Von Knochenbruch bis Schlaganfall

Malteser bilden Nachwuchs für Sanitätsdienst an Hermann-Hesse-Schule aus

Zur bestandenen Prüfung gab es für die neuen Helfer des Schul-Sanitätsdienstes an der Hermann-Hesse-Schule auch einen Erste-Hilfe-Rucksack für ihre Arbeit.
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Zur bestandenen Prüfung gab es für die neuen Helfer des Schul-Sanitätsdienstes an der Hermann-Hesse-Schule auch einen Erste-Hilfe-Rucksack für ihre Arbeit.

„Ich möchte Menschen helfen.“ Dieser Satz ist sicherlich nicht oft zu vernehmen. Von einem Jugendlichen erwartet man ihn wohl noch weniger. An der Hermann-Hesse-Schule (HHS) ist das anders. Fast ein Dutzend Teenager hat sich dort dem Schul-Sanitätsdienst angeschlossen.

Obertshausen –Auslöser für Interesse und Motivation am Helfen ist der Malteser Hilfsdienst (MHD), dessen Ausbilder die engagierten Schüler begleiten. Rainer Faust, Dienststellenleiter und Kreisbeauftragter des MHD, und Silvia Severson unterrichteten die Siebt- bis Zehntklässler seit dem vergangenen Dezember. Themen in den bisher 45 Stunden waren der Patient und der Eigenschutz der Sanitäter, medizinische Kenntnisse zu Herz, Kreislauf und Atmung, Abdomen, Traumata und Neurologie. Die Ausbilder klärten den Nachwuchs auch über den Sanitätsdienst und die Grundlagen seiner Gemeinschaft auf.

Durch die Schulschließung aufgrund der Corona-Pandemie, das Ende des Schuljahrs und den Weggang der ältesten Teilnehmer des Kurses konnten jedoch nur vier Mädchen und Jungen die Abschlussprüfung mit einem theoretischen und einem praktischen Teil absolvieren.

Dabei mussten sie Unterzuckerung, hohen Blutdruck, einen Knochenbruch, einen Schlaganfall und eine Verrenkung diagnostizieren. Alle Kandidaten bestanden und konnten jetzt einen Erste-Hilfe-Rucksack für ihren Dienst in Empfang nehmen. Schulsanitäter sind nun Mourice Hums aus der 8aH, Simon Beitz (10bR) sowie Laura Zang und Andreas Reinhard (10dR). Die HHS schloss zudem einen Kooperationsvertrag mit den Maltesern, die das Team vor Ort mit Material ausstatten.

Auch der Förderverein der Schule unterstützt das Projekt. Jan Oppitz, Lehrer im Vorbereitungsdienst, begleitet die aktiven jungen Leute. Sie halfen bereits Mitschülern bei Übelkeit oder Schürfwunden und solchen, die wegen Kreislaufproblemen umgekippt waren, berichten Andreas und Simon.

„Vorher ist das nicht so gut gelaufen“, erinnert sich der Zehntklässler, der die Freude am Dienst am Menschen in einen Job wandeln möchte: „Ich werde eine Lehre machen und dann zur Berufsfeuerwehr gehen“, ist sich Andreas sicher. Laura weiß zwar noch nicht, was sie beruflich machen will, aber auf jeden Fall „anderen helfen“. Mitstreiter Mourice gehört neben den Maltesern auch dem Roten Kreuz und der Jugendfeuerwehr an.

Momentan sind die Sanitäter noch in einem Raum in den Pavillons untergebracht. Sie sollen jedoch ein Zimmer mit Liege, Desinfektionsspender und Wasserversorgung im Verwaltungstrakt bekommen. Faust ist es wichtig, viele Schüler aus der Umgebung ihres Standorts zu erreichen, die das Angebot des MHD wahrnehmen können. Für ihren nächsten Lehrgang zum Schulsanitäter haben die Leiter bereits elf Anmeldungen. In Offenbach werden sie eine AG an der Marianne-Frostig-Schule aufbauen. (Von Michael Prochnow)

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