Takte nicht nur für Mäuse

Bei der Musikschule sind vor allem Angebote für den Nachwuchs gefragt

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Beliebt bei Abc-Schützen: Bei den regelmäßigen Besuchen der Musikschule können Obertshausens Grundschüler verschiedene Instrumente ausprobieren.

Sie steht gut da, die Musikschule Obertshausen. So ließe sich der erste Jahresbericht des pädagogischen Leiters Dietmar Schrod seit der Rekommunalisierung wohl zusammenfassen.

Obertshausen – Denn seit Januar 2018 ist Obertshausens musikalisches Aushängeschild gemeinsam mit der Volkshochschule unter dem städtischen Dach zu Hause, dem Fachbereich Sport, Kultur und Bildung angegliedert.

Die Integration habe gut geklappt, berichtet der Musikschulleiter, stellvertretend für sein Team. Zu dem zählen neben 22 Honorarkräften für den musikalischen Unterricht sieben Hauptamtliche, jeder spezialisiert auf eine der Instrumentengruppen, welche die Fachbereiche der Musikschule bilden. Zu deren Angebot gehören die vier klassischen Instrumentengruppen, Blech- und Holzbläser sowie Streich- und Tasteninstrumente, dazu gibt es auch Gesangsunterricht.

Wobei, so erläutert Schrod, die Nachfrage nach dem klassischen Instrumental- und Vokalunterricht seit vielen Jahren rückläufig sei. „Das merken wir zum einen bei den Schülerzahlen wie auch bei der Tendenz zu reduzierter Unterrichtsdauer“, erläutert er. Statt den klassischen 45 Minuten tendierten immer mehr Schüler zu 30 Minuten Unterricht je Woche. Auch die Bereitschaft, neben dem Einzelunterricht noch in Ensembles oder Orchestern mitzuspielen, sowie gar an Musikwettbewerben teilzunehmen sinke. „Viele haben bei einer Fülle von Hobbys einfach nicht genug Zeit dafür“. Der Trend gehe derzeit eher zu zeitlich begrenzten Angeboten wie Workshops. Dabei spielen die Schüler für einige Proben gemeinsam und üben etwa auf ein einzelnes Konzert hin.

„Eine starke Nachfrage merken wir auch bei den Angeboten der Grundstufe, die so gut ausgebucht sind, dass wir teilweise Wartelisten einrichten müssen“, stellt Schrod fest. Dazu zählen „Musik für Babys“ als erste musikalische Angebote für Kinder bis zum Alter von zwei Jahren, die „Musik für Mäuse“ für Zwei- bis Vierjährige als Vorbereitung auf die musikalische Früherziehung für Kinder von vier bis sechs Jahren.

Stolz ist man in Obertshausen vor allem auf die enge Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten und Grundschulen der Stadt. Beim „Instrumentenkarussell können sich beispielsweise die Abc-Schützen im Verlauf des Schuljahres im Wechsel an verschiedenen Instrumenten ausprobieren und so feststellen, welches das richtige für sie ist. Gelernt werden kann außerdem in AGs, klassisch im Einzelunterricht, oder in Bläserklassen. Daneben gibt es in Sonnentau-, Wald- und Eichendorff-Schule jeweils einen Schulchor beziehungsweise Chorklassen.

Insgesamt haben im vergangenen Jahr rund 1500 Kinder und Erwachsene die Angebote der Musikschule genutzt. Anmeldungen fürs kommende Schuljahr werden bereits angenommen. Ab diesem müssen die Schüler dann auch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Denn auch an der städtischen Musikschule gehen gestiegene Lohnkosten im Öffentlichen Dienst nicht spurlos vorbei. Daher hatte die Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung eine Anpassung der Gebührensatzung für die Musikschule und damit die Erhöhung der Unterrichtsentgelte um rund drei Prozent beschlossen. So kosten etwa die monatliche Umlage bei 45 Minuten Einzelunterricht künftig 89,50 Euro, bei 30 Minuten 60 Euro.

Doch nicht immer wird in der Musikschule selbst musiziert: Ein gefragtes Angebot ist auch der Besucherkreis, der in jedem Schuljahr Aufführungen beliebter Opern, Operetten und Konzerte besucht. So steht in der kommenden Spielzeit neben Wagners Lohengrin und „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbachs unter anderem auch ein Konzert der tschechischen Philharmonie mit der Solistin Sol Gabetta auf dem Programm. Im Paket sind neben den Tickets für insgesamt sechs Konzerte im kommenden Schuljahr auch die Hin- und Rückfahrt im Bus sowie Einführungen vor jeder Vorstellung mit CD-Beispielen enthalten.

VON THOMAS HOLZAMER

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