Stadt prüft Hartplatz-Klage

Parlamentarier wollen zudem Biotope in Klimaschutzkonzept einbinden

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Stadt prüft Hartplatz-Klage  (Symbolbild)

Und täglich grüßt der Tennenplatz – so auch bei der jüngsten Versammlung von Obertshausens Stadtverordneten.

Obertshausen – Die stimmten nun einstimmig dafür, beim Hessischen Städte- und Gemeindebund die Erfolgsaussichten einer Klage wegen der festgestellten Mängel prüfen zu lassen. Damit, so die Hoffnung, soll verhindert werden, dass die Stadt auf weiteren Kosten sitzen bleibt. Die würden nach ersten Schätzungen rund 65000 Euro betragen und wären notwendig, um den eigentlich sanierten und trotzdem mangelhaften Platz doch noch bespielbar zu machen (wir berichteten). Schuld an der mangelhaften Wasserdurchlässigkeit des Platzbelags ist ein Problem mit der sogenannten dynamischen Schicht, die unter dem Deckbelag liegt. Deren obere drei bis vier Zentimeter sind zu stark verdichtet und damit nicht mehr durchlässig für versickerndes Regenwasser.

Es sei seiner Fraktion unverständlich, dass das mit der Prüfung beauftragte Labor noch vor der Sanierung bescheinigt habe, dass jene Schicht in Ordnung sei, um nun in einem neuerlichen Gutachten, das die Stadt beauftragt hatte, zu dem Schluss zu kommen, diese sei mangelhaft, erläutert FDP-Fraktionsmitglied Axel Kuhn. Auch, dass deren mangelhafter Zustand dem beauftragten und auf Sportanlagen spezialisierten Bauunternehmen nicht aufgefallen sei, werfe Fragen auf.

Diese wollen die Parlamentarier geklärt haben. Seine Fraktion werde daher einen Akteneinsichtsausschuss beantragen, kündigt Rudolf Schulz für die Bürger für Obertshausen (BfO) an. „Wir werden uns noch eine ganze Weile mit dem Thema beschäftigen müssen“, ist sich auch Sabrina Grab-Achard (CDU) sicher. Langfristig stelle sich zudem die Frage, ob man Alternativen für den Hartplatz erwägen solle.

Keine Alternativen will die Mehrheit der Parlamentarier derweil beim geplanten Kauf des „Enforcement Trailer“ genannten mobilen Blitzer-Anhängers in Betracht ziehen. Für dessen Anschaffung sind im aktuellen Doppelhaushalt bereits 170 000 Euro eingeplant. Die Standorte im Stadtgebiet, an denen der „Superblitzer“ künftig eingesetzt werden kann, wurden von der Stadtverwaltung bereits bestimmt und sollen zeitnah von höherer Stelle genehmigt werden. Technisch überdimensioniert, zu teuer und doch nicht überall einsetzbar, so die Argumente der FDP-Fraktion, die die Anschaffung auch aufgrund der angespannten Haushaltslage bis auf Weiteres zurückstellen wollte.

Einstimmig beschlossen ist derweil eine Änderung der städtischen Stellplatzsatzung. Damit schließt die Stadt die in Paragraf 52 der Hessischen Bauordnung genannte Möglichkeit aus, die Bauherren die Möglichkeit bietet, bis zu einem Viertel der geforderten Pkw- durch Fahrradabstellplätze zu ersetzen.

Auch der Vorstoß der Koalition aus CDU und SPD, den kürzlich vorgestellten Biotopverbundplan bei der Erstellung des städtischen Klimaschutzkonzepts in dieses zu integrieren, ist beschlossene Sache. Ebenso wie der Wunsch, Kosten und Machbarkeit einer zusätzlichen Fahrradampel an der Kreuzung Schönborn-, Bahnhof- und Leipziger Straße in Richtung Omega-Tunnel zu ermitteln und dabei auch die jüngst im Verkehrsausschuss vorgestellte Expertenmeinung zu berücksichtigen. Auch den „Runden Tisch Nahmobilität“ soll der Magistrat in die Überlegungen miteinbeziehen. Dagegen stimmte nur die FDP, die stattdessen, wie vom Verkehrsexperten vorgeschlagen, die bestehende Ampel lediglich mit einem vorgelagerten Aufstellbereich für Fahrräder ausstatten wollte. Der Änderungsantrag wurde jedoch abgelehnt.

VON THOMAS HOLZAMER

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