Mehr Schutz für Radfahrer und Fußgänger

Siebenmal Kritik

+

Obertshausen - Obertshausens Grüne fordern mehr Schutz für Radfahrer und Fußgänger und stellen gleich sieben Prüfanträge an die Stadtverordnetenversammlung. Von Lena Marie Jörger 

„Fußgänger, Radfahrer und mobilitätseingeschränkte Menschen sind Menschen zweiter Klasse in diesem Ort“, ruft Christel Wenzel-Saggel von der Fraktion Bündnis ‘90/Die Grünen. Die Stadtverordnete begründet in der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschusses am Montag, mehrere Prüfanträge, die ihre Fraktion an die Stadtverordnetenversammlung stellt.

Insgesamt sind es sieben. Sie haben eines gemeinsam: Würden sie umgesetzt, würde das die Situation für Fahrradfahrer, Fußgänger und Menschen mit Handicap deutlich verbessern, meint die Fraktion. Sie fordert in den Anträgen den Magistrat unter anderem dazu auf zu prüfen, ob der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) verbessert werden könne. Mehr als 6000 Menschen in Obertshausen wohnen nach Angaben der Grünen über 400 Meter von Bushaltestellen entfernt. „Das ist laut Verkehrsentwicklungsplan ein erhebliches Defizit“, begründet Wenzel-Saggel den Antrag.

Außerdem fordert die Fraktion die Prüfung einer Umgestaltung der Bahnhofstraße/ Heusenstammer Straße zwischen Im Hasenwinkel und dem Rembrücker Weg. Die Gehwege seien dort sehr schmal und Radfahren sehr gefährlich. Der Vorschlag der Grünen: Parkflächen reduzieren und Schutzstreifen für Radfahrer aufmalen. Von der Mehrheit der übrigen Ausschussmitglieder gibt’s Kritik an den Anträgen der Grünen. „Wenn sich einfach alle Verkehrsteilnehmer an die Straßenverkehrsordnung halten würden, bräuchten wir solche Anträge nicht“, fasst Jürgen Weber von der CDU zusammen.

Bußgeld-Katalog: Das kosten Radl-Sünden

Bußgeld-Katalog: Das kosten Radl-Sünden

Ebenfalls ein großer Kritikpunkt: die Kosten. Allein die Umgestaltung der Bahnhofstraße/ Heusenstammer Straße würde etwa eine Million Euro Baukosten und etwa 80.000 Euro Planungskosten verursachen, teilt Cornelia Holler vom Bauamt mit. Alle Anträge zusammen würden etwa 180.000 Euro Planungskosten verursachen – Geld, das die Stadt im Haushalt für 2014 nicht mehr und in dem für 2015 noch nicht hat und kaum haben wird.

Einzig die SPD hat, wie Fraktionsmitglied Helmut Hiepe sagt, „keine Einwände gegen die Prüfung. Deswegen muss man ja noch keinen Planungsauftrag vergeben.“ Am Ende sprach der Ausschuss für keinen der sieben Prüfanträge eine Beschlussempfehlung aus. Nächsten Donnerstag, 13. November, befasst sich dann die Stadtverordnetenversammlung damit. Die öffentliche Sitzung im Großen Saal im Rathaus Schubertstraße beginnt um 19 Uhr. Alle interessierten Bürger sind eingeladen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare