Ferienspaß für Kleine und Große

Obertshausen: Minigolfanlage am Bürgerhaus hat wieder geöffnet

Die Zehnjährige Mia hilft ihren Großeltern und desinfiziert nach jedem Spiel Schläger und Bälle.
+
Die Zehnjährige Mia hilft ihren Großeltern und desinfiziert nach jedem Spiel Schläger und Bälle.

Ferien in Obertshausen – aber die Minigolf-Anlage hat nicht offen? Kaum denkbar. Jetzt dürfen am Bürgerhaus wieder die Schläger geschwungen werden. Das freut Jung und Alt.

Obertshausen – Die Zwei gefällt Mia am besten. Der Looping ist schon eine besondere Herausforderung, aber sie hat ihn bereits mehrfach mit einem einzigen Schlag bewältigt. Die Zehnjährige genießt einen entscheidenden Vorteil: Ihre Oma ist die Pächterin des Minigolfplatzes. Und sie darf oft ganze Nachmittage auf der Anlage zwischen Bürgerhaus und St. Piuskirche verbringen.

Seit 21 Jahren führt Andrea Gottwald mit ihren Mann Jürgen die Einrichtung, die einst international zu den ersten Adressen zählte. Dank des Ehepaares gehört sie heute zu den beliebtesten Treffpunkten in der Stadt. Corona vermochte diesen Status nur kurzfristig zu beeinträchtigen. Mit Verspätung und dem geforderten Hygiene-Konzept ist das sportliche und gesellige Angebot jetzt in diese Saison gestartet.

Für Mia bedeutet die Corona-Zeit, dass sie weniger trainiert, die kleinen Bälle mit möglichst wenig Schlägen in die Versenkung zu befördern. Jetzt nimmt sie nach der letzten Bahn die Spielgeräte entgegen, besprüht sie mit Desinfektionsmittel und wischt sie kräftig ab. Am Eingang erhält zudem jede Gruppe eigene Blöckchen und Kulis, um die Ergebnisse der Spieler an den Stationen festhalten zu können.

„Neben dem Looping auf Bahn zwei ist das Labyrinth auf der 13 neu“, präsentiert das Pächter-Paar die Veränderungen an den 18 Bahnen. Sehr beliebt sei auch der „Vulkan“, bei dem der Ball in den Krater fallen soll. Vor jeder Saison streicht Jürgen Gottwald alle Bahnen, der Bauhof übernimmt weitere Ausbesserungen und den Grünschnitt. „Für eine Grundsanierung laufen Kostenvoranschläge“, informiert er. Die Anlage aus den 1960er-Jahren wurde zuletzt vor rund 30 Jahren renoviert, „als der Verein noch Turniere gespielt hat“.

Im vergangenen Jahr konnte Andrea Gottwald noch Schulklassen empfangen, die ihren Abschluss in dem Park gefeiert haben: „Dieses Jahr ist alles anders. Die Saison ist verkürzt, sonst öffnen wir schon an Karfreitag.“ Dafür haben die Gottwalds „erstmals den eigenen Garten daheim genossen“.

Vor dem Start galt es, ein Hygienekonzept zu entwickeln und vom Sport- und Kulturamt der Stadt genehmigen zu lassen. Dafür hatten sich die Pächter auch im Internet über die Lösungen anderer Minigolf-Betreiber informiert, berichtet die Leiterin. Jetzt muss jeder Besucher am Eingang Namen und Kontaktdaten notieren und wird auf die Abstandsregeln hingewiesen. „2019 haben wir unser kleines Jubiläum mit einer Hüpfburg, mit Bier und Wurst zu Preisen von 1999 gefeiert“, blickt sie zurück. Zu ihren Stammgästen zählen der Opa mit dem Enkel ebenso wie ganze Familien, junge Erwachsene, Pärchen, die sich spontan für den Wettbewerb entscheiden. Und die Frauenrunde: „Die Verliererin zahlt eine Runde Sekt.“

Der wird, neben anderen Getränken und Knabbereien, im kleinen Biergarten inmitten von viel Grün vor dem Kiosk ausgeschenkt – nur aus geschlossenen Flaschen. Die Auswahl ist zudem geschrumpft, auch das sei ein Kompromiss mit Corona, betont die Pächterin. „Kindergeburtstage gestalten wir noch nicht, aber Gesellschaften bis zehn Personen“, fügt sie an.

Geöffnet ist bei trockenem Wetter werktags von 15 bis 20 Uhr, Mittwoch ist Ruhetag. Samstags geht’s um 14 Uhr los, an Sonntagen um 13 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt zwei Euro für Erwachsene und einen für Kinder. (Von Michael Prochnow)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare