Sprachrohr im Ehrenamt

Holger Bischoff wirbt für Fußball, den TV Hausen und seine Heimatstadt Obertshausen

Für Ehrenamtler Holger Bischoff aus Obertshausen ist Kommunikation Beruf und Freizeit zugleich.
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Für Ehrenamtler Holger Bischoff aus Obertshausen ist Kommunikation Beruf und Freizeit zugleich.

Sie engagieren sich ehrenamtlich, sind für andere da und haben eines gemeinsam: Sie stehen nicht in der ersten Reihe. In unserer neuen Reihe „Auf ein Glas“ treffen wir sie an ihrem Lieblingsplatz in Obertshausen.

Obertshausen – Und gleich zur ersten Ausgabe ist aus dem Glas eine Tasse geworden. „Eigentlich habe ich ja gleich mehrere Lieblingsplätze in der Stadt“, sagt Holger Bischoff nach dem ersten Schluck seines Cappuccinos. Für unser morgendliches Treffen ist es letztlich das Kaffee-K im Kapellenhof geworden, für Bischoff quasi der erste Platz, den der gebürtige Häuser gesehen hat. Denn an dieser Stelle stand das Geburtshaus seines Vaters. Den Stadtteil hat der 45-Jährige zwar inzwischen gewechselt, seiner Heimatstadt ist er jedoch stets treu geblieben. „Ich habe hier eine schöne Kindheit gehabt“, erinnert er sich.

Geprägt habe ihn vor allem die Gemeinschaft, die er in Vereinen und der katholischen Jugend Hausen erlebt hat und heute als engagierter Ehrenamtler aktiv fördert. Für Bischoff, der sich sowohl als Vorstandsmitglied beim TV Hausen und beim Fußballkreis um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert, eine Selbstverständlichkeit. „Ich wollte einfach was zurückgeben und auch etwas in Obertshausen bewegen“, nennt Holger Bischoff seine Motivation.

Neben seinem Job in der Kommunikation für einen Industrieverband betreibt der Obertshausener seit inzwischen zehn Jahren die private Facebook-Seite 63179.info und hat sich auch die dazugehörige Domain gesichert. „Die Idee war, ein Infoportal zu bauen, dass neben Neuigkeiten und Bekanntmachungen aus dem Rathaus vor allem den Vereinen in Obertshausen eine Plattform bieten soll“, erinnert er sich. Die Stadt hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein Angebot im Netz. Und so stellt Bischoff, der mit einer eigenen Agentur in Obertshausen saß, der Verwaltung die Idee als offizielles Projekt vor. „Ich hab damals mit Bürgermeister Bernd Roth gesprochen und der fand die Idee gut. Aber zu diesem Zeitpunkt war man bei der Stadt noch nicht so weit.“ Also blieb das Projekt eine private Herzensangelegenheit, wobei Bischoff inzwischen auch die Mittelungen der Stadtverwaltung einbindet.

Auch die Gruppen wurden in dem sozialen Netzwerk noch nicht so stark genutzt wie heute. Zumindest Letzteres hat sich in den vergangenen Jahren verändert. „Inzwischen ist es ja zum Trend geworden, für alles Gruppen zu gründen, ob die was bringen oder nicht“, sagt er und lacht. „Aber wir sind stetig gewachsen und 63179.info vernetzt mit rund 3000 Mitgliedern inzwischen mehr als zehn Prozent der Einwohner“, freut er sich. In den sozialen Netzwerken, die er auch für seinen aktuellen Arbeitgeber bespielt, sieht der Kommunikationsprofi vor allem einen Vorteil: „Man kann online einfach sehr schnell sehr viele Informationen transportieren.“ „Ein Beispiel dafür ist unser neuer Bürgermeister, der in seinem Wahlkampf gezeigt hat, wie man Infos auch anders spielen kann, und was das gebracht hat“, erläutert er.

Ein weiteres Herzensprojekt ist Holger Bischoff ein Blog geworden, an dem er arbeitet. „Darin geht es vornehmlich um ehrenamtliche Themen“, erzählt er. „Immer weniger Menschen sind inzwischen bereit, im Verein aktiv etwas zu machen“, bedauert er. „Für mich ist das aber ein Generationending. Der Fußball hat mich geprägt und ich habe als Kind viel vom Verein und von der katholischen Jugend bekommen und das will ich jetzt zurückgeben.“ Die Zahl der Ehreämter sei dann mit der Zeit irgendwie mitgewachsen, ergänzt Bischoff und schmunzelt. Neben der Kommunikation für Vereine und den Fußballkreis, dem Blog und der Stadtseite arbeitet er bereits an einer neuen Idee mit: Einem Jugendförderverein, der die Vereine und weitere Partner der Stadt vernetzen und unterstützen will. „Ich denke, wir müssen da einfach neue Wege gehen und alle zusammenarbeiten“, ist er überzeugt. Und dann klingelt auch schon wieder das Handy. „Die Kollegen vom Fußballkreis“, sagt er und nimmt den letzten Schluck seines inzwischen nur noch lauwarmen Cappuccinos, „Telefonkonferenz wegen der Aktion ,Kunst am Ball’. Und am Ball ist da natürlich auch der Obertshausener.

(Von Thomas Holzamer)

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