Große Freiheit für kleine Leute

Kindertagesstätte Vogelsbergstraße startet mit neuem Konzept

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Bei einem Besuch überzeugen sich Vertreter der Verwaltung und des Elternbeirats vom neuen Konzept.

Konzentriert blicken die Mädchen beim Malen auf ihre Bilder. Aus dem Spielflur nebenan dringt derweil fröhliches Kinderlachen zu den Besuchern herüber. Die sind gekommen, um sich über das neue Konzept der städtischen Einrichtung zu informieren.

Obertshausen – Das ist „offen“ und gestattet es den Kindern, jenseits einer festen Gruppenstruktur selbst zu wählen, für welches der Angebote sie sich entscheiden möchten. Mit der offenen Arbeit hat das Team um Leiterin Sabine Mauser-Dilsiz nach den Sommerferien begonnen, voraus gingen rund zweieinhalb Jahre intensiver Vorbereitungen.

„Wir haben uns mit der Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit und dem konzeptionellen Wandel beschäftigt“, erzählt die Kita-Chefin, die sich gemeinsam mit ihrem Team für diesen Weg entschieden hat. Und davon auch die Eltern überzeugt hat, von denen einige die Idee zunächst kritisch beäugt hatten. Nach vielen Gesprächen im Vorfeld und nun nach ein paar Wochen in der praktischen Umsetzung sind diese nun jedoch begeistert. Das bestätigt auch die Elternbeiratsvorsitzende Mirijam Klein. Die Eltern haben der städtischen Einrichtung ihr Vertrauen geschenkt. Das hat sich gelohnt. Der Spaß am Entdecken der veränderten Kita-Räume ist den Kindern deutlich anzumerken.

Feste Gruppen mit dazugehörigem Erzieherteam gibt es in der Vogelsbergstraße nun nicht, die Kinder entscheiden selbst, wo und was sie spielen möchten. Die Angebote sehen sie auf einer großen Übersichtstafel im Flur, rote und grüne Ampelmännchen zeigen an, ob in der jeweiligen Gruppe noch Platz ist, oder gerade nicht. Auch ihre Spielpartner und die Erzieher, die sie im Kita-Alltag unterstützen, wählen die Jungen und Mädchen selbst aus. Das stelle die Selbstbestimmungsrechte der Kinder gegenüber den Erwachsenen sicher, betont Sabine Mauser-Dilsiz.

Im Bistro der Kita gibt es für den Nachwuchs Frühstück, Mittagessen und einen Snack. Fotos: p

Das neue Konzept ist so ausgelegt, dass die Erwachsenen den Kindern Orientierung geben sowie den Rahmen abstecken. Innerhalb dieser Grenzen können die Kinder – egal ob unter drei Jahren oder älter – ihre Möglichkeiten ausschöpfen. „Die Aufgabe der Erwachsenen ist es, den Spuren der Kinder zu folgen, loszulassen und Zutrauen in deren Kompetenzen zu haben“, erläutert die Kita-Leiterin. Die Erzieherinnen beobachten die Interessen der Kinder, planen und entwickeln gemeinsam mit ihnen kleine und große Projekte. So entstehen auch ohne feste Kindergartengruppen Zugehörigkeiten in Freundes-, Interessen- oder Arbeitsgruppen. Den Schützlingen und ihren Familien sind jedoch auch weiterhin sogenannte Bezugserzieherinnen zugeteilt. Diese kümmern sich etwa um die Eingewöhnung der neuen Kinder und die regelmäßigen Entwicklungsgespräche mit den Eltern.

Obertshausen: Neues Konzept für die Kita

Eigens für das neue Konzept wurde die Kita in den Sommerferien umgestaltet. Die traditionellen Gruppenräume wurden in unterschiedlich eingerichtete Themenräume verwandelt, mit Empfang, Spielflur, Spielraum für Gesellschaftsspiele, Bauraum, Werkraum, Kreativraum, Rollenspielraum mit angrenzendem Schlafraum, Bistro, Bücherei, Forscherraum, Bewegungsraum und Garten. Alle Räume werden nun als Ganzes gedacht, sind sehen unterschiedlich aus und bieten dem Nachwuchs mit viel Platz für Erfahrungen, Handlungen und Entscheidungen. „Es ist uns wichtig, den Interessen der Kinder auf die Spur zu kommen und den Tag nicht für die Kinder zu verplanen, sondern gemeinsam mit den Kindern zu gestalten“, sagt Kita-Chefin. „Frei verfügbare Zeit wird reichlich eingeplant.“

Auch fürs Team der Vogelsbergstraße bietet das Konzept Vorteile. So könne sich jeder auf einen Schwerpunkt konzentrieren. „Während es einer Fachkraft besonders gut gelingt, die Kreativität der Kinder anzuregen und auszuleben, hat eine andere viele Ideen, mit ihnen spannende Bewegungsanreize drinnen und draußen zu gestalten“, erläutert Mauser Dilsiz. Und betont: „Ich bin stolz auf mein Team. Wir haben viel geschafft. Die Ergebnisse unserer Arbeit sind nun sichtbar. Unsichtbar ist jedoch die umfangreiche Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen pädagogischen Aspekten und, dass wir als Team zusammengewachsen sind.“

Obertshausen: 25 neue Kita-Plätze für Kinder ab 3 Jahren

Da gleichzeitig auch die Hortkinder in die Obhut der Sonnentauschule gezogen sind, hat die Stadt in der Kita 25 neue Plätze für Kinder ab drei Jahren geschaffen.

Den Unterschied zur Atmosphäre vor und nach dem Wechsel bemerken auch die Besucher aus dem Rathaus. „Es ist eine andere Ruhe und Konzentration zu beobachten“, sagt Fachbereichsleiter Michael Jentzsch. „Und dass wir mit dem Start des neuen Konzeptes nun auch 25 zusätzliche Plätze schaffen konnten, ist eine tolle Sache“, betont Erster Stadtrat Michael Möser. 

In der SB-Filiale des Geldinstitutes in Hausen haben bislang unbekannte Täter am Samstagmorgen einen Geldautomaten gesprengt.

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