Konzert auf der „Brotfabrik Sommerwiese“

Konflikte mit Musik lösen: Aren Emirzes Band „Emirsian“ stellt neue CD vor

Gemeinsam mit ihrem Vater Aren Emirze (rechts) wird die 13-jährige Vernon auf der Bühne stehen.
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Gemeinsam mit ihrem Vater Aren Emirze (rechts) wird die 13-jährige Vernon auf der Bühne stehen.

Aufgewachsen ist Aren Emirze in Niederroden, ging aber wie der Rodgauer Chris Aidonopoulos auf die Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) in Obertshausen. „Wir haben uns in der 12. Klasse im Musikunterricht kennengelernt“, erzählt Emirze. Jeder hatte sich für ein Instrument entscheiden müssen. Schulkamerad Nico Heimann spielte Schlagzeug.

Obertshausen – „Deshalb brauchte er Begleiter, um ein Stück aufzuführen und fragte uns“, erinnert sich der Sänger und Gitarrist. „Also haben wir uns getroffen, um ,War Pigs’ einzuüben, einen Song von Black Sabbath“, erinnert er sich. „Nico kannte das Stück allerdings in der Coverversion von Faith No More.“ So oder so. „Die erste Probe war pure Magie“, schwärmt Emirze noch 28 Jahre später von dem Treffen. Heimann ersetzte prompt den Drummer ihrer Band. Harmful war geboren. „Direkt nach dem Abitur waren wir dann schon mit der Band unterwegs.“ Bis 2014 gab es das erfolgreiche Noise-Rock-Trio, nahm neun Alben auf, arbeitete mit Dave Sardy, der unter anderem mit Bush oder Marilyn Manson im Studio war, und gewann für das siebte Album der Band Billy Gould, den Bassisten von Faith No More als Produzenten. Eine glückliche Fügung denkt man an die erste gemeinsame Session auf der GKS zurück. Gould wird herzlich darüber gelacht haben. Harmful lösten sich nach dem neunten Longplayer „Sick And Tired Of Being Sick And Tired“ auf.

Bis dahin hatte Aren Emirze sein leises, akustisches Projekt Emirsian längst etabliert. Nach dem Tod des geliebten Vaters fand er im Nachlass eine Musikkassette mit Liedern von ihm, was ihn veranlasste tiefer in die armenische Kultur einzutauchen. Auf Platten wie „Yelg“ und „Accidentally In Between“ trafen Merseyside und Westcoast auf den Kaukasus, auf „Papak“ vertonte er armenische Poesie. „Lezoon“ heißt die neue CD. „Im Titelsong geht es um die Wertschätzung der Sprache, dass man sie sprechen, pflegen muss, dass sie nicht in Vergessenheit gerät“, erläutert Emirze. „Ich bin nicht groß geworden in einer armenischen Community, aber trotzdem habe ich diese Liebe und Verantwortung in mir, diese Sprache weiter zu geben, zum Beispiel an meine Tochter.“ Zum ersten Mal gibt es auf der von Oli Rüger im Tonstudio Bieber in Offenbach produzierten CD neben englischen und armenischen zudem auch deutsche Texte, einer stammt von Konstantin Wecker. Einen ganz besonderen Gastsänger konnte Emirze zudem für „Lezoon“ gewinnen. Serj Tankian von der Kultband System Of A Down aus Kalifornien singt die ergreifende Ballade „Verchin Toure“.

Tochter wird mit auf der Bühne stehen

Am 12. September ab 17 Uhr nimmt Aren Emirze die Möglichkeit eines Auftritts auf der „Brotfabrik Sommerwiese“ vor der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Unterliederbach wahr, um die neue Platte und seinen gelungenen Versuch, Kulturen zu verschmelzen feierlich zu präsentieren. „Mit Emirsian möchte ich seit jeher Konflikte lösen, Menschen mit meiner Musik sensibilisieren und vereinen, egal welcher religiöser, nationaler, kultureller und ethnischer Herkunft sie angehören“, macht der Sänger und Gitarrist seinen Anspruch einmal mehr deutlich. Ein ereignisreiches, emotionales Event verspricht er für diesen Tag mit hochkarätiger Band und Duettpartnern wie Ex-Blackmail-Sänger Aydo Abay (Köln/Türkei), mit dem Ende des Jahre ein Album unter dem Namen Musa Dagh herausbringen wird, und Chima (Frankfurt/Nigeria) mit dem er bereits eine gemeinsame EP veröffentlicht hat.

Auch die Familie ist mit auf der Bühne. Die 13-jährige Tochter Veron singt mit „Wolken“ ein Lied über die Trennung ihrer Eltern. Auch Arens Bruder, der Schauspieler Saro Emirze ist mit einem Charles Aznavour-Tribut vertreten. In „The Survivor“, dem neuen Film von Barry Levinson („Rain Man“), der im September auf Toronto International Film Festival Weltpremiere hat, spielt er etwa neben Danny DeVito. Die griechische Bouzouki zum Konzert steuert Chris Aidonopoulos bei. So schließen sich die Kreise.

Emirsian spielen am Sonntag, 12. September, ab 17 Uhr. Tickets gibt es Online. (Von Detlef Kinsler)

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