Fußball

Teutonia-Familie feiert Meisterschaft und Aufstieg der ersten Mannschaft

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Meisterschaftsfeier: Torwart Sebastian Walter dankte auch dem Spielausschuss und den Kameraden von der zweiten Mannschaft.

„Es wächst was zusammen!“ Fußball-Abteilungsleiter Thomas Lamperstorfer führt den Erfolg der ersten Mannschaft auf die „große Teutonia-Familie“ zurück.

Obertshausen – Auch der Schlachtruf der Hausener ist wörtlich zu nehmen: „Einmal Rot-Weiß – immer Rot-Weiß!“ Denn alle Spieler des Meisterteams von Trainer Christian Biehrer, die jetzt ihren Aufstieg in die Kreisoberliga Offenbach feierten, bleiben dem Verein an der Schwarzbachstraße treu.

Das sei sehr selten, weiß der Coach und zollte seiner Elf viel Lob. Bis zum Sommer 2018 begleitete er die Truppe als Co-Trainer an der Seite von Maik Henrich. Als der sein Amt abgab, übernahm Biehrer den Posten zunächst als Interims-Trainer.

Schon bald war dem Spielausschuss klar, das Teutonia-Eigengewächs ist die Idealbesetzung. „Wichtig ist ein respektvoller Umgang mit jedem einzelnen Spieler“, versucht der Fußballlehrer sein Erfolgsrezept zu analysieren. Es sei schwierig, wenn er 17 Spieler mit auf den Platz nehme, aber höchstens 14 einsetzen kann. „Da muss es auch zwischenmenschlich stimmen.“

Selbst sehe er sich nur als „Teil des Ganzen“, stellte Biehrer den Betreuer Thomas Fischer sowie die zweite Mannschaft in den Vordergrund. „Sie und der komplette Verein unterstützen uns“, dankte Biehrer, die Mannschaft habe den Aufstieg verdient. Sie schloss die Saison mit überragenden 142:25 Toren und 80 Punkten ab, war zu jeder Zeit Titelaspirant.

Der große Rückhalt durch den Verein spiegelte sich am Samstagabend in einer rauschenden Meisterschaftsfeier mit prominenten Gästen. Zu ihnen zählt der Vizepräsident des Hessischen Landtags und Mitglied Frank Lortz. Ihm sei es ein Herzensanliegen, den Meister-Kickern zu gratulieren. Und sich zu empfehlen, für alle Fälle: „Ich war in den 70ern Stürmer bei TuS Froschhausen.“

Wie auch Bürgermeister Roger Winter übergab er einen Scheck für die Mannschaftskasse. Auch der Rathauschef staunte: 26 Spiele gewonnen, zwei unentschieden gespielt und nur zwei verloren. Das rufe nach der nächsten Aufstiegsfeier im kommenden Jahr. Den Aktiven rief er zu, „bleibt wie ihr seid, eine gute Truppe, die fest zusammensteht“.

Noch sechs Aufstiege, dann seien sich die Kommunalpolitiker auch über ein neues Rathaus einig und der Bürgermeister könne die frischgebackenen Bundesligisten auf einem Balkon empfangen, scherzte Winter. Für die Gemeinschaft der sportlichen und kulturellen Gruppierungen in der Stadt überbrachte Vorsitzender Luis Galvez die Glückwünsche des Vereinsrings.

„Saugt die tolle Atmosphäre auf, das kommt vielleicht nicht so schnell wieder“, riet Teutonia-Chef Walter Bäcker etwas zurückhaltender. Beim Gang zum Büfett sollten die Feiernden die Sonnenbrillen abnehmen, mehrere Damen haben eine internationale Auswahl gezaubert. Vor der Eröffnung stellte Lamperstorfer die siegreichen Akteure einzeln vor.

„Die Vorgabe war von Anbeginn Platz Eins“, blickte der Abteilungsleiter zurück. Manche 19- bis 30-Jährigen fielen zeitweise durch Verletzung aus oder durch berufliche Veränderungen, Kapitän Marco Teich litt an einer Entzündung. Dafür erwies sich sogar die Abwehr als torgefährlich, „der Gegner wusste nie, wer das Tor machen wird“, formulierte Lamperstorfer.

Einige der Teutonen überragten ihr Gegenüber allein körperlich, mit Schnelligkeit und Wendigkeit, Kevin Klein ganz klar mit seiner Schusskraft: 28 Mal versenkte er das Leder und ist damit Torschützenkönig, David Blahut mit 26 Treffern die Nummer Zwei. Noch ein Vorteil: Selbst bei Auswärtsspielen waren stets 100 Fans anwesend - die Teutonia-Familie eben.

VON MICHAEL PROCHNOW

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