Soziales Engagement

Spende an Wohnheim für Menschen mit Behinderung übergeben

Über die Spende von Manuel Friedrich (von links) freuen sich Fördervereinsvorsitzende Stefanie Moritz-Hagen, ihr Sohn Christian und Ingrid Lochner. Foto: Holzamer
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Über die Spende von Manuel Friedrich (von links) freuen sich Fördervereinsvorsitzende Stefanie Moritz-Hagen, ihr Sohn Christian und Ingrid Lochner.

Der künftige Bürgermeister Manuel Friedrich übergibt eine Spende an den Förderverein  Wohnverbund Obertshausen. Das Geld soll Ausflüge ermöglichen.

Obertshausen – Unverständnis, unfreiwillige Isolation und drohende Vereinsamung – die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen machen es den meisten gerade nicht leicht. 

Das gilt auch und besonders für Menschen mit einer geistigen Behinderung wie Bewohner des Wohnverbunds an der Adenauerstraße, erläutert Stefanie Moritz-Hagen. Anlässlich eines Treffens mit dem künftigen Bürgermeister Manuel Friedrich berichtet die Vorsitzende des Fördervereins Wohnverbund Obertshausen von der aktuell schwierigen Situation für die Bewohner und deren Angehörige, aber auch des engagierten Mitarbeiterteams.

Bei dem Termin, der ursprünglich schon für März geplant war, übergab Friedrich den Vertreterinnen des Fördervereins eine Spende über 1300 Euro. Das Geld hatte der neue Rathauschef während seines Wahlkampfes unter anderem beim Charity-Lauf sowie den beiden Quiz-Veranstaltungen gesammelt, um die Arbeit der Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach in Obertshausen über den Förderverein zu unterstützen. „Ich freue mich, dass das Geld über den Förderverein gezielt den 36 Bewohnerinnen und Bewohnern mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen für ihre aktive Lebensgestaltung genutzt werden kann“, sagt Manuel Friedrich und dankt an dieser Stelle allen Teilnehmern der Spendenaktion.

Mit dem Geld will der Förderverein unter anderem Freizeitangebote für die Bewohner finanzieren. Diese seien derzeit wegen der strengen Corona-Beschränkungen allerdings so gut wie unmöglich, erläutert Stefanie Moritz-Hagen. Denn vor die Tür kommen die Bewohner der Einrichtung derzeit nur in Ausnahmefällen. Da auch sie zur sogenannten Risikogruppe zählen, herrschen aktuell strenge Regeln, die vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen sollen. Für Besuche der Angehörigen etwa gelten die gleichen Regeln, wie in vielen Seniorenheimen. „Nur ein Angehöriger und nur eine Stunde in der Woche, erläutert Moritz-Hagen. Das erschwere einigen Angehörigen die regelmäßigen Besuche schwer. Auch Bewohner, die regelmäßig Wochenenden bei ihren Familien verbringen, könnten dies im Moment nicht ohne weiteres, da seitens des Trägers eine 14-Tage-Regelung gelte. Sprich, wer seine Eltern besucht, muss dort zwei Wochen bleiben, bevor er wieder zurück in den Wohnverbund darf. Dies ergibt für Moritz-Hagen jedoch keinen Sinn. Schließlich könnten sich die Bewohner auch erst nach Tagen daheim kurz vor ihrer Rückkehr mit dem Virus anstecken gibt sie zu bedenken. „Auch die Arbeitsstellen spielen da aktuell gar keine Rolle“, erläutert sie. Denn auch in diesem Fall gelte die Regel. Einige Bewohner des Hauses, so auch ihr Sohn Christian, arbeiten in den Behindertenwerkstätten Hainbachtal, die inzwischen wieder geöffnet sind. So wohnt der junge Mann derzeit wieder zuhause bei seinen Eltern.

Auch Ingrid und Karl-Heinz Lochner haben ihren Sohn Mark vorübergehend wieder zu sich geholt. Der 34-Jährige ist ein sehr offener und kommunikativer Mensch, die faktische Isolation im Wohnheim eine große Belastung. „Er genießt natürlich die Zeit zuhause mit uns“, berichtet Ingrid Lochner. Zugleich denkt sie jedoch bereits an den Moment, wenn ihr Sohn wieder zurück in sein neues Zuhause muss. Denn bereits die Eingewöhnung nach seinem Umzug an die Adenauerstraße vor rund zwei Jahren hatte Mark lange belastet.

So gut wie unmöglich sind derzeit Spaziergänge außerhalb der Anlage, da viele Bewohner dabei auf eine Begleitung angewiesen sind. „In der Gruppe ist das nicht erlaubt, weil unsere Bewohner im Gegensatz zu beispielsweise Kinder-Wohngruppen in SOS-Kinderdörfern nicht als Haushaltsgemeinschaft zählen“, erläutert Ingrid Lochner. Und eine Einzelbetreuung könne selbst das tolle und engagierte Team des Wohnverbundes nicht leisten. So bleibt den Bewohnern derzeit nur der große Hof der Anlage. Für Abwechslung sorgen dabei unter anderem ein neues Go-Kart und ein Trampolin, die der Förderverein angeschafft hat.

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