Obertshausen kein Mitglied der Fluglärmkommission

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Obertshausen - Die Stadt Obertshausen wird kein eigenständiges Mitglied der Fluglärmkommission. Wie Bürgermeister Bernd Roth erläuterte, hat dies das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung dem Magistrat schriftlich mitgeteilt. Von Karl-Heinz Otterbein

Roth zufolge ist bei der Stadtverwaltung ein Schreiben des Wirtschaftsministeriums eingegangen, in dem Ministerialdirigent Bernhard Maßberg im Auftrag von Minister Florian Rentsch mitteilt, dass „von einer Aufnahme der Stadt Obertshausen als eigenständiges Mitglied in die Fluglärmkommission“ abgesehen werde. Die Kommission solle nach dem Luftverkehrsgesetz nicht mehr als 15 Mitglieder haben, bestehe inzwischen aber bereits aus 38 Mitgliedern.

Die Stadt Alzenau und der Landkreis Miltenberg seien Mit ihrem Begehren, in die Kommission aufgenommen zu werden, ebenfalls gescheitert, erläuterte Roth. „Die beiden bayerischen Kommunen wurden auf den Vertreter der bayerischen Staatsregierung in der Kommission verwiesen“, sagte der Rathauschef. „Die Stadt Alzenau bildet zusammen mit Obertshausen und den umliegenden Kommunen unter anderem den Verbund beim Vorgehen gegen die Nutzung der Anflugroute Segmented Approach.“

„Lärmaktionsplan Hessen - Teilplan Flughafen Frankfurt/Main“

Roth zufolge hat der Magistrat der Stadt inzwischen zum „Lärmaktionsplan Hessen - Teilplan Flughafen Frankfurt/Main“ Stellung genommen und das entsprechede Schreiben ans zuständige Dezernat Regionalplanung des Regierungspräsidiums Darmstadt geschickt.

Darin rüge die Stadt Obertshausen, dass sie im Gegensatz zur Stadt Neu-Isenburg und anderen Kommunen nicht förmlich und ausdrücklich zu einer Stellungnahme zu dem Lärmaktionsplan aufgefordert worden sei, obwohl die Stadt durch einzelne Maßnahmen, die in der Planung vorgestellt würden, eindeutig durch zusätzlichen Lärm belastet werde solle.

Inhaltlich schließe sich die Stadt Obertshausen ausdrücklich der Stellungnahme der Neu-Isenburg zum Entwurf des Lärmaktionsplans Hessen an, soweit die darin getroffenen Ausführungen und Feststellungen auch auf das Gebiet der Stadt Obertshausen zutreffend seien, und mache sich diese zu eigen.

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Die Stadt Obertshausen wende sich insbesondere grundsätzlich gegen die Aufnahme des Anflugverfahrens Segmented RNAV (GPS) Approach und der Variante Segmented Approach (ILS) in den Lärmaktionsplan.

„Es handelt sich bei beiden Verfahren um keine Maßnahme der Lärmminderung oder -vermeidung, sondern der Lärmverteilung“, erläuterte dazu Bürgermeister Roth weiter. „Die Ausdehnung der Nutzung der damit verbundenen Flugrouten auf die Tagzeit und die ebenso angekündigte stärkere Nutzung sind nicht als Maßnahmen im Lärmaktionsplan dazustellen“. 

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