Landesehrenbrief für Horst Ludwar

41 Jahre an der Spitze aktiv

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Ehrenbrief für Horst Ludwar (Mitte) mit Bürgermeister Bernd Roth, Birgid Ludwar, Landrat Oliver Qilling und Ersten Stadtrat Hubert Gerhards (von links).

Obertshausen - „Es wäre Adolph Kolping eine Freude zu sehen, mit welcher Zuverlässigkeit und Stetigkeit sich Horst Ludwar für die Kolpingfamilie und die Pfarrgemeinde Hausen engagiert. Von Michael Prochnow 

Mit diesem Lob auf den Vorsitzenden eröffnete Vorstandskollege Gerhard Sattler am Samstagabend im Pfarrer-Schwahn-Haus die Feier zum Gedenken an den Namensgeber der Kolpinger – und zur Auszeichnung Ludwars mit dem Landesehrenbrief. „Der Landesehrenbrief ist Ausdruck des Dankes für langjähriges Engagement“, verdeutlichte Landrat Oliver Quilling. 23 Millionen Menschen im Land seien ehrenamtlich tätig, 120.000 im Kreis Offenbach, also fast jeder Dritte. Ohne sie könne die Gesellschaft nicht funktionieren. Die Auszeichnung möge auch andere animieren, aktiv zu werden. „Wir können viel, wenn wir nur nachhaltig wollen“, zitierte der Landrat Adolph Kolping.

Die Kolpingfamilie Hausen feiert nächstes Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Dann wird Horst Ludwar 42 Jahre Erster Vorsitzender sein. Zuvor hatte er schon zwei Jahre die Gemeinschaft in Sprendlingen geführt. Er habe entscheidend die Entwicklung der Hausener Gruppe gestaltet und geformt, beschäftige sich „maßgeblich und nachhaltig“ mit der Programmgestaltung, dem sozialen Engagement in Hilfsprojekten und Bildungsveranstaltungen, zählte Quilling auf.

Seit 1978 war Ludwar federführend daran beteiligt, mit der Kolpingfamilie Magdeburg-Hopfengarten in Verbindung zu treten. Es folgten viele Besuche mit persönlichen Kontakten. Durch Sachzuwendungen wurden die dortige Gemeinschaft und Einzelpersonen unterstützt. Seit mehr als 20 Jahren begleitet der Geehrte das Sozialprojekt „Portugal“ des Diözesanverbandes Mainz. Dort steht die Verbesserung der Infrastruktur und die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen im Fokus. Horst Ludwar begleitete Lkw-Transporte und war mehrmals in Südeuropa, um die Hilfsaktion persönlich zu unterstützen. Zudem regte er die Patenschaften an und übernahm selbst Verantwortung für einige Kinder. Die Motivation durch die Unterstützung aus Deutschland führe bei den jungen Portugiesen zu Lernerfolgen in der Schule sowie besserer Vorbereitung auf Leben, Beruf und Arbeit.

Eine weitere Aktivität Ludwars innerhalb der Kolpingfamilie ist die Organisation von Kleidersammlungen zugunsten von Projekten in Afrika. Er packt bei vielen Aufgaben der Kirchengemeinde mit an und organisiere Bildungsveranstaltungen. Seit einigen Jahren gehört er dem Sozialausschuss des Pfarrgemeinderats an, besucht Ostern und Weihnachten Kranke und Senioren. Horst Ludwar stelle einen Großteil seiner Freizeit ehrenamtlich, uneigennützig und tatkräftig zur Verfügung. Sein Engagement gelte nicht nur seiner unmittelbaren Umgebung, sondern gehe weit über nationale Grenzen hinaus, fasste Quilling zusammen. „Es nützt die größte Lokomotive nichts, wenn die Waggons hintendran keine Räder haben“, reagierte Ludwar auf die hohe Ehre. „Ich mache es gern“, betonte er, möchte aber auch seine Helfer gewürdigt wissen.

Ludwar wurde 1942 in Kalisz im heutigen Polen geboren, wuchs in der ehemaligen DDR auf. Der gelernte Kfz-Schlosser arbeitete zuletzt im Kundendienst eines Zahnrad-Herstellers. Er ist mit der langjährigen Pfarrsekretärin Birgid Ludwar verheiratet, hat eine Tochter mit Schwiegersohn und zwei Enkelkindern. Er trägt bereits die Verdienstmedaillen der Stadt in Silber und in Gold.

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