Grüne wollen Geschwindigkeitsbegrenzung

Obertshausen: Tempo 30 für mehr Sicherheit

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Vor einigen Wochen hatten sich die Fraktionsmitglieder mit Anwohnern der Heusenstammer Straße über die Situation ausgetauscht. 

Die Grünen wollen in Obertshausen Tempo 30 Zonen einführen. Vor allem am Ortsausgang in Richtung Heusenstamm. 

Obertshausen – Genervte Anwohner, waghalsige Überholmanöver und Autofahrer, die vor allem zu nächtlicher Stunde die innerstädtische Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern ignorieren. Die Probleme sind an vielen Straßen in Obertshausen nichts Neues. 

Und nichts Neues – zumindest in Bezug auf die Forderung – ist auch jener Antrag, den Obertshausens Grüne für die Stadtverordnetenversammlung kommende Woche gestellt haben. Darin fordert die Fraktion ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern für das Teilstück der Heusenstammer Straße zwischen Rembrücker Weg und dem Ortsausgang in Richtung Heusenstamm.

Obertshausen: Tempo 30 in Richtung Heusenstamm

Das hatten die Stadtverordneten zwar im Februar 2013 bereits beschlossen, die Umsetzung war seinerzeit jedoch nicht möglich. Begründet habe das die Stadt in einem Bericht mit dem Umstand, dass es sich bei dem Teilstück um keinen Unfallschwerpunkt handele, erläutert Grünen-Fraktionschef Klaus-Uwe Gerhardt.

„Inzwischen haben sich die rechtlichen Bedingungen für die Einrichtung von Tempo-30-Zonen jedoch geändert“, sagt Gerhardt. Deren Ausweisung ist mit Beschluss der Verkehrsministerkonferenz seit 2016 leichter, etwa wenn sich im nahen Umfeld soziale Einrichtungen befinden. Dazu zählen beispielsweise Kindergärten oder Pflegeheime. Eine besondere Gefahrenlage oder gar ein Unfallschwerpunkt müsste in einem solchen Fall nicht bestehen, erläutert er. Folglich lasse sich ein solches Tempolimit an dieser Stelle nun rechtskonform anstreben, ist sich die Fraktion sicher.

Obertshausen: Immer wieder waghalsige Überholmanöver

Gründe für den neuerlichen Vorstoß gibt es nach Ansicht der Grünen genug. Mit der naheliegenden Sonnentauschule am Rembrücker Weg, der Kita „Unter dem Regenbogen“ sowie dem Haus Jona an der Vogelsbergstraße und nicht zuletzt dem Familienzentrum, das im kommenden Jahr fertiggestellt werden soll, befinden sich gleich mehrere soziale Einrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft. Viele der Kinder und ihre Eltern überqueren auf ihrem Weg dorthin täglich die Heusenstammer Straße. Ebenso wie Passanten, die aus dem benachbarten Wohngebiet in Richtung der Kirche St. Thomas Morus unterwegs sind. Zudem seien an den Haltestellen entlang der Straße regelmäßig waghalsige Überholmanöver zu beobachten, wenn dort ein Bus anhalte.

Sinn ergebe Tempo 30 auch im Hinblick auf die Ergebnisse der Messungen mit dem mobilen Blitzgerät, dass sich die Stadt mit dem Nachbarn Heusenstamm teilt. Dabei wurden, so die Grünen, teils erhebliche Überschreitungen der dort erlaubten 50 Stundenkilometer festgestellt. Auch mit den stadteigenen Geschwindigkeitstafeln hatte die Stadt im vergangenen Jahr über einen längeren Zeitraum Messungen vorgenommen. Deren Ergebnisse würden jedoch nicht veröffentlicht, da die Zahlen ohne eine genaue Zuordnung zu einem bestimmten Fahrzeug nur bedingt aussagefähig seien, wie Erster Stadtrat Michael Möser auf Anfrage erläutert. So halten die Tafeln im Gegensatz zu einem Blitzer lediglich die gefahrene Geschwindigkeit fest, nicht aber, ob es sich beispielsweise um einen Streifenwagen der Polizei oder einem Rettungswagen im Weg zu einem Einsatz handele.

Dass eine Tempo-30-Regelung die Sicherheit entlang der Heusenstammer Straße erhöht, davon sind die Mitglieder der Fraktion überzeugt. „Wir sehen das Tempolimit auch in Kombination mit dem neuen Blitzer, der angeschafft werden soll“, erläutert Gerhardt. Denn ohne Kontrollen, das wisse man sehr wohl, halten sich viele Autofahrer ohnehin nicht an Limits. „Selbst die Tafeln disziplinieren den einen oder anderen, obwohl da keine Strafe droht“, ergänzt er.

VON THOMAS HOLZAMER

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