Parksündern auf der Spur

Gegen Falschparker: Ordnungsamt schickt jetzt 450-Euro-Kräfte auf Streife

Das Parken auf Bürgersteigen ist nur eines der Ärgernisse, über die sich Bürger in Obertshausen regelmäßig beschweren. Bei einem Rundgang hatten Mitglieder des VdK im vergangenen Jahr gezeigt, wo es für Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen oft eng wird.
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Das Parken auf Bürgersteigen ist nur eines der Ärgernisse, über die sich Bürger in Obertshausen regelmäßig beschweren. Bei einem Rundgang hatten Mitglieder des VdK im vergangenen Jahr gezeigt, wo es für Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen oft eng wird.

Parken in Obertshausen ist ein Problem. Die Stadt schickt deshalb die ersten 450-Euro-Kräfte auf Streife. Sie sollen gegen Falschparker vorgehen.

Obertshausen – Ob an den Schulen im Hasenwinkel, rund um den S-Bahnhof oder in den engen Nebenstraßen der Wohngebiete – der Parkdruck an vielen Stellen in Obertshausen ist hoch und steigt mit der stetig voranschreitenden Nachverdichtung im Stadtgebiet noch weiter. Viele stellen ihr Fahrzeug einfach dort ab, wo es eigentlich nicht erlaubt ist, blockieren Bürgersteige, Einfahrten oder gar Rettungswege. Und so hagelt es regelmäßig Beschwerden seitens der Anwohner, das städtische Ordnungsamt müsse mehr für die Parkraumüberwachung tun und für die Einhaltung des Tempolimits sorgen. Vor allem nachts und an den Wochenenden, wenn die Mitarbeiter des Ordnungsamts nicht im Dienst sind, hielten sich viele nicht an die Regeln der Straßenverkehrsordnung, so der Eindruck in der Vergangenheit.

Falschparker in Obertshausen: Zwei neue Mitarbeiterinnen für Ordnungspolizei

Manch einer hat die Kleinstadt mit Herz in Bezug auf die Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit und das Parkverhalten von Einwohnern und Pendlern schon mit dem Wilden Westen verglichen. Doch damit soll künftig Schluss sein: Seit Kurzem gibt es zwei neue „Sheriffs“ in der Stadt. Nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung hat die Stadt zur Verstärkung der Ordnungspolizei zwei neue Mitarbeiterinnen auf 450-Euro-Basis eingestellt, bis zu sechs weitere könnten bis Ende kommenden Jahres folgen.

Das neue Team, das auch zu den Randzeiten im Stadtgebiet von Obertshausen unterwegs ist, soll seine Kollegen entlasten. Denen, so hatte die Verwaltung in der Vergangenheit mehrfach berichtet, fehlt es im Arbeitsalltag oft an Kapazitäten, um gegen Parksünder vorzugehen. Seit April ist das neue Duo bereits regelmäßig im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um Falschparker im Blick zu behalten, und hat schon einige Strafzettel verteilt. „Wer erwischt wird, ist selbstverständlich nicht erfreut, dennoch sind die Reaktionen aus der Bürgerschaft überwiegend positiv“, berichtet Cornelia Knoke, Leiterin des Fachbereichs Bürger, Ordnung und Verkehr.

Parken in Obertshausen: Zu Fuß auf Streife gegen Falschparker

Die beiden Mitarbeiterinnen, die für die Parkraumüberwachung zuständig sind, gehen regelmäßig zu Fuß auf Streife. Im Einsatz seien sie vorwiegend freitags und samstags, also außerhalb der Zeiten ihrer festangestellten Kollegen, heißt es aus dem Fachbereich. Sie schauen zum Beispiel, wo Parkscheiben abgelaufen sind, wo Fahrzeuge im Halteverbot stehen, den Verkehr gefährden oder auch zu nah an Kreuzungen oder Fußgängerüberwegen abgestellt sind. Angebliche Vorgaben für die Ordnungsbeamten aus dem Rathaus, wie sie regelmäßig in Gerüchten die Runde machten, gebe es übrigens nicht, betont Erster Stadtrat Michael Möser. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ihre Ausbildung und richten sich in ihren Entscheidungen einzig und allein nach den geltenden Regeln der Straßenverkehrsordnung.“ Diese lasse den Mitarbeitern in Einzelfällen einen gewissen Ermessensspielraum. „Und wer richtig parkt, der hat auch nichts zu befürchten“, ergänzt Bürgermeister Manuel Friedrich.

Denn wie erwartet, stößt die von vielen lang ersehnte Ahndung der Verstöße freilich nicht bei allen Bürgern in Obertshausen uneingeschränkt auf Zustimmung. „Schon nach der ersten Streife hatten wir drei Beschwerden“, verrät Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Möser. Da entbehrt es freilich nicht einer gewissen Ironie, dass jene drei Einsprüche ausgerechnet von „ertappten“ Anwohnern just aus dem Gebiet stammen, aus dem es zuvor die meisten Klagen über Wildparker hagelte.

An dieser Stelle hofft man im Rathaus auch auf die Mitarbeit der Anwohner. „Es wird dabei ganz deutlich, dass sich der Parkdruck erheblich verringern würde, wenn Bürgerinnen und Bürger die Stellplätze auf ihrem eigenen Grundstück nutzen würden“, appelliert Ordnungsamts-Chefin Cornelia Knoke an die Vernunft der Anwohner. (Von Thomas Holzamer)

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