148 000 Euro in 20 Jahren sparen dank Solar

Stadt lässt Möglichkeiten zur Energieerzeugung mit Photovoltaik prüfen

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Sinnvoll auch für städtische und private Gebäude: Eine Solaranlage hat bereits die Volksbank auf dem Dach ihres Gebäudes an der Seligenstädter Straße installiert. 

Bürgerhaus, Feuerwache oder Wohngebäude – die Stadt nennt zahlreiche Immobilien ihr eigen. Und die meisten haben eines gemeinsam: Sie sind in die Jahre gekommen, und sanierungsbedürftig.

Obertshausen – Um dabei der Energieeffizienz und dem Klimaschutz Rechnung zu tragen, hat der Magistrat das Freiburger Planungsbüro Schäffler Sinnogy beauftragt, die städtischen Gebäude auf die mögliche Installation von Solaranlagen und andere energetische Maßnahmen hin zu überprüfen.

Erste Ergebnisse hat Dr. Harald Schäffler nun vorgestellt. Dabei habe sich sein Planungsbüro zunächst auf vier Projekte im Stadtgebiet konzentriert. Ziel sei es, den Energieverbrauch zu senken, gleichzeitig klimafreundlichen Strom und Wärme direkt vor Ort zu erzeugen und dabei auch mögliche Synergieeffekte durch die Kopplung von Gebäuden zu nutzen.

Obertshausen: Stadt überprüft Möglichkeiten für Photovoltaik

Wie etwa bei den Feuerwehrhäusern an der Schiller- und Tempelhofer Straße. Beide werden derzeit mit Erdgas beheizt, sind schlecht gedämmt und beziehen ihren Strom zu 100 Prozent aus dem öffentlichen Netz. Neben einer Dämmung der obersten Geschossdecken, dem Umstieg auf LED-Beleuchtung und intelligente Heizungs-Thermostate sei die Installation einer Photovoltaikanlage (PV) auf beiden Dächern empfehlenswert. Zudem könnte der veraltete Heizkessel des Gebäudes an der Schillerstraße durch ein kleines Blockheizkraftwerkersetzt werden, berichtet Schäffler. Damit könnte an beiden Standorten rund ein Viertel der benötigten Energie eingespart werden und eine Klimaentlastung von 71 Prozent erreicht werden. Gleichzeitig spare die Stadt nach Abzug der Investitionskosten von etwa 74 000 Euro rund 148 000 Euro hochgerechnet auf 20 Jahre.

Weitere 28 000 Euro im gleiche Zeitraum ließen sich durch ein etwas größeres Blockheizkraftwerk und ein gemeinsames Wärme- und Stromnetz für beide Gebäude sparen, die so rund 80 Prozent ihres Energiebedarfs selbst erzeugen könnten.

Obertshausen: Anlagen an Kitagebäude sinnvoll

Viel sparen ließe sich nach Ansicht der Planer auch an der Rodaustraße, wo die Stadt neben der Sporthalle und der bestehenden Kindertagesstätte derzeit noch ein weiteres Kitagebäude plant. Da die beiden bestehenden vor allem betriebsbedingt tagsüber einen hohen Energieverbrauch haben, sei an dieser Stelle die Installation von PV-Anlagen besonders sinnvoll. Verbunden mit dem Umstieg auf LED-Technik und intelligente Heizungssteuerung sowie der Nachrüstung eines Wärmerückgewinnungsmoduls für die Halle und einer Luft-Wärmepumpe zur Nutzung des überschüssigen Solarstroms zum Heizen der Kita, ließen sich in 20 Jahren rund 293 000 Euro einsparen, rechnet der Experte vor. Je nach Planung des weiteren Kita-Gebäudes käme auch ein Blockheizkraftwerk samt gemeinsamer Arealnetzen für Strom und Wärme infrage.

„Nicht nur auf öffentlichen Gebäuden ist die Nutzung von PV-Anlagen sinnvoll“, erläutert Harald Schäffler. Auch an den stadteigenen Mietshäusern, wie etwa dem Seniorenheim und zwei benachbarten Mehrfamilienhäusern an der Bachstraße, lohne sich ein sogenanntes Arealkonzept. Zwar rentierten sich durch die Verschattung der Dachflächen des Seniorenwohnheims PV-Anlagen lediglich auf den beiden Mehrfamilienhäusern, zusammen mit einer gemeinsamen Heizzentrale samt Blockheizkraftwerk ließe sich jedoch im Strom- und Wärmeverbund für alle drei Häuser 63 Prozent eigenerzeugter klimafreundlicher Strom und eine Klimaentlastung von 70 Prozent erzielen. Die Nachrüstung mit Solartechnik biete sich an, da die Stadt ohnehin plane, die beiden Gebäude aufzustocken, begründet Schäffler.

Obertshausen: Solartechnik für Eigenheimbesitzer

Auch für das künftige Familienzentrum an der Vogelsbergstraße hat das Planungsteam eine PV-Anlage eingeplant. Die Umsetzung all dieser Vorschläge könnte zudem mit einem Pachtmodell nicht nur beschleunigt, sondern auch ohne hohe Investitionskosten angegangen werden. Dabei baut jeweils ein Investor die Anlage, die die Stadt dann auf 20 Jahre pachtet. „Der Vorteil dabei ist, dass man im Haushalt so direkt Kosten einsparen kann“, erläutert Experte Harald Schäffler.

Die Investition in Solartechnik empfiehlt der Experte auch Eigenheimbesitzern. „Mit einer PV-Anlage sichere ich mir auf 30 Jahre einen Fixpreis für Strom, da passiert nix mehr“.

Von Thomas Holzamer

Bürgerversammlung informiert in Obertshausen zum Thema Klimaschutz.

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