„Großer Verfechter der Wehr“

Stadtbrandinspektor Widczisk und Stellvertreter Hanf verabschiedet

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Das Ehrenzeichen des Feuerwehrverbandes in Silber bekam Markus Widczisk (rechts) vom stellvertretenden Kreisbrandinspektor Thomas Peters verliehen.

„Sie stehen für Zusammenhalt und Teamgeist“, würdigte Bürgermeister Roger Winter. Stadtbrandinspektor Markus Widczisk und sein Stellvertreter Frank Hanf konnten sich aufeinander verlassen.

Obertshausen – Widczisk stand 18 Jahre an der Spitze der beiden Freiwilligen Feuerwehren der Stadt, Hanf 13 Jahre. Jetzt überließ das Duo seine Posten dem Gespann Leith Aissa und Andy Glaw. Der Rathauschef begrüßte zahlreiche Kameraden und Familienmitglieder zu einer Abschiedsfeier im Bürgerhaus.

Widczisk engagiere sich schon viel länger, trat 1982 in die Obertshausener Wehr ein, wurde 1994 zum stellvertretenden und 1998 zum Wehrführer gewählt. Ab 1995 war er Stellvertreter, wurde 2001 Stadtbrandinspektor. „Er war immer zur Stelle, um Menschen zu retten, Unheil zu verhüten und Schäden zu verringern“, lobte Winter und hofft, dass er noch viele Jahre auf ihn zählen könne.

Widczisk sei auch eine „wichtige Stütze“ seiner Kameraden, erfahre Achtung in Stadt und Kreis. Der Rathauschef hob Können und Menschenkenntnis des Verabschiedeten hervor. Er habe viele schwierige Situationen gemeistert, die Ausrüstung auf neuestem Stand gebracht und die Mannschaft als „gut eingespieltes Team“ geführt. Als „großer Verfechter der Wehr“ habe er bei den Kommunalpolitikern oft große Summen eingefordert.

„Es gibt durchaus junge Menschen, die den Wunsch hegen zu helfen, oder von der Technik fasziniert sind, aber einen Anstoß benötigen, sich der Wehr anzuschließen“, sagte Winter. Viele Feuerwehrleute nennen als Motivation das gute Gefühl, gebraucht zu werden. „Das kann erfüllend sein, aber oft sind Einsätze auch sehr belastend“, etwa wenn schwer verletzte Unfallopfer gerettet werden müssen. Der Job verlange Kraft, Ruhe, technische Kenntnisse, Fitness und hohe Empathie. „Man muss Teamplayer sein und Verantwortung übernehmen“, hob Winter hervor, Kameradschaft, Einsatzwillen und Führungsstärke zeigen. „Davor habe ich großen Respekt“.

Dank galt auch Frank Hanf, der 13 Jahre stellvertretender Stadtbrandinspektor war und sein 40. Dienstjubiläum feierte. Er kam 1979 zur Feuerwehr, war von 1999 bis 2003 stellvertretender Wehrführer in Hausen. Winter und Erster Stadtrat Michael Möser überreichten ihm eine Ehrenurkunde und die Verdienstmedaille der Stadt in Bronze.

Ihre Nachfolger sind seit September im Amt. Leith Aissa erinnerte daran, dass die Vorgänger ihren Dienst nach der Gebietsreform angetreten, und „zwei Geschwister, die sich nicht leiden konnten, zu einer Patchwork-Familie zusammengebracht“ hatten. Damals hatten beide Wehren verschiedene Ausrüstungen und Farben. „Heute gibt es nur noch gemeinsame Einsätze, die Jugendfeuerwehr fährt zusammen ins Zeltlager, die Alters- und Ehrenabteilung miteinander auf Ausflüge.

Frank Hanf (Mitte) erhielt vom Ersten Stadtrat Michael Möser (links) und Bürgermeister Roger Winter eine Ehrenurkunde.

„Du hast uns beiden eine Chance gegeben, zu führen“, dankte Aissa. „Aber du bist nicht weg, bleibst als Fachmann da.“ Die 2011 gegründete Kinderfeuerwehr sei die „wichtigste Nachwuchsabteilung, Widczisk stattete die „nachhaltige Gruppe“ mithilfe von Sponsoren mit einem Kinderlöschfahrzeug aus.

Auch der stellvertretende Kreisbrandinspektor Thomas Peters zollte den Kameraden Anerkennung, verlieh Widczisk für besondere Verdienste das Ehrenzeichen des Feuerwehrverbandes in Silber. Rodgaus Stadtbrandinspektor Andreas Winter sprach für die „Wilde 13“, die 13 Kollegen im Kreis, „Menschen, die es gewohnt sind, Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen. Seit dem Tankwagen-Unfall auf der Umgehungsstraße verbinde ihn mit Widczisk eine „wunderbare Freundschaft“.

Markus Widczisk dankte seinerseits Frank Hanf, der die Geschäfte während seiner langen Krankheit geführt habe. „Haltet die Augen offen, achtet auf euren Nebenmann“, riet er in Anbetracht des Unfalls bei einem Einsatz auf der A3. Bei dem waren beide Männer betroffen und sind es bis heute, wies Widczisk auf einen Grund für den Abschied im Doppelpack hin. Er selbst bleibt Fachdienstleiter, widmet sich jetzt mehr der Familie und seinem Hobby, ferngesteuerten Autos.

VON MICHAEL PROCHNOW

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