Schwarz-grün ist Option

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Zum neuen Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Obertshausener Stadtparlament wurde am Mittwochabend Dr. Klaus-Uwe Gerhardt gewählt, der auch Sprecher des Grünen-Ortsverbands ist. Als seine Stellvertreterinnen fungieren Felicia Proschitzki (rechts) und Christel Wenzel-Saggel.

Obertshausen - Wachwechsel bei der Fraktion der Bündnisgrünen im Obertshausener Stadtparlament: Die Fraktionsmitglieder haben in ihrer Sitzung am Mittwochabend einstimmig Dr. Klaus-Uwe Gerhardt zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt, der seit 1997 auch Sprecher des Grünen Ortsverbands Obertshausen ist. Von Karl-Heinz Otterbein 

Gerhardt ist Nachfolger von Roger Winter, der am 9. März zum neuen Obertshausener Bürgermeister gewählt wurde und der deshalb nach der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments sein Stadtverordnetenmandat niedergelegt hat. In der Fraktionssitzung am Mittwochabend wurde Felicia Proschitzki als stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Amt bestätigt, zudem wurde Christel Wenzel-Saggel zu einer weiteren stellvertretenden Fraktionschefin gewählt. Um die Finanzen der Fraktion kümmert sich Cornelia Wicht-Gerhardt.

Der neue Fraktionsvorsitzende ist ein Grünes Urgestein: Der 58-jährige Diplom Handelslehrer gehört der Partei seit 1984 an, Sprecher des Obertshausener Ortsverbands ist er seit 1997. Von 1997 bis 2001 saß er für die Obertshausener Grünen im Stadtparlament, dem er seit der Kommunalwahl 2011 wieder angehört. Gerhardt ist seit dem Jahr 2000 zudem Mitglied der Grünen-Kreistagsfraktion und deren schulpolitischer Sprecher, Auch ist der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung Hessen.

Mit der Wahl zum Nachfolger Roger Winters übernimmt Gerhardt auch dessen Sitze im Aufsichtsrat der städtischen Schwimmbadgesellschaft und in der Betriebskommission der Stadtwerke Obertshausen. Winters Amt als stellvertretender Stadtverordneten-Vorsteher übernimmt Felicia Proschitzki, ins Stadtparlament rückt Oliver Bode für Roger Winter nach, der in einer Sondersitzung des Stadtparlaments am 13. Juni im Hausener Bürgerhaus als Bürgermeister vereidigt und ins Amt eingeführt wird.

Bewegung in der Parteienlandschaft

Seinen Posten als Sprecher des Ortsverbands will der frischgebackene Fraktionsvorsitzende spätestens bei der Jahreshauptversammlung des Ortsverbands im Herbst dieses Jahres abgeben. Bis dahin soll ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden werden. Die Wahl eines neuen Ortsverbandssprechers sei aber auch schon bei der Mitgliederversammlung am Dienstag, 13. Mai, möglich, so Gerhardt. „Wenn jemand Interesse an dem Posten hat, kann er oder sie sich gerne bei mir melden“.

Durch die Wahl Roger Winters zum neuen Obertshausener Bürgermeister sei Bewegung in die Parteienlandschaft der Kleinstadt mit Herz gekommen, sagte Gerhardt gestern bei einem Pressegespräch. Winters Wahl könnte auch Auswirkungen auf die Konstellationen im Stadtparlament haben, in dem seit der Kommunalwahl 2011 CDU und „Bürger für Obertshausen“ eine Kooperation bilden. „Noch am Wahlabend hat CDU-Fraktionschef Robert Huber bei mir angerufen und gefragt, wie eine künftige Zusammenarbeit zwischen CDU und Grünen aussehen könnte“, so Gerhardt. „Mit Roger Winter als Bürgermeister regieren wir Grünen jetzt ein Stück weit mit. So werden wir beim Haushalt 2015 sicher stärker eingebunden sein als bisher.“

Ob nach dem Amtsantritt Winters die Kooperation zwischen CDU und „Bürgern“ möglicherweise platzt und es zu einer Kooperation zwischen CDU und Grünen kommt, vermöge er noch nicht zu sagen, so Gerhardt. „Die CDU ist an einer verlässlichen Zusammenarbeit interessiert und Teile der Union sehen die Grünen offenbar als verlässlicher an als die Freien Wähler. Und eine Mehrheit unserer Fraktion ist einer Zusammenarbeit mit der CDU nicht abgeneigt. Wir haben ja auf Landesebene ein Vorbild. Auch im Obertshausener Stadtparlament ist schwarz-grün eine Option.“

Roger Winter ist neuer Bürgermeister

Roger Winter ist neuer Obertshausener Bürgermeister

Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen, sagte Gerhardt. Erste Sondierungsgespräche mit der CDU aber auch mit der SPD und den „Bürgern“ hätten bereits stattgefunden, ein weiteres Gespräch gemeinsam mit SPD und „Bürgern“ sein für Juni terminiert. Bei der Mitgliederversammlung am 13. Mai werde auch über die mögliche Zusammenarbeit mit der CDU diskutiert. Die Grünen strebten aber nicht um jedem Preis eine Kooperation mit der Union an, so Gerhardt. „Es gibt einige inhaltliche Forderungen, die sind für uns nicht verhandelbar.“

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