„Kind mit dem Bade ausgeschüttet“

Obertshausen: Neue Parkregelung an der Georg-Kerschensteiner-Straße stößt auf Kritik

Die Neugestaltung der Georg-Kerschensteiner-Straße findet Thomas Meyer-Haugwitz gelungen. Mit der Parkregelung ist der Anwohner jedoch nicht einverstanden.
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Die Neugestaltung der Georg-Kerschensteiner-Straße findet Thomas Meyer-Haugwitz gelungen. Mit der Parkregelung ist der Anwohner jedoch nicht einverstanden.

Die neugestaltete Georg-Kerschensteiner-Straße in Obertshausen sorgt zunächst für Freude bei den Anwohnern. Doch die neuen Parkregelungen bringen Ärgernisse mit sich.

Obertshausen – Ein geschwungener Fahrbahnverlauf, Parkbuchten und ein verbreiterter Bürgersteig: Die neugestaltete Georg-Kerschensteiner-Straße kann sich sehen lassen, findet Anwohner Thomas Meyer-Haugwitz und freute sich, als die Arbeiten Mitte Juli beendet waren. Zwei Monate früher als ursprünglich geplant und im gesteckten Budget, berichtet Bürgermeister Manuel Friedrich und dankt den Anliegern für die gute Mitarbeit. Doch lange währte die uneingeschränkte Freude nicht. Denn dieser Tage folgte die brandneue Beschilderung rund um die neu geschaffenen Parkbuchten – mit zeitlicher Begrenzung auf zwei Stunden in der Zeit von 7 bis 15 Uhr.

„Ich fürchte, da wurde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“, sagt Meyer-Haugwitz. Was von der Stadt eigentlich zur Entlastung der Anwohner im Quartier rund um die beiden weiterführenden Schulen geplant war, werde nun zum Problem für ihn und einen Teil der Nachbarn. Denn Thomas Meyer-Haugwitz ist Mieter, hat nicht die Möglichkeit, einen privaten Parkplatz für sein Auto zu bekommen. Und nun kann er es tagsüber auch nicht mehr vor dem Haus parken, wenn er nicht ein Knöllchen riskieren will.

Mit der Einführung der Kurzzeit-Parkregelung will die Stadt den Parkdruck im Quartier verringern. So hatten sich in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden seitens der Anwohner über blockierte Einfahrten gehäuft und Falschparker behinderten regelmäßig den Verkehr und sorgten so gerade zu Schulbeginn und -ende für teils gefährliche Situationen.

Durch die neue Regelung sollen nun vor allem die Schüler dazu veranlasst werden, ihre Autos bereits auf dem nahegelegenen Parkplatz an der Badstraße abzustellen. Das müssen vorerst wohl auch Meyer-Haugwitz und jene Nachbarn tun, die über keine eigene Abstellmöglichkeit verfügen.

Bei der Beschilderung handele es sich zunächst um eine Testphase, erläutert Bürgermeister Manuel Friedrich auf Anfrage. Diese soll in den kommenden zwei Wochen fertig installiert werden. Dann soll es auch ein Vor-Ort-Termin mit Mitarbeitern der Stadt, den Leitern der beiden Schulen sowie Anwohnern geben, bei dem man auch über die ersten Erfahrungen mit der neuen Parkregelung sprechen wolle.

Diese scheint so manchen Schüler derweil noch nicht zu stören. „Heute Morgen hat einer komplett schräg hier gestanden und kam zwischendrin nur kurz vorbei, um seine Parkuhr weiterzudrehen und hat nach Kreidestrichen auf seinen Reifen geschaut“, erzählt Meyer-Haugwiz, der von zu Hause arbeitet. „Ich weiß ja, ich habe kein Anrecht auf einen Parkplatz“, sagt er, aber so fühle man sich als Anwohner schon ein wenig veräppelt.

Das könnte sich jedoch schnell ändern vermutet Rathauschef Friedrich: „Erste Kontrollen an der Bürgermeister-Kämmerer-Straße haben bereits Wirkung gezeigt.“ Diese sollen in den kommenden Wochen noch intensiviert werden, kündigt er an.

„Ich habe die Diskussion verfolgt, ich habe selbst Vorschläge zur Lösung gemacht“, berichtet Thomas Meyer-Haugwitz. Seiner Meinung nach hätte es aus Anwohnersicht sogar ausgereicht, „das wilde Parken entschieden einzudämmen“ und so auf die ausgewiesenen Parkplätze zu beschränken. Dafür sei auch kein Anwohnerparken nötig. „Aber dass ich jetzt mein Auto woanders parken muss, damit Schüler vor meinem Haus Platz zum Parken haben, das ist nicht einzusehen.“

(Von Thomas Holzamer)

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