Klare Botschaft gegen Hass

Stadt Obertshausen schließt sich Respekt-Initiative an

„Respekt! Kein Platz für Rassismus“, das steht auf den Schildern, die künftig an beiden Rathäusern der Stadt für Toleranz und Solidarität werben sollen.
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„Respekt! Kein Platz für Rassismus“, das steht auf den Schildern, die künftig an beiden Rathäusern der Stadt für Toleranz und Solidarität werben sollen.

Es ist kein Platz für Rassismus in Obertshausen, betont Bürgermeister Manuel Friedrich. Und so steht es ab sofort auch auf den Schildern, die die Stadt an den beiden Rathäusern angebracht hat.

Obertshausen – „Respekt! Kein Platz für Rassismus“, das steht darauf gut sichtbar für die Besucher zu lesen. „Es sind klare Worte und eine klare Botschaft“, betont Friedrich. Doch verstanden scheint sie in der Stadt noch nicht jeder zu haben, wie die seit Kurzem laufenden Ermittlungen des Staatsschutzes beweisen: Unbekannte hatte den Schaukasten des Ausländerbeirates vor dem Rathaus an der Schubertstraße in der Vergangenheit mehrfach mit Klebeband und Parolen beklebt, zuletzt vergangene Woche mit einem handgeschriebenen Zettel mit antisemitischer und rassistischer Botschaft (wir berichteten).

Den Entschluss der Stadt, sich der Initiative „respekt.tv“ anzuschließen, hatte der Magistrat bereits Ende Juni, kurz nach Friedrichs Amtsantritt, gefasst und die Schilder bestellt. „Da konnten wir den aktuellen Anlass heute noch nicht absehen“, sagt dieser. Ziel der Initiative ist es, die Botschaft „Respekt!“ an möglichst viele Orte zu bringen. Und so wurde aus dem bereits geplanten Termin für die Anbringung des Schildes vor dem aktuellen Hintergrund ein besonderer. Dazu haben sich neben dem Rathauschef und dem Ersten Stadtrat Michael Möser auch Stadtverordnetenvorsteherin Julia Koerlin, Mesut Demir vom Ausländerbeirat der Stadt Obertshausen und Vertreter von Maltesern, Diakonie, Flüchtlingshilfe und der ASB Lehrerkooperative vor dem Verwaltungsbau versammelt, die sich für Geflüchtete und das Thema Integration einsetzen.

„Wir möchten mit dem heutigen Tag ein klares Zeichen für ein respektvolles, tolerantes und wertschätzendes Miteinander in unserer Stadt setzen und beziehen damit Stellung gegen Rechtspopulismus und Rassismus“, betont Friedrich. Diese Einstellung und den Respekt, der in den beiden Rathäusern bereits gelebt werde, wolle man mit den Schildern auch nach außen zeigen, erläutert Erster Stadtrat Michael Möser.

„Wir haben erst vor Kurzem nicht weit von hier gesehen, was passieren kann, wenn sich solches Gedankengut durchsetzt“, erinnert er an die Anschläge vom 19. Februar in Hanau, bei denen ein Täter neun Menschen ermordete und fünf weitere verletzte, bevor er seine Mutter und sich selbst erschoss.

„Wir begrüßen die Aktion der Stadt gegen Rassismus sehr“, sagt Mesut Demir stellvertretend für die Mitglieder des Ausländerbeirates. Dessen bisheriges Wahlverfahren hatten die Stadtverordneten in ihrer vergangenen Sitzung noch einmal bekräftigt und den Termin an die Kommunalwahl im kommenden März geknüpft. „In Obertshausen leben Menschen aus 103 Nationen und alle tragen zum Leben in unserer Kleinstadt bei“, betont Demir. Der Ausländerbeirat wolle daher ebenfalls Stellung beziehen und kündigt eine Resolution für Zusammenhalt, gegen Rassismus und Diskriminierung an, über die die Stadtverordneten nach der Sommerpause befinden sollen.

Klare Worte für den jüngsten Fall in Obertshausen findet auch deren Vorsteherin Julia Koerlin, für die die Schmiererei „feige und unwürdig“ ist. „Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen, damit sich die Stimmung nicht auch in Obertshausen ändert und wir die liebenswerte Kleinstadt mit Herz bleiben, die wir sind.“ Von Thomas Holzamer

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