Corona-Krise

Coronavirus: Wie Obertshausens Geschäfte mit der aktuellen Situation umgehen

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In Obertshausen bleiben Spielplätze und Parks geschlossen. Auch die Geschäfte müssen sich auf die neue Situation einstellen. (Symbolbild)

In Obertshausen ist der Park und Spielplätze werden des Coronavirus gesperrt. Auch ansonsten ist in der Stadt weniger los als sonst.

Obertshausen – Die Sonne scheint, auf der Straße sind kleine Gruppen Jugendlicher unterwegs. Verdutzt stehen sie vor dem Beethovenpark. Weiß-rot gestreifte Bänder reichen von Stange zu Stange. Der Beethovenpark ist gesperrt. Ebenso alle anderen Spielplätze in Obertshausen. Die Sperrung von Parks und Spielplätzen ist eine Folge des Coronavirus, der sich rasant verbreitet. Denn auch in der Kleinstadt mit Herz soll das soziale Leben, so gut es eben geht, eingeschränkt werden. Das trifft auch die Geschäfte. Ein Teil bleibt weiterhin geöffnet, da sie „systemrelevant“ sind, ein anderer Teil muss schließen oder sich umstellen.

Nur noch zu zweit oder zu dritt dürfen Kunden in Obertshausens Apotheken eintreten. Es gilt das Gebot, Abstand zu halten. Zueinander sowie zu denen hinter der Theke. Während zum Beispiel die Flora-Apotheke in Hausen auf Plexiglas-Scheiben setzt, räumten die Mitarbeiter der Beethoven-Apotheke die Warenständer vor die Theken. Dadurch soll ein Mindestabstand eingehalten werden. „Ich halte nicht viel von Scheiben vor den Theken“, sagt Inhaberin Fereschtek Bayat. Sie findet, dass dadurch die Qualität der Beratung leide. Stattdessen behelfen sie und ihre Angestellten sich eben mit den Ständern. Ebenso werden die Theken regelmäßig gereinigt.

Die Regale in den Supermärkten weisen große Lücken auf – bei fertigen Nudelsoßen, Toilettenpapier und Brot. Überall stehen Wagen mit Paletten in den Gängen, Verkäufer füllen die Ware so schnell und gut es geht ein. Immer wieder hören Kunden: „Es gibt noch genug Ware, es gibt keinen Grund zum Hamstern.“ Mehr Ruhe herrscht dagegen im Bio-Markt „Die Karotte“. Inhaberin Gudrun Schröder berichtet, dass es mehr Neukunden gebe, „die sonst nicht hierher kommen“. Mehl und Hefe gehen vor allem über die Theke, sagt Schröder. „Wir versuchen aber, die Ruhe zu bewahren“, und das färbe wohl auch auf die Stammkunden ab. Diese haben laut der Inhaberin weniger Panik. Vielleicht, weil sie aufgeklärter seien. Der Restaurant-Teil bleibt ebenfalls weiterhin geöffnet. „Wir kochen mehr mit Ingwer“, sagt Schröder, da dieser sehr gut für das Immunsystem sein soll.

Noch sitzen einige Gäste auf der Terrasse des Eiscafés Dolomiti. Besitzer Nicola Andrich ist sich aber unsicher, wie lange das noch möglich ist. Er stelle sich bereits darauf ein, sein Eiscafé völlig zu schließen. „Vielleicht bieten wir dann aber auch einen Lieferdienst an“, sagt Andrich. Mit Absperrband zusammengebunden sind dagegen Stühle und Tische bei Bäcker Bickert. „Da darf niemand mehr sitzen“, sagt Filialleiterin Sandra Bohl. Die Auslage ist noch gut bestückt. „Die Leute kaufen mehr Brot, aber wir haben noch genügend im Angebot“, berichtet Bohl.

Und sonst? Weniger los als gewohnt ist auch bei Friseur „Rothe Locke“. Im normalerweise vollen Geschäft von Inhaberin Jasmin Roth bleiben einige Stühle leer. „Die Leute kommen noch“, sagt Roth, aber viele sagen auch ab. Auf einem Schild bittet sie, dass Kunden, die eine Erkältung oder ähnliches haben, ihren Termin nicht wahrnehmen sollen. Zum Schutz aller. Auf Liefer- und Abholdienst stellt sich das Geschäft von Nicole Krüger ein. „Blumen Bratfisch“ bleibt für seine Kunden geschlossen, bestellt wird nur noch über Telefon oder Whatsapp. „Solange wir noch Ware haben, bieten wir diesen Dienst an“, sagt Krüger. Sie habe, wie viele Einzelhändler, Existenzängste und hofft, auf diesem Wege noch genügend Einnahmen zu generieren, um Miete und Gehälter bezahlen zu können. Krüger zeigt aber Verständnis für die Maßnahmen, die zurzeit getroffen werden.

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