-Golf, Zumba und Capoeira. Schnell füllt sich die Liste vor allem beim Fußball.

Nichts für Fabienne. Die Schülerin hat sich bereits ihren Tagesplan zusammengestellt und startet mit Selbstverteidigung. Später will sie noch Harry Potters Lieblingssportart Quidditch testen, den von der Tanzschule Weiss angebotenen Hip-Hop- und Streetdance-Workshop besuchen und eine Runde Basketball spielen. Und der actionreiche Tag startet auch sogleich.

Das Beste ist es, Konfrontationen von vorneherein zu vermeiden. Das funktioniere in den meisten Fällen, lernen die Kinder im Selbstverteidigungs-Workshop. Etwa, wenn einer der Mitschüler sie auf dem Pausenhof provozieren möchte. „Wenn ich sehe, dass David gerade auf mich zuläuft und mich im Vorbeigehen anrempeln will, drehe ich kurz davor einfach meine Schulter weg“, zeigt Kai Hennig den aufmerksamen Teilnehmern. Dann dürfen die Schüler paarweise üben: mit dem Blick fixieren, vorbeilaufen und kurz davor die Schulter ein wenig wegdrehen.

Angerempelt, wenn auch in diesem Fall natürlich unabsichtlich, wird auch in der Halle nebenan. Dort spielen die Jungen und Mädchen gerade Hockey gespielt – in Fünferteams und auf nur rund 50 Zentimeter breite Minitore. „Die sind gar nicht so leicht zu treffen“, befindet einer der Mitspieler. Gleiches gilt auch für den großen Fangkorb, den die Teilnehmer des Workshops Frisbee-Golf mit den runden Plastikscheiben von einem festgelegten Abwurfpunkt aus treffen müssen.

Doch der Star an diesem Morgen ist und bleibt die aufblasbare Hindernisbahn, vor der die Schlange von Kindern einfach nicht kürzer werden will.

VON THOMAS HOLZAMER

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