Mädchentag der Kinder- und Jugendförderung

Zumba auf dem „Girl-Planeten“

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Auch die Kreativität kam bei der Jubiläumsausgabe des „Girl Planet“ nicht zu kurz. Neben eigenen T-Shirt-Motiven gestalteten die Mädchen auch bunte Bilderrahmen für selbstgemachte Fotos.

Obertshausen - Zu seinem 20. Geburtstag sind 130 Mädchen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren auf dem „Girl Planet“ in der Mehrzweckhalle der Eichendorffschule gelandet. Von Micheal Prochnow 

Zum kleinen Jubiläum hatte die Kinder- und Jugendförderung das Angebot an Aktivitäten ausgeweitet sowie Frauen und Männer der ersten Stunde zu einem Rückblick eingeladen.
Genüsslich schiebt Lea eines der leichten, dünnen Brotplättchen mit dem selbst angemachten Quark zwischen die Zähne. Auch der Elfjährigen schmeckt der Gemüse-Kräuter-Dip von Renate Schnell. „Da ist alles drin“, argumentiert die Ernährungsberaterin, „außer die üblichen Geschmacksverstärker“. Der Aufstrich sei obendrein günstig und rasch zubereitet. „Es muss nicht immer Burger, Pommes, Döner oder Bratwurst sein“, unterrichtete sie am Samstag aufmerksame Schüler. Die machten es der Ökotrophologin nicht schwer, ihren Stoff an die Frau zu bringen. „Viele Mädchen sind auf mich zugekommen und haben nach Kalorien und Fett gefragt, nach Diät und Abnehmen“, und kaum eine besucht schon die siebte Klasse.

Zumba kombinierte Trainer Gernot Stemper mit Mannschaftsspielen zu einer bewegungsreichen Mischung.

Expertin Schnell stellte ihren Stand unter ein großes „E“ wie Eiweiß. Ein Gramm pro Kilo Körpergewicht sollte man zu sich nehmen, animierte sie ihr Publikum, beim nächsten Einkauf mit den Eltern einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen. Die empfohlenen Rezepte musste die Fachfrau immer wieder kopieren, viele der Mädchen fotografierten sie mit dem Handy ab.

Ein Blick auf die Inhalte des Girl Planet ließ gleich mehrere frische Ideen entdecken. An einem Tisch trug eine Mitarbeiterin der heimischen Agentur Farbenfroh abwaschbare Glitzer-Tätowierungen auf Unterarme auf. Bei Discjockey Ariane Kalla, die am Abend Hits zum Tanzen auflegte, entstanden am Nachmittag emaillierte Anhänger: Auf das Metall in Quader- oder Schmetterlingsform streuten die jungen Künstlerinnen Pulver, das im Ofen aufgebrannt wurde.

Gegenüber entstanden aus Servietten, Kleister und Glitzer auf Gläsern Windlichter. Dort arbeitete auch Johanna Fritz aus dem Heusenstammer Jugendzentrum mit, die sieben Schülerinnen aus der Nachbarstadt mitgebracht hatte. Für Fotos verkleideten sich die Mädchen mit Prinzessinnen- und Feen-Gewändern, mit Hüten, Zylinder, Feuerwehr-Helmen und Perücken. Um die ausgedruckten Fotos gestalteten sie bunte Bilderrahmen – alles mit großer Hingabe und Kreativität.

Mädchen besuchen Feuerwehr zum Girls' Day

Im Foyer stimmten andere Teilnehmerinnen Tanzbewegungen per Sensor mit den Figuren auf dem Bildschirm ab, im Freien fanden Sportskanonen Spaß am Fußball. Selbst an eher typischen Jungen-Hobbys, wie etwa ferngesteuerte Modellautos lenken, fanden die jungen Fahrerinnen Freude. Die Strecke auf dem Fahrrad-Parcours im Hof der Joseph-von-Eichendorff-Schule forderte und es galt, Brücken und Tore aus Holzscheiten zu durchfahren und Slalomstrecken zu bewältigen.

Flotte Melodien und fröhliches Gelächter drang aus dem vorderen Teil der Turnhalle. Dort kombinierte der Erzieher und anerkannte Zumba-Lehrer Gernot Stemper die südamerikanischen Schritte mit Mannschaftsspielen – eine bewegungsreiche Gaudi.

Die Idee eines Mädchentags hatten die heutigen Grünen-Politikerinnen Renate Schumacher, Mechthild Koch und Cornelia Wicht-Gerhardt damals von einem Workshop für Frauenbeauftragte im Kreishaus ins Rathaus mitgebracht.

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