Rathaus-Neubau

„Wir favorisieren die Schubertstraße“: Evangelische Kirchengemeinde äußert sich zur Standortfrage

Neben der Waldkirche könnte der Neubau des Rathauses entstehen.
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Neben der Waldkirche könnte der Neubau des Rathauses entstehen.

Wo entsteht das neue Rathaus? Mit dieser Frage beschäftigt sich nicht nur die Verwaltung der Stadt Obertshausen, sondern auch die Stadtverordnetenversammlung und die evangelische Kirchengemeinde. Letztere könnte direkt von dem Ergebnis der Standortentscheidung betroffen sein.

Obertshausen – Bereits Ende April stellte das Büro Drees & Sommer die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur vergleichenden Standortuntersuchung für den Neubau eines Rathauses vor. Das Planungsbüro ermittelte als Favorit einen Bauplatz östlich der Waldkirche. Als zweite Option wurde hier die Schubertstraße angeführt. Der Platz östlich der Waldkirche sei vor allem aufgrund seines Potenzials für die Schaffung einer verbindenden Mitte zwischen den Stadtteilen ein spannender Faktor (wir berichteten).

Michael Zlamal, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde an der Waldkirche, gibt ehrlich zu: „Wir favorisieren die Schubertstraße.“ Aber auch, wenn die Entscheidung für die Waldkirche falle, so würde man keineswegs dagegen protestieren, stellt er klar. „Das wichtigste ist, dass die gute Zusammenarbeit mit der Stadt erhalten bleibt.“

Zwar hätte es Vorteile, wenn das Rathaus direkt nebenan sei, aber trotzdem sei man von diesem Vorschlag nicht begeistert. „Die Verkehrssituation ist hier der Knackpunkt“, sagt Zlamal. „Ohne massive Umbauten wird das nicht funktionieren“, verweist er auf die Straßenführung.

Grundstückstausch ist im Gespräch

Doch auch abgesehen von der direkten Betroffenheit von den Bauarbeiten hat die Kirchengemeinde ein persönliches Interesse an einer zeitnahen Entscheidung, wie der Pfarrer verrät. „Wir könnten uns ein Grundstückstausch zur Errichtung einer Kita in unmittelbarer Nähe zur Waldkirche vorstellen.“

Hintergrund ist, dass eine neue Kita unter der Trägerschaft des Dekanats Dreieich-Rodgau entstehen solle. Die Kirchengemeinde habe dann eine christlich orientierte Pädagogik beigetragen.

Eines der möglichen Grundstücke für diese Kita wäre ein Grundstück westlich der Waldkirche. „Daher liegt diese Überlegung auf Eis und wir warten ab, wie über den Rathausstandort entschieden wird“, informiert Zlamal.

Magistrat strebt eine zeitnahe Entscheidung an

Ob die Entscheidung bereits in der heutigen Stadtverordnetenversammlung getroffen wird, ist noch unklar. Die Standortanalyse war bereits im Bau- sowie im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss behandelt und ohne Beschluss an das Parlament gesandt worden. „Der Magistrat hatte sich für einen Neubau an der Schubertstraße stark gemacht“, erklärt Bürgermeister Manuel Friedrich.

Bei einem Teil den Ausschussmitgliedern stieß dies aber nicht auf Begeisterungsstürme. Vor allem die Möglichkeit, dass man bei einer anderen Gewichtung der Bewertungskriterien zu einem anderen Schluss kommen könnte, sorgte für Gesprächsbedarf. So wurde beispielsweise die Erreichbarkeit des Standorts Schubertstraße mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Frage gestellt.

Studie sollte transparent sein

„Wir werden es nie hinbekommen, die Bewertungskriterien für alle deckungsgleich anzugehen“, erklärte Michael Möser, Erster Stadtrat. Es sei bei der Studie wichtiger gewesen, dass transparent gearbeitet worden sei. „Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, welche Kriterien für ihn wichtig sind“, meint Möser.

Heute Abend (2. Juni 2021) steht die Standortentscheidung erneut auf der Tagesordnung. Der Magistrat hofft auf eine zeitnahe Entscheidung. „Es wäre wichtig, wenn die Entscheidung bis zur Sommerpause gefallen wäre“, sagt Friedrich abschließend. (Von Jan Max Gepperth)

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