Blicke in den Höllenschlund

Vulkane ziehen den Fotografen und Drohnen-Pilot Daniel Haußmann magisch an

Der Erta Ale im Licht der untergehenden Sonne: Besonders Vulkane faszinieren Drohnen-Pilot und Fotograf Daniel Haußmann.
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Der Erta Ale im Licht der untergehenden Sonne: Besonders Vulkane faszinieren Drohnen-Pilot und Fotograf Daniel Haußmann.

Gase zischen zwischen Felsspalten empor, ein mehrere Meter hoher Kegel spuckt glühende Lava und über allem liegen beißender Dampf und das bedrohliche Fauchen des aktiven Vulkans.

Obertshausen – Es gibt mit Sicherheit freundlichere und weniger lebensfeindliche Orte auf der Erde als das Plateau des Vulkans Erta Ale in der Danakil Depression. Doch wenige davon ziehen Daniel Haußmann so magisch an wie Vulkane.

Der Fotograf aus Obertshausen ist fasziniert von den Naturgewalten und reist – ausgerüstet mit Kamera und Drohne – regelmäßig zu den entlegensten Flecken der Erde, um spektakuläre Aufnahmen zu machen. Zuletzt im vergangenen Dezember. Mit einem Team aus Fotografen ging es diesmal auf eine Tour nach Äthiopien. „Ich reise sehr gerne um die Welt, um Fotos und Videos insbesondere mit meiner Drohne zu machen“, erzählt Haußmann. Denn auch dort gibt es einen Vulkan der regelmäßige Aktivität zeigt.

Die Danakil Depression liegt in Äthiopiens Grenzregion zu Eritrea und Djibouti und rund 140 Meter unter dem Meeresspiegel. „Dies ist das heißeste bewohnte Gebiet der Erde, der Dezember ist mit Temperaturen von bis zu 38˚C der ,kühlste´ Monat“, erzählt der Obertshausener. Eine einerseits sehr ärmliche Region und andererseits auch sehr gefährliche Gegend, berichtet Haußmann. „Mit Terroristen und Banditen ist bei jeder Reise in dieses Gebiet zu rechnen, ein bewaffneter Führer immer dabei.

Auch jene Annehmlichkeiten, die in hiesigen Gefilden wie selbstverständlich zum Alltag gehören, gibt es in der Region weit und breit nicht, etwa Toiletten, fließend Wasser, Strom oder Ähnliches. Die Hütten der Menschen sind sehr einfach gehalten. „Ein paar dickere Äste im Boden, ein paar Matten als Dach, das ist alles“, beschreibt der Fotograf. „Tagsüber haben wir Schatten gesucht, um in der Gluthitze keinen Hitzeschlag zu erleiden. Nachts haben wir unter freiem Sternenhimmel geschlafen. Mit unheimlichen Tiergeräuschen um uns herum.“ Strom für die Kameras und zum Laden der Akkus der Drohnen gab es lediglich in den Autos.

Umso unbezahlbarer waren dafür die Wunder der Natur, die es in der Danakil Senke zu entdecken gibt, in der auch Salz abgebaut wird. Dieses bildet in der Landschaft teils abstrakte Formationen. „Es gibt das Geothermalgebiet Dallol mit Säureseen in buntesten Farben und eben den Erta Ale Vulkan.“

Doch den sprichwörtlichen „Höhepunkt“ der Tour galt es zunächst zu erklimmen. „Wir sind am späten Nachmittag los, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang oben zu sein.“ Auf dem Gipfelplateau angekommen, konnte die Gruppe bis zum Kraterrand laufen und in die Tiefe schauen, wo der Vulkan bösartige Geräusche von sich gibt. „Wir sind mit unseren Drohnen um die Krater umhergeflogen und haben spektakuläre Aufnahmen eingefangen, bevor es lange nach Einbruch der Nacht wieder zurück zum Camp am Rande des Vulkans ging.“ Selbst dort seien sie nicht von den Gasen verschont geblieben. „Immer wieder zogen giftige Dämpfe über uns und haben unseren Schlaf unterbrochen“, erinnert er sich. Am frühen Morgen habe es gar einen spektakulären Ausbruch gegeben, bei dem Lava floss.

Wie spektakulär Haußmanns Aufnahmen in der Danakil geworden sind, beweist das Video, das der Obertshausener nach seiner Rückkehr produziert hat. Das reichte er auch bei einem Foto- und Videowettbewerb des Drohnenherstellers DJI ein. „Einige Wochen später kam dann die Überraschung“, erzählt er. Mit seinem Film landete er auf einem der zweiten Plätze.

Infos im Internet gibt es auf haussmann-visuals.de.

VON THOMAS HOLZAMER

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