„Nachhaltigkeit betrifft uns alle“

Projektwoche zum Thema Umwelt an der Joseph-von-Eichendorff-Schule 

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Kleine Dose, große Augen: Mit Essig und Backpulver lassen sich „Raketen“ bauen. Das freigesetzte Kohlenstoffdioxid befördert den Behälter einige Meter hoch in die Luft.

Lebensmittelverschwendung, Plastikvermeidung und E-Scooter sind in der Politik heiß diskutiert – und in der Jospeh-von-Eichendorff-Schule nicht nur für die Kinder zum Greifen nahe.

Obertshausen – In der Projektwoche haben sich die Schüler auf verschiedene Weise mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt.

Mehr als 15 Projekte sind dabei zustande gekommen, deren Ergebnisse am abschließenden Präsentationstag in Form von Ketchup oder Samenbomben erworben werden können. Letztere gehören zum Bienen-Projekt, das von der Lehrerin Patricia Ostmann geleitet worden ist. „Bienen sind wichtig für uns Menschen“, sagt Viertklässlerin Svenja. Sie steht vor einer Reihe bunter Tüten, die im Laufe der Woche von den Kindern bemalt und befüllt worden sind. „Aus Ton, Kaffeesatz und Samen haben wir Kugeln gemacht“, erläutert die Zehnjährige weiter. Einfach einpflanzen und gießen, dann entstehe daraus eine bienenfreundliche Blumenwiese. „Wir müssen den Bienen helfen“, sagt die zehnjährige Vivien bestimmt und bietet den Besuchern eine Tüte an.

Eine Reihe spannender Experimente gibt es bei der Gruppe „Klimawandel“ zu bestaunen. Zwei mit Wasser gefüllte Kisten symbolisieren Nord- und Südpol. Auf Letzterem haben zwei Spielzeugfiguren, die auf Pflastersteinen stehen, bereits nasse Füße bekommen. „In beiden Kisten war Eis drin, das geschmolzen ist“, sagt der Viertklässler Matvey. Eine Markierung zeigt den Wasserpegel vor dem Tauen an. „Beim Nordpol ist nichts passiert, weil unter dem Eis keine Landmassen liegen“, erläutert Projektleiterin Marleen Peschke. Die überschwemmten Steine in der zweiten Kiste sind also ein Warnsignal für den voranschreitenden Klimawandel. Wie „mächtig“ Kohlendioxid sein kann, demonstriert Matvey mit einer selbst gebauten Rakete. Hierzu füllt er Essig und Backpulver in eine Filmdose und schüttelt sie. Nach einigen Sekunden fliegt sie durch die Luft und sorgt für staunende Blicke bei den jungen Zuschauern. Die erwachsenen Besucher können derweil eine Spritztour auf einem E-Scooter der Maingau Energie GmbH machen.

Die Projektwoche der Eichendorffschule findet alle vier Jahre statt. Am Präsentationstag sorgt der Elternbeirat mit Kuchen und der Förderverein mit Getränken für die Stärkung zwischen den Stationen. „Viele Eltern haben uns schon unter der Woche unterstützt, dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Rektorin Alexandra Hahn. „Und Nachhaltigkeit betrifft uns alle“, fährt sie fort. Ihr sei es wichtig, dass die Grundschüler schon früh mit dem Thema vertraut gemacht werden, damit es sich festigt. „Viele Schüler waren wirklich erschrocken darüber, wie viel Müll im Alltag entsteht“, berichtet sie weiter. Das habe sie zum Nachdenken angeregt.

Neben dem bewussten Umgang mit der Umwelt haben sich die Kinder auch mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt. Auf einem Tisch stehen verschiedene Lebensmittel und in einer Tüte davor veranschaulichen Zuckerwürfel den teils enormen Anteil des süßen Inhaltsstoffes. Der Trockenmauer hinter dem Schulgebäude haben fleißige Gärtner neues Leben eingehaucht. In verschiedenen Grüntönen sprießen dort nun Schnittlauch, Basilikum und Co. Neben Wissenswertem auf Plakaten präsentiert die Gruppe ihre Ergebnisse in Form von selbst gebackenen Kräuterschnecken. Stefanie Graf-Rudolf vom Förderverein begrüßt die Begrünung. Sie selbst hatte sich für die Errichtung im Jahr 2004 eingesetzt. „Schön, dass die Mauer wieder so genutzt wird“, findet sie. Das passe wiederum gut zum Zertifikat „Gesunde Schule“.

VON LISA SCHMEDEMANN

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