Kultur

Loriot unter freiem Himmel: Atelier-Theater-Obertshausen plant neue Aufführung in diesem Jahr

Sketche und Monologe von Loriot: Das Atelier-Theater-Obertshausen übt für die Aufführung im September.
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Sketche und Monologe von Loriot: Das Atelier-Theater-Obertshausen übt für die Aufführung im September.

Ohne Kunst und Kultur wird es still“ lautete ein bekannter Slogan einer Kampagne zur Unterstützung von Kulturtreibenden während der Pandemie, der für viel Aufmerksamkeit sorgte. Das sieht auch Heinz-Jürgen Grab vom Atelier-Theater-Obertshausen so, der mit seiner Gruppe nun die Planungen für eine Aufführung in diesem Jahr vorangetrieben hat.

Obertshausen – Der 75-Jährige, der mit seiner Familie die Theatergruppe im Jahr 2007 ins Leben gerufen hat, wollte bereits im vergangenen Jahr das Stück „Schau nicht unters Rosenbeet“ spielen. Wegen der Pandemie erhielt man jedoch keine Freigabe für den Saal, in dem für gewöhnlich die Stücke auf die Bühne gebracht werden. „Das war unter diesen Auflagen nicht möglich“, erinnert sich Grab, der mit seiner Gruppe normalerweise im März zu proben beginnt und im September ein Stück aufführt.

Da sich die Coronasituation nach und nach etwas entspannte, keimte der Wunsch bei den Theaterfreunden in diesem Jahr, doch etwas auf die Bühne zu bringen. „Mir kam dann die Idee einer Freiluftaufführung“, sagt Grab und erklärt, dass dort das Infektionsrisiko deutlich geringer sei.

Freiluftvorstellung auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde

Den Gedanken, im Beethovenpark zu spielen, verwarfen die Kulturschaffenden schnell und traten mit der evangelischen Kirchengemeinde in Kontakt. „Sowohl Pfarrerin Kachunga als auch der Kirchenvorstand haben uns nicht nur die Nutzung des Außengeländes gestattet, sondern auch die Nutzung der Räumlichkeiten des Gemeindehauses“, zeigt sich der Theaterfreund begeistert. „Die Gemeinde war wirklich sehr kooperativ.“

Zwar habe man die Aufführungsrechte bis 2022 für das ursprünglich geplante Stück verlängern können, aber trotzdem sah man von einer Aufführung ab. „Teilweise befinden sich bis zu sieben Menschen gleichzeitig auf der Bühne“, begründet Grab diese Entscheidung. Da von vielen Mitgliedern der Gruppe das letzte Jahr als sehr trist wahrgenommen wurde, kam der Wunsch auf, die Gäste zum Lachen zu bringen.

Zwölf Sketche und zwei Monologe von Loriot werden präsentiert

Nach mehreren Überlegungen entschied man sich dafür, Werke von Loriot zu präsentieren. Ein weiterer Vorteil: Dabei befinden sich immer relativ wenig Personen auf der Bühne. „Ich habe dann Kontakt mit Frau von Bülow aufgenommen und um die Aufführungsrechte gebeten.“ Diese bekam Grab auch unter gewissen Voraussetzungen gewährt.

Insgesamt entschied sich das Atelier-Theater-Obertshausen für zwölf Sketche sowie zwei Monologe. Darunter befinden sich auch Klassiker wie „Das Frühstücksei“ oder „Der Lottogewinner“. „Wir haben versucht, Stücke zu nehmen, bei denen wenig Leute auf der Bühne sind“, schildert Grab.

Aufführung im September

Trotz der Aufführung im September müssen die Zuschauer jedoch keine Angst haben, nass zu werden, versichert Grab. „Wir planen eine Überdachung, damit die Zuschauer geschützt sind.“ Zudem plane man eine Bestuhlung, um so den Abstand besser einhalten zu können.

Die Aufführungen sind angedacht für Freitag, 17. September, und Samstag, 18. September, jeweils um 19 Uhr. Eine weitere Vorstellung soll am Sonntag, 19. September, um 15.30 Uhr folgen. „Ob es bei der Aufführung am Sonntag den traditionellen Kaffee und Kuchen gibt, kann man noch nicht sagen – man muss schauen, welche Hygienevorschriften bis dahin aktuell sind“, sagt der Theaterfreund abschließend. (Von Jan Max Gepperth)

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