E-Mails mit Office-Dateien im Anhang

Schutz vor Attacken aus dem Netz: Stadt weist künftig E-Mails mit gewissen Anhängen

+
Zum Schutz ihres Systems nimmt die Stadt Obertshausen ab sofort keine E-Mails mehr an, die Office-Dateien als Anhänge enthalten.

Die Stadt Obertshausen will ihr System besser vor Attacken aus dem Netz schützen. Dafür weist sie künftig E-Mails mit Office-Dateien im Anhang ab.

Obertshausen – Ob Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Bildschirmpräsentationen – kaum ein Mensch, der im Beruf oder im privaten Alltag an den Office-Anwendungen von Marktführer Microsoft oder zumindest einer der zahlreichen kostenlosen Software-Alternativen im Netz vorbeikommt. Und so werden täglich auch unzählige der Dateien mit den bekannten Endungen – . doc und . docx oder . xls etwa – als Anhänge per E-Mail verschickt. Doch für die Empfänger bergen die mitgeschickten Dateien auch Risiken, nämlich immer dann, wenn Cyberkriminelle darin Schadsoftware verstecken, beispielsweise in sogenannten Makros, einer zusammengefassten Folge von Anweisungen, die mit nur einem Aufruf automatisch ausgeführt werden. Ist die entsprechende Funktion am Computer des Nutzers aktiviert, kann so beispielsweise ein Virus oder Trojaner ins System gelangen. Sobald die Anhänge geöffnet werden, installiert sich das Programm selbst und späht das infizierte System aus oder beschädigt es. .

Nachdem solche Cyber-Angriffe bereits Verwaltungen in Großstädten wie Frankfurt und Potsdam oder Einrichtungen wie die Uni Gießen getroffen haben, will sich die Stadt Obertshausen, wie viele andere Kommunen auch, künftig besser schützen.

Aus diesem Grund nehme man ab sofort keine E-Mails mit angehängten Office-Dateien mehr an, teilt Bürgermeister Roger Winter mit. Gehe eine Nachricht mit entsprechendem Anhang bei der Stadtverwaltung ein, werde diese künftig abgewiesen. Die Absender erhalten jedoch eine automatische Antwort, dass ihre Mail nicht zugestellt werden kann, informiert der Rathauschef. Weiterhin möglich sei jedoch bei der Stadt jedoch der Empfang von PDF-Dateien, sodass die Bürger ihre Dokumente zum Verschicken in dieses Dateiformat umwandeln können. Wer über kein Programm dazu verfügt, findet die passende Software im Netz.

„Zum Schutz des IT-Systems und der dort gespeicherten Daten folgt die Stadt Obertshausen nun den Empfehlungen des Bundesamtes für Informationssicherheit und weist E-Mails mit entsprechenden Dateien im Anhang ab“, erläutert Winter. Dies sei zwar kein absoluter Schutz, sondern lediglich eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme. „Auch andere Städte empfangen mittlerweile keine Office-Dateien mehr und lehnen Mails mit solchen Anhängen ab“, betont der Rathauschef.

Gleichzeitig sorge die schrittweise Digitalisierung der Verwaltung dafür, dass in Zukunft keine Mails mit Anhängen mehr nötig sein werden, wie Fachbereichsleiter Sebastian Zimmer erläutert. Dabei setze man künftig, beispielsweise bei Anträgen auf online ausfüllbare Formulare und das HTTPS-Verfahren, bei dem der Datenaustausch verschlüsselt stattfindet. Möglich ist dies beispielsweise aktuell bereits bei der Online-Beantragung eines Wahlscheines über die städtische Internetseite. Benötige Nachweise oder Unterlagen könnten zudem auch über ein Portal hochgeladen werden.

VON THOMAS HOLZAMER

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare