Neue Regelung für Zuschüsse

Mehr Geld für die Vereine

Obertshausen - Neue Richtlinien für die Vereinsförderung haben Obertshausens Stadtverordnete in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen. Die entsprechende Satzung wurde zuletzt vor 17 Jahren verändert. Von Thomas Holzamer 

Ob Sport, Kultur oder Naturschutz – was wäre eine Stadt wie Obertshausen ohne ihr reges Vereinsleben. Um das Engagement der vielen ehrenamtlichen Aktiven und aller Vereinsmitglieder auch finanziell zu unterstützen, zahlt die Stadt Obertshausen all jene Gruppen, denen das Stadtparlament die Förderungswürdigkeit bescheinigt hat, jährlich Zuschüsse. Die dafür Notwendigen Anforderungen und die Höhe der Fördergelder regelt ein Papier mit dem schlanken Titel „Richtlinien für die Gewährung von jährlichen Zuschüssen an Kultur- und Bildungsvereine, an Turn- und Sportvereine, an Freizeit- und Hobbyvereine sowie an Jugendgruppen“. Dieses wurde nun erstmals seit 17 Jahren überarbeitet.

„Die Arbeit der Vereine für das Gemeinwohl der Stadt ist unbezahlbar“, sagt Bürgermeister Roger Winter. Nach beinahe 20 Jahren habe man die Richtlinien zur Vereinsförderung nun novelliert und wolle damit auch die Arbeit der Vereine für die Bürger wertschätzen. Die Haushaltsbilanz sehe gut aus, und das sei auch gut für die Vereine, heißt es aus dem Rathaus. So stünden mit den neuen Richtlinien in den kommenden Jahren etwa 20 000 Euro jährlich mehr zur Verfügung.

Mit der Anpassung der Förderrichtlinien steigt der Sockelbeitrag, also jene Summe, die jeder als förderungswürdig eingestufte Verein pro Jahr erhält, von vormals einheitlichen 256 Euro auf mindestens 300 Euro für Fördervereine und 500 Euro für alle weiteren Vereine an.

Weiter in de Fokus gerückt ist bei der Neufassung der Richtlinien vor allem der Aspekt der Jugendarbeit. Während sich nach der alten Fassung der Sockelbeitrag prozentual zur Zahl der aktiven Mitglieder erhöhte, gibt es ab sofort höhere Zuschüsse für Vereinsmitglieder bis 25 Jahre, und nicht wie zuvor nur bis zum Alter von 18 Jahren. Für aktive Mitglieder bis zu dieser Altersgrenze erhalten die Vereine nun sechs Euro, für aktive Mitglieder ab 26 Jahren vier Euro. Ebenfalls steigt mit der neuen Richtlinie die Zuschusshöhe für Jugendgruppen um fünf Euro pro Jugendlichen.

Als „richtig und wichtig“, bezeichnete Winter die Novellierung der Vereinsförderung in seiner Rede vor dem Parlament. „Der Beitrag, den unsere Vereine leisten, ist unbezahlbar.“ So könne man diese Arbeit ein bisschen honorieren.

Ein Aspekt für die Gewährung von Zuschüssen ist die Auswirkung der Vereinsarbeit auf das Gemeinwohl der Stadt. Dies bedeutet, dass wie bisher auch nur ortsansässige Vereine gefördert werden. Neu ist jedoch, dass nur Mitglieder mit Wohnsitz in Obertshausen für die Förderung berücksichtigt werden. „Wir haben lange diskutiert, um neue Impulse zu setzen und jedem Verein möglichst gerecht zu werden“, sagt Fachbereichsleiter Jürgen Hofmann.

Mit berücksichtigt werden im Regelwerk auch Zuwendungen für Übungsleiter und Dirigenten, sowie für Vereine mit eigener Anlage, etwa in Bezug auf Forderungen nach der Straßenbeitragssatzung. Zudem ist auch die Unterstützung von Vereinen und Gruppen bei besonderen Anlässen wie Jubiläums-Veranstaltungen geregelt.

Vereinfacht wurden auch die bürokratischen Hürden. So gibt es künftige keine festgesetzte Frist für die Beantragung der Zuschüsse. Die Förderanträge können zwischen dem 1. Januar und dem 30. November eines Jahres eingereicht werden. Datengrundlage ist jeweils der aktuelle Stand zum 31. Dezember des Vorjahres. Auch auf die bisherigen Nachweise in Papierform, wie Trainerlisten und anderer Dokumente verzichtet die Verwaltung künftig. Sie müssen nur im Falle einer stichprobenartigen Überprüfung vorgelegt werden. Diese Regelungen treten erstmals bei den Zuschüssen für das laufende Jahr in Kraft.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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