„Tätern keine Gelegenheit bieten“

Zahl der Straftaten in Obertshausen weiter gesunken

Erster Polizeihauptkommissar Harry Keckeis leitet die Polizeistation Heusenstamm, die auch für Obertshausen zuständig ist.
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Erster Polizeihauptkommissar Harry Keckeis leitet die Polizeistation Heusenstamm, die auch für Obertshausen zuständig ist.

Obertshausen ist im vergangenen Jahr ein wenig sicherer geworden. Das zeigt die aktuelle Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Südosthessen.

Obertshausen – So zählte das Team des Ersten Polizeihauptkommissars Harry Keckeis, Leiter der Polizeistation Heusenstamm, die auch für Obertshausen zuständig ist, im vergangenen Jahr insgesamt 1007 Fälle – knapp 100 weniger als 2018. Rund 57 Prozent davon konnten die Kriminalbeamten aufklären, ein leichter Rückgang um rund drei Prozent. Dies dürfte jedoch auch daran liegen, dass der Polizei im Jahr zuvor eine Bande von Fahrraddieben ins Netz gegangen war, die für eine ganze Reihe von Fällen verantwortlich war.

Besonders erfreulich sei für ihn und seine Kollegen ein Rückgang bei Diebstählen an und aus Fahrzeugen, erläutert Keckeis. Dabei seien wiederholt kleine Serien zu beobachten, die ihren Schwerpunkt im benachbarten Mühlheimer Ortsteil Lämmerspiel haben und auch Obertshausen und Heusenstamm betreffen. So auch aktuell wieder, berichtet er.

Auch weniger Fahrräder wurden 2019 in Obertshausen entwendet. Die um rund elf Prozent auf insgesamt 74 Fälle gesunkene Zahl hänge wie in der benachbarten Schlossstadt nicht zuletzt mit der Verbesserung der Kameraüberwachung am S-Bahnhof zusammen, ist der Dienststellenleiter überzeugt. Diese schrecke nicht nur manch potenziellen Täter ab, die besseren Bilder führen zudem auch dazu, dass die Diebe leichter identifizier und dadurch gefasst werden könnten. Dies gelang 2019 allerdings nur in vier Fällen.

Erfreulich sei auch der – wenn auch leichte – Rückgang beim Vandalismus. Denn gerade solche Delikte, bei denen es sich in der Regel um spontane Sekundentaten handelt, deren Aufklärung für die Polizei meist nur mit Glück und Zeugen aufzuklären sind, werden von der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen. Zum einen, da die Schäden im öffentlichen Raum für viele sichtbar sind. „Und dann kostet die Reparatur auch immer Steuergeld“, erinnert der Polizeichef.

Kopfzerbrechen machen den Beamten derzeit noch die drei missglückten Tankstellenüberfälle aus dem vergangenen Jahr. Die bislang unbekannten Täter hatten es im Jahresverlauf sowohl bei der Esso-Tankstelle im Stadtteil Obertshausen als auch den beiden Aral-Betrieben in Hausen und an der B 448 probiert, waren jedoch in keinem der drei Fälle erfolgreich. „Wir gehen bei den Tätern daher von einem örtlichen Bezug aus“, erläutert Keckeis. Für Hinweise von Zeugen sind die Beamten weiterhin dankbar.

Minimal gesunken ist 2019 auch die Zahl der Wohnungseinbrüche. Doch nicht oft genug können Keckeis und seine Kollegen derweil an die Bürger appellieren, es den Tätern nicht zu einfach zu machen. Zwar hat sich das Bewusstsein für den Einbruchschutz sich in den vergangene Jahren vor allem rund um die „dunkle Jahreszeit“ verbessert und viele Eigenheimbesitzer haben Fenster und Türen nachgerüstet. Dieser Schutz helfe jedoch dann wenig, wenn in den warmen Sommermonaten geöffnete und gekippte Fenster die Täter sprichwörtlich einladen, erläutert der Kriminalbeamte und warnt: „Manche Täter sind so dreist, dass sie sich auch nicht daran stören, dass die Bewohner zu Hause sind und im Nebenraum schlafen.“ Daher empfiehlt Keckeis, auch in warmen Sommernächten lieber abends stoßzulüften und leicht erreichbare Fenster nachts geschlossen zu halten oder besonders zu sichern.

Positiv bewertet Heusenstamms Polizeichef die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit der Stadt Obertshausen und deren Ordnungsamt. Richtig reagiert habe die Verwaltung auch im jüngsten Fall. Wie berichtet, hatte ein Unbekannter den Schaukasten des Ausländerbeirates am Rathaus Schubertstraße mit fremdenfeindlichen Parolen überklebt. „Es ist gut, dass die Verwaltung in diesem Fall öffentlich reagiert hat“, findet Keckeis. Auch in diesem Fall hoffen die Beamten auf Hinweise aus der Bevölkerung zum Täter. (Thomas Holzamer)

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