Ein Vierteljahrhundert auf der Bühne

Theaterclub Lach Mal hat bereits 160.000 Euro für gute Zwecke eingespielt

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Die Jubiläumsfeier wird nachgeholt, versprechen Thomas Zeiger (rechts) und die Mitglieder von Lach Mal.

Ein Mönch betritt den Raum. Das Gesicht unter einer weiten Kapuze verborgen, die Kutte mit einer geflochtenen Schnur gegürtet, Sandalen an den nackten Füßen.

Obertshausen – Gespannt starrt das Publikum auf die Figur auf der Bühne, rätselt, wer von den allseits bekannten Darstellern in der Verkleidung steckt. „Nach dem ersten Ton haben sie gejubelt und erkannt, das kann nur der Zeiger sein“, erzählt Thomas Zeiger, „Direktor“ des Theaterclubs Lach Mal. Die Gruppe wollte in diesen Tagen eigentlich auf ihr 25-jähriges Bestehen anstoßen.

„Die Feier wird nachgeholt“, hofft der Chef auf ein Ende der Krise. Und natürlich, um die Menschen wieder mit viel Humor ihren Sorgen entreißen zu können. Die Truppe hat sich zudem von Anbeginn der Hilfe verschrieben, unterstützte mehr als 20 Vereine, Organisationen und Aktionen.

„Mit Küchenbenutzung“ hieß das erste Stück, das Lach Mal 1996 auf die Bühne brachte. Mit dem Verkauf der Eintrittskarten für jeweils vier Aufführungen sowie Speisen und Getränke hat die Gruppe in einem Vierteljahrhundert die stolze Summe von 160 000 Euro eingespielt. Regelmäßig fördert sie die Clowndoktoren, die in Kliniken der Region vor allem kleine Patienten aufheitern, das Clementine-Kinderhospital, die Stiftung „Krebskranke Kinder und das Palliativ-Team in Frankfurt, Glasknochen-Kranke, die Band Irre Typen und die Initiative Gemeinsam Lernen.

Vor Ort spendeten die Laienschauspieler an den Verein Lebensräume, an den Wohnverbund der Behindertenhilfe, fürs Sportfest für Schüler mit Handicaps, die Lebensmittelausgabe Oase und für schwer erkrankte Mädchen und Jungen. So ermöglichte der Club etwa eine Delphin-Therapie, die dem kleinen Sebastian aus Obertshausen sehr geholfen habe.

Zehn bis 15 Talente stehen im Rampenlicht, mit den Experten für Kulissenbau und Maske sind sie 17 Leute. „Ich hatte mich damals für zehn Jahre bei den Maltesern verpflichtet“, erzählt Thomas Zeiger. Er schloss sich dem Theaterkreis an, der Geld für den Kauf eines Krankenwagens sammelte. Bald stieß der spätere Berufsschullehrer zur Katholischen Jugend und zu den Böhmerwaldsingers, die im Rathaus Beethovenstraße musizierten und Theater spielten.

Dort traf er Beate Zeiger, Beate Thews und Angelika Lorente-Pütz. Auch der heutige Erste Stadtrat Michael Möser war dabei, als die „Urgesteine“ 1995 im alten Hausener Pfarrheim Lach Mal ins Leben riefen. Gerade einmal 100 Zuschauer passten in den Saal, die Heizung musste extra bezahlt werden, also zog die Gruppe bald in die Mehrzweckhalle.

Die „Wohnstube der Obertshausener“ fasst 450 bis 500 Zuschauer, dort treten sie viermal in den Herbstferien auf. „Wir können Kulissen aufbauen und Requisiten stehen lassen“, erläutert Zeiger. „Es war spannend, als die Schauspieler früher in den Pausen Sekt und Würstchen verkauft haben.“ Längst übernehmen Teams befreundeter Vereine diese Aufgaben.

VON MICHAEL PROCHNOW

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