Anreize zum Radeln

Beim Fahrradklima-Test des ADFC im vorderen Mittelfeld

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Eng geht es meist dann zu, wenn sich Autos und Fahrradfahrer – wie hier entlang der Heusenstammer Straße im Stadtteil Obertshausen – eine Fahrspur teilen.

Obertshausen - In regelmäßigen Abständen befragt der ADFC Radfahrer aus Deutschen Städten, wie sie die Fahrradfreundlichkeit in ihrer Kommune einschätzen. Nun liegen die Ergebnisse der jüngsten Befragung im vergangenen Jahr vor. Von Thomas Holzamer 

Fahrradwege, Abstellmöglichkeiten für Drahtesel und Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern – im Zweijahres-Rhythmus befragt der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) in seinem Fahrradklima-Test bundesweit hunderttausende Bundesbürger nach der Fahrradfreundlichkeit ihrer Heimatstadt – so auch die Obertshäuser. 58 von ihnen standen dem ADFC bei seiner Studie im vergangenen Jahr Rede und Antwort und bewerteten die Fahrradfreundlichkeit der Stadt im Schulnotensystem mit 3,4. Damit landet Obertshausen im Vergleich von 364 Städten mit weniger als 50.000 Einwohnern auf Platz 89. Hessenweit liegt die Stadt damit auf Platz 13 von 49.

Damit hat sich in der Gesamtbewertung seit der letzten Befragung im Jahr 2014 kaum etwas verändert. Positiv bewertet wurden unter anderem die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums und die Beschilderung für Radfahrer. Auch bei der Möglichkeit, das Fahrrad im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen, liegt die „Kleinstadt mit Herz“ mit einer Bewertung von 2,9 deutlich über dem bundesweiten Schnitt von 3,9. Zufriedener als im Bundesdurchschnitt zeigten sich die Obertshausener Radler auch mit dem Zustand (3,3 gegenüber 3,8) und der Pflege (3,6 gegenüber 3,9) der Radwege im Stadtgebiet. So diese denn frei sind – denn bei der Frage, wie streng die Stadt überwache, dass Autos nicht auf Radwegen parken, vergaben mehr als die Hälfte aller Befragten die Noten 5 und 6. Auch die Führung um Baustellen beurteilten 44 Prozent als mangelhaft.

Auffällig ist jedoch die Tatsache, dass sich die Teilnehmer bei der Bewertung im Vergleich zu anderen Städten teils uneinig waren. So sind beispielsweise 40 Prozent der Befragten der Ansicht, in der Stadt wurde in jüngster Zeit wenig bis gar nichts für den Radverkehr getan (Note 5 oder 6), während gleichzeitig rund ein Drittel der Stadt bescheinigt, viel oder sehr viel für Drahtesel getan zu haben.

Wie das Fahrrad einen Antrieb bekommt

Und auch Bürgermeister Roger Winter sieht die Entwicklung in der jüngeren Vergangenheit durchaus positiv. Natürlich sei die Verkehrssituation für Fahrradfahrer entlang von Hauptstraßen und im Umfeld von Baustellen in Obertshausen ebenso wie in anderen Kommunen nicht immer einfach zu lösen. Seit der Einführung des runden Tisches Nahmobilität, an dem neben Vertretern aus den Fraktionen des Stadtparlaments unter anderem auch Karl-Heinz Picard, Leiter der Radsportabteilung der TGS Hausen, und der verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Rodgau und auch für die Förderung des Radverkehrs in Obertshausen aktive Stefan Janke beteiligt sind, habe sich bereits einiges getan, um künftig noch mehr Bürger dafür zu begeistern, gerade für kürzere Wege öfters das Fahrrad zu nehmen, sagt der Rathauschef.

So wurden auf Anraten des runden Tisches unlängst neue Anlehnbügel zum Abstellen und sicheren Anschließen von Fahrrädern an der Schönbornstraße aufgestellt. Weitere sollen demnächst folgen. Darüber hinaus nimmt die Stadt Obertshausen in diesem Jahr erstmals an der bundesweiten Aktion Stadtradeln teil, die vom 2. bei 22. September stattfindet und neben einem Beitrag zum Klimaschutz auch Lust aufs Fahrradfahren machen soll. Mitmachen können alle Radelfans, die in Obertshausen wohnen und arbeiten. Weitere Informationen zur Aktion gibt’s unter stadtradeln.de/obertshausen.

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