264 neue Plätze in zwei Jahren

Kita-Ausbau gegen den Wartelistenfrust 

In Obertshausen fehlen aktuell 180 Kita-Plätze. 
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In Obertshausen fehlen aktuell 180 Kita-Plätze. 

Geburtenboom, stetiger Zuzug durch die Nachverdichtung beim Wohnraum und dazu die gesetzliche Garantie eines Betreuungsplatzes für den Nachwuchs – dass der Großteil der Kommunen bei der rasant gestiegenen Nachfrage nach Kitaplätzen nur schwer hinterherkommt, ist längst kein Geheimnis mehr. 

Obertshausen - Und auch, dass die Stadt Obertshausen im kreisweiten Vergleich beim Platzangebot zu den Schlusslichtern zählt, ist alles andere als neu (wir berichteten). Das soll sich möglichst schnell ändern.

Wie dies gelingen könnte, hat der Fachbereich Soziales nun in einem Maßnahmenkonzept zusammengestellt und auch die nötigen Kosten für die Stadt beziffert. Dem zufolge könnte die Stadt bis 2021 genügend Plätze schaffen, um dem erwarteten Bedarf auch zukünftig gerecht werden zu können. Rund 180 Betreuungsplätze – knapp 130 davon im U3-Bereich – fehlen aktuell, um den Bedarf zu decken. Knapp darüber, bei insgesamt rund 200, würde sich die Zahl anhand der aktuellen Planungsdaten wohl bis 2021 einpendeln, so die Zahlen, die Fachbereichsleiter Michael Jentzsch nun den Mitgliedern des Sozialausschusses vorgestellt hat.

Diese dringend benötigten zusätzlichen Kapazitäten könne man in Zusammenarbeit mit freien Trägern in den kommenden zwei Jahren schaffen, erläutert Jentzsch das Konzept, das sich neben dem kurz- und mittelfristigen Ausbau auch mit der langfristen Planung befasst.

So soll der Umbau des ehemaligen Horts in der Vogelsbergstraße, dessen Fertigstellung im ersten Halbjahr nächsten Jahres geplant ist, 25 zusätzliche Kindergartenplätze schaffen. Gleichzeitig könnten in angemieteten Geschäftsräumen kurzfristig zwei U3-Gruppen mit je 12 Plätzen entstehen.

Obertshausen: 180 Kita-Plätze fehlen 

Darüber hinaus plant die Verwaltung die Errichtung einer viergruppigen U3-Einrichtung an der Badstraße bis Ende des kommenden Jahres. Für das Gebäude in Modulbauweise, das 48 Betreuungsplätze bringen soll, veranschlagt die Stadt rund zwei Millionen Euro. Weitere 20 Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren schafft die geplante Eröffnung eines christlichen Naturkindergartens im nächsten Jahr, für den die Stadt einen Zuschuss von 107 000 Euro jährlich veranschlagt.

Albtraum für Mutter: Kind (2) verschwindet plötzlich aus Einrichtung: Es ist der Albtraum jeder Mutter: Sie gibt ihr Kleinkind in der Betreuung ab – und beim Abholen ist es verschwunden.

Insgesamt 12 U3- und 25 Kindergartenplätze soll auch der ab dem kommenden Jahr geplante Umbau der beiden Horte Im Trinkborn und der katholischen Gemeinde St. Thomas Morus ermöglichen. Mit diesem könne man nach Eröffnung des Familienzentrums starten, in dem die beiden Schulkindbetreuungen ein neues Zuhause finden. Dort entstehen weitere 36 U3-Plätze unter der Trägerschaft des Familienvereins Tausendfüßler.

Die Eröffnung einer weiteren Einrichtung plane ein freier Träger, erläutert der Fachbereichsleiter. In dem Bau, mit dessen Fertigstellung im zweiten Halbjahr 2021 zu rechnen sei, sollen insgesamt vier Gruppen mit 24 U3- und 50 Ü3-Plätzen entstehen.

Das macht summa summarum 264 Plätze in zwei Jahren. Um auch den künftigen Kita- Bedarf decken zu können, sei zudem der Bau einer weiteren Kita angedacht, erläutert Michael Jentzsch. Diese könnte etwa an der Schubertstraße entstehen und nach Abschluss der nötigen Planungen bis Ende 2023 / Anfang 2024 fertiggestellt werden – geschätzte Gesamtkosten: etwa 2,7 Millionen Euro.

Alles in allem müsse die Stadt für sämtliche Maßnehmen zusammen bis einschließlich 2023 rund 7,6 Millionen Euro aufwenden, rund 5,3 davon in Form von einmaligen Investitionen.

Obertshausen: Kita-Umbau soll mehr Plätze schaffen 

Eine große Herausforderung werde jedoch vor allem die Besetzung der benötigten Erzieherstellen, weiß der Fachbereichsleiter. Rund 40 Stellen entstehen durch den geplanten Ausbau bei städtischen und freien Trägern. Hinzu kommen allein in den städtischen Einrichtungen weitere 23 Stellen, die aufgrund des Renteneintritts von Kollegen neu besetzt werden müssen, zählt Michael Jentzsch auf. „Der Kita-Ausbau ist eine große Herausforderung für Obertshausen und den ganzen Kreis Offenbach.“

Da der Rücklauf auf Stellenausschreibungen immer schlechter werde, wolle die man künftig unter anderem direkt bei den Fachschulen ansetzen und bei den angehenden Erziehern für die eigenen konzeptionellen Stärken werben. Zudem setzt die Stadt vor allem auf die duale Ausbildung und hat unlängst die Zahl der Stellen in diesem Bereich auf 20 erhöht. Davon sind aktuell 19 besetzt.

Um die ausgebildeten Erzieher auch langfristig an die Stadt zu binden, setzt die Verwaltung zudem auf unbefristete Verträge. „Wir hoffen, mit den Maßnahmen eine Verbesserung zu erreichen“, betont Jentzsch. Von Thomas Holzamer

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