Erzieher aus Südwesteuropa

Spanische Unterstützer für Kitas gegen Personalmangel

Vertag geschlossen: Bürgermeister Manuel Friedrich (rechts) und Erster Stadtrat Michael Möser (links) mit Helmeca-Chef Raul Krämer nach der Unterzeichnung. FOTO: P
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Vertag geschlossen: Bürgermeister Manuel Friedrich (rechts) und Erster Stadtrat Michael Möser (links) mit Helmeca-Chef Raul Krämer nach der Unterzeichnung.

In den Obertshausener Kitas wird dringend nach Erziehern gesucht. Personal aus Spanien soll helfen, Lücken zu schließen.

Obertshausen – Wie in ganz Hessen besteht auch in Obertshausen im Kreis Offenbach nach wie vor ein großer Bedarf an qualifiziertem pädagogischen Fachpersonal für Kindertageseinrichtungen, um die großen Lücken im dortigen Personalbereich zu schließen. Erzieherinnen und Erzieher aus Spanien sollen jetzt helfen, diese Lücken zu schließen.

Dafür will die Stadt jetzt den Personaldienstleister Helmeca zur Gewinnung von Fachkräften aus dem südwesteuropäischen Land beauftragen. Helmeca ist der Partner für pädagogische Fachkräfte aus Spanien, die ihren Lebensmittelpunkt verlagern möchten. Der Personaldienstleiter suche gezielt nach Menschen, die mit Kindern arbeiten möchten und dafür auch die richtige pädagogische Ausbildung besitzen, heißt es aus dem Rathaus.

Obertshausener Bürgermeister: „Suche nach Erziehern läuft auf Hochtouren“

Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt vermittele seit 2012 Fachkräfte an deutsche Kitas. Mittlerweile seien mehr als 500 spanische Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland integriert, allein 190 davon im Rhein-Main-Gebiet. Erste Gespräche habe Bürgermeister Manuel Friedrich nach seinem Amtsantritt im Sommer mit seinen Bürgermeisterkollegen aus Neu-Isenburg, Heusenstamm und Langen geführt, die von ihren positiven Erfahrungen berichtet hätten. Auch Mühlheim plane aktuell die Zusammenarbeit mit Helmeca.

„Die Suche nach Erzieherpersonal auf dem deutschen Fachkräftemarkt läuft auf Hochtouren“, sagt Friedrich. „Ein ganz klarer Fokus liegt weiterhin bei der Ausbildung, bei der wir in nächster Zeit auch hoffentlich Erfolge vermelden können. Doch wir stehen hier in einem ständigen Wettbewerb und dürfen uns nicht vor neuen Wegen verschließen.“

Ziel der Kooperation mit Helmeca sei jetzt, auch für Kindertagesstätten in Obertshausen qualifiziertes Personal aus Spanien einzustellen, das nach Ablauf eines Jahres die staatliche Anerkennung in Deutschland erhalte. Während des ersten Jahres werden diese Erzieherinnen und Erzieher als pädagogische Zusatzkräfte beschäftigt.

Erste Erzieherinnen aus Spanien im Sommer in Obertshausen bei Offenbach

Helmeca verfolge einen ganzheitlichen Ansatz: Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren der Bewerberinnen und Bewerber folgten ein sechsmonatiger Intensiv-Sprachkursus in Spanien, Hospitationsreisen in die Kitas und Vorbereitungen des Aufenthalts vor dem Start in Obertshausen.

Helmeca organisiere gemeinsam mit Obertshausen auch den Wohnraum für die pädagogischen Fachkräfte. Die Erzieherinnen und Erzieher erhielten für zwölf Monate einen berufsbegleitenden Sprachkursus und werden im deutschen Arbeitsalltag durch eigenes Personal gecoacht. Darüber hinaus werden auch die jeweiligen Kitas während des gesamten Integrationsprozesses betreut und sich um die Anerkennung ihrer Abschlüsse beim Ministerium für Wissenschaft und Kunst gekümmert.

„Mit Helmeca haben wir einen guten Partner gefunden, der unseren hohen Qualitätsansprüchen entspricht“, freut sich Erster Stadtrat Michael Möser. Mit dem Vertragsabschluss können bereits zum Juni 2021 für die Stadt schon drei Erzieherinnen und ab September 2021 weitere vier Erzieherinnen zur Verfügung stehen. „Wir werden bereits früh beispielsweise unseren Spanischen Elternverein einbinden und sind uns sicher, dass wir ein herzliches Willkommen in Obertshausen bieten können“, gibt sich die Rathausspitze zuversichtlich. (kho)

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