Streetball auf dem Festplatz

Jugendliche sollen Platz mitgestalten

Die Streetball-Anlage hatte ihren Platz bisher auf dem vorderen Teil des Festplatzgeländes.
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Die Streetball-Anlage hatte ihren Platz bisher auf dem vorderen Teil des Festplatzgeländes.

Der Magistrat in Obertshausen möchte Jugendliche bei der Gestaltung der Streetball-Anlage am Festplatz mit ins Boot holen.

Obertshausen – Das Gebäude steht, der Innenausbau ist in vollem Gange und die Mensa für die Kinder der benachbarten Sonnentauschule hat – wenn auch noch mit zahlreichen Einschränkungen – bereits eröffnet. Der Neubau von Obertshausens Familienzentrum an der Vogelsbergstraße nähert sich seiner Vollendung und bald sollen der Familienverein Tausendfüßler und weitere Nutzer folgen. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten soll auch das Außengelände, das derzeit als Lager für die Bauarbeiten dient, neu gestaltet werden. Für dessen Gestaltung hat der Magistrat nun eine neue Idee entwickelt.

„Dafür bräuchte es allerdings einen neuen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung“, erläutert Erster Stadtrat Michael Möser. Denn wie die Fläche, die auch künftig weiter als Festplatz genutzt werden soll, gestaltet wird, darüber gibt es genaue Vorstellungen und auch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Diese hatte im November 2017 entschieden, die Fläche westlich des Zentrums nicht neu zu planen, sondern als Festplatz beizubehalten – nicht zuletzt auch, um die Kosten des Millionenprojekts für die Stadt nicht weiter zu erhöhen. Lediglich der vorhandene „Feldherrenhügel“ soll planiert und der Fläche hinzugefügt werden. Auch die vorhandenen öffentlichen Parkplätze „Im Schirmerfeld“ und entlang der Vogelsbergstraße sollen bestehen bleiben sowie zusätzliche Stellplätze für das Familienzentrum direkt neben dem Gebäude entstehen. Letztere können bei Veranstaltungen als Teil des Festplatzes mitgenutzt werden.

„All diese Maßnahmen sind bereits in der Planung und Ausführung und können nicht mehr verändert werden“, erläutert Erster Stadtrat Möser. Die gelte jedoch nicht für jene Ecke des Areals, die im Nordwesten an die Parkflächen im Schirmerfeld anschließt. Dort soll nach aktuellem Stand der Planung die vorhandene Streetball-Anlage mit drei Körben wieder aufgestellt werden., die vor dem Bau im vorderen Teil des Festplatzes stand. „Doch hier möchte der Magistrat nun einen neuen Vorschlag unterbreiten“, erläutert Möser.

Bevor in den kommenden Wochen der Auftrag vergeben werde, das Spielfeld in seiner aktuellen Form einfach zu versetzen, gebe es noch eine weitere Möglichkeit. „Die Fläche soll mit Kindern und Jugendlichen im Winter in einem Beteiligungsverfahren neu konzipiert und dann im Frühjahr 2021 eröffnet werden“, erläutert Bürgermeister Manuel Friedrich seine Idee. „Ich habe selbst einen Teil meiner Kindheit auf der Basketballanlage verbracht und bin mir sicher, dass wir diese etwas moderner gestalten können“, findet er. Dabei sei ihm die Beteiligung der künftigen Nutzer jedoch sehr wichtig. Die Chance zu einer Änderung der bisherigen Pläne, ohne eine gleichzeitige Kostensteigerung des Projekts ermögliche eine Spende, berichtet Friedrich. Ein Unterstützer, der jedoch anonym bleiben will, habe der Stadt das Geld mit der Vorgabe gegeben, diese Mittel gezielt für die Jugendarbeit am neuen Familienzentrum zu nutzen. Davon könnten dort beispielsweise neue Spielelemente besorgt und neu geordnet werden.

Da laut dem bestehenden Beschluss und nach Rücksprache mit dem Veranstalter des Weinfests auch diese Flächen weiterhin als „Festplatz“ nutzbar sein sollen, soll bei der Beschaffung der neuen Elemente auf montierbare Geräte geachtet werden. Laut Magistrat sollen die Kosten für das Projekt das Spendenbudget nicht überschreiten. „Darüber hinausgehende Kosten können nur durch die Akquise von Sponsoren oder Nutzung neuer Finanzierungsformen wie beispielsweise Crowdfunding gedeckt werden“, sagt der Rathauschef. Es wäre das erste Jugendbeteiligungsprojekt seit den Workshops zum Skatepark vor zehn Jahren. „Ich drücke für eine breite Mehrheit im Ausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung und damit ein besseres Jugendangebot die Daumen und werde persönlich mich dafür einsetzen, dass es nicht wie beim Skatepark enden wird“, verspricht er. Dieser wurde im Jahr 2013 nach einem Beteiligungsverfahren, einer Standortauswahl und einem Finanzierungskonzept überraschend ad acta gelegt. (Thomas Holzamer)

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