Kontrollen zeigen Wirkung

Obertshausener Stadtverwaltung beobachtet weniger Parkverstöße

Angela Koller (
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Angela Koller (

Ein Lerneffekt ist bereits zu sehen. Während vor rund drei Monaten die Parkscheibe hinter der Windschutzscheibe ein seltener Anblick war, sind es nun nur noch wenige Ausnahmen. Seit April ziehen Angela Koller und Cornelia Lohe ihre Runden durch den Ort, um Parksünder ausfindig zu machen – auf Minijob-Basis.

Obertshausen – „Der Wunsch kam aus der Politik“, erläutert Bürgermeister Manuel Friedrich, der die beiden Damen auf einen Rundgang begleitet hat. Freitags und samstags beginnen sie ihre Tour am Rathaus in der Beethovenstraße. Schon nach wenigen Schritten eröffnen sich den Ordnungshütern die ersten Chancen vor dem Rewe-Markt. Schilder weisen darauf hin, dass eine Parkscheibe ausgelegt sein muss. „Das wird natürlich gerne mal vergessen“, meint Koller. Allzu sehr fallen die vermeintlichen Schussel in der Beethovenstraße nicht ins Gewicht, einige Straßenecken weiter in der Waldstraße sorgten ungebetene Dauerparker für Frust. „Solche Stellen sind uns genannt worden und nun reagieren wir“, erläutert Friedrich. Zwar sei es schon deutlich besser geworden, doch stehen auch diesmal zwei Fahrzeuge ohne Parkscheibe dort. Koller zückt das Arbeitshandy, dokumentiert das Vergehen zunächst fotografisch und tippt anschließend Notizen ein. „Die Zeiten von Zetteln, Stift und Kreidestrich sind vorbei“, informiert Cornelia Lohe. Die digitalen Knöllchen können direkt an die zuständige Stelle übermittelt werden, sodass sie anschließend in Briefform dem Halter ins Haus flattern können. Vor der Datenübertragung setzen sich die Damen allerdings noch einmal vor die gesammelten Werke und schauen alles noch einmal durch, denn „Zahlendreher können immer mal vorkommen“.

„Es geht immer um die Sicherheit aller“

Ebenfalls passiert es, dass Lohe und Koller über einen Fall diskutieren. „Es geht ja nicht darum, unbedingt etwas durchzusetzen – es geht immer um die Sicherheit aller“, betont Koller. Ein Smart in der Ludwigstraße ist ein solcher Fall, in dem die Damen etwas länger überlegen. Er steht nicht in Fahrtrichtung, aber lässt auf dem Bürgersteig genug Platz. Weil keine Gefahr von dem kompakten Fahrzeug ausgeht, setzen die beiden ihren Weg fort. „Wir haben einen Ermessensspielraum, den wir auch nutzen“, erläutert Lohe.

Am Ende der Straße stoßen sie dagegen auf einen ganz eindeutigen Fall. „Entgegen der Fahrtrichtung, zu nah am Zebrastreifen, auf der Grenzmarkierung und im Halteverbot“, zählt Koller auf, während Lohe notiert. In solchen Fällen wird der Fahrzeughalter lediglich für das teuerste Vergehen – in diesem Fall das Halteverbot – zur Kasse gebeten, die einzelnen Posten summieren sich also nicht. Zwar kommt der Fahrzeughalter zunächst empört zu seinem Auto, zeigt sich jedoch schnell einsichtig. So pflegeleicht ist allerdings nicht jeder, doch „man ist den rauen Ton gewöhnt“.

Begegnungen sind überwiegend positiv

Neben der Verkehrsüberwachung sind die Frauen auch im freiwilligen Polizeidienst tätig. Dadurch wissen sie, sich aus brenzligen Situationen zu ziehen. Die bisherigen Begegnungen seien jedoch überwiegend positiv gewesen. Für die Bürger sind Lohe und Koller, die dann ihren Dienst beginnen, wenn das Ordnungsamt Feierabend hat, auch Ansprechpartner.

Manfred Distler, ein Anwohner der Geleitstraße, eilt der Streife sogar hinterher, um seinen Dank auszusprechen. „Es ist gut, dass sich etwas tut“, findet seine Frau Gisela. „Wir haben noch einmal einen anderen Kontakt zu den Menschen und leiten Anfragen an die richtige Stelle weiter“, sagt Koller. In der Straße „Im Niederfeld“ wurde auf diese Weise ein neues Straßenschild installiert; die Hausnummern 11 a bis d waren nicht mehr ausgewiesen. Lohe betont: „Das ist dann problematisch, wenn der Rettungswagen die Hausnummer nicht findet.“

„Es sollen noch drei weitere Zweierteams auf Streife gehen“, informiert Bürgermeister Friedrich. Der Testlauf habe schon einmal gut funktioniert und trage Früchte. (Lisa Schmedemann)

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