Ungewohnte Schritte

Waldschüler üben sich beim Handball-Aktionstag mit der HSG

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An die ungewohnte Schrittfolge beim Torwurf müssen sich die Kinder erst gewöhnen.

„Links, rechts, links“, schallt es durch die Sporthalle der Schule. „Genau so, und das Dribbeln nicht vergessen“, erinnert Trainer Robin Sieber, aber da saust der kleine Handball schon auf das Tor zu – und trifft.

Obertshausen – „Das macht total viel Spaß“, findet Viertklässlerin Malina. Auch wenn sie sich noch nicht so ganz an die Schrittfolge beim Torwurf gewöhnt habe. Auch bei ihren Mitschülern erinnern die Bewegungen bei der langsam und mit Bedacht ausgeführten Schrittfolge optisch noch ein wenig an das Einstudieren einer Tanzchoreografie. Erschwert wird der Wurf zudem durch die Kästen, die Sportlehrerin Nicola Doschek und Robin Spengler, Jugendtrainer bei der Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Obertshausen / Heusenstamm, darin aufgebaut haben. Die sollen den Wirkungsbereich des Tormanns simulieren und geben lediglich die vier Ecken frei, auf die gezielt werden muss.

Insgesamt sechs Aufgaben gilt es für die Waldschüler der dritten und vierten Klassen beim Handball Aktionstag zu meistern. Wer die gestellten Aufgaben zu Technik, Koordination, Kräftigung, Schnelligkeit, Wahrnehmung und Zielwurf meistert, bekommt am Ende einen „Handball Spiel-Pass“ verliehen. Eine tolle Sache, findet die Schulsportkoordinatorin Doschek, die die Waldschule bereits zum zweiten Mal bei der von der AOK ins Leben gerufenen Aktion angemeldet hat. Dabei können die teilnehmenden Schulen sich auch um den Besuch eines bekannten Profitrainers bewerben. Das habe sie allerdings bewusst nicht getan, erläutert Nicola Doschek.

„Ich finde das Angebot mit einem örtlichen Verein viel schöner, da können die Kinder schließlich auch hingehen, wenn der Handballsport ihnen Spaß gemacht hat“, betont sie. Und das Konzept geht auf, wie der Jugendtrainer bestätigt. Das eine oder andere Kind finde dank der Aktion Spaß am Handball und komme zum Verein.

Auch über das Engagement von Spengler, der sich für die zweitägige Schulaktion extra Urlaub bei seinem Arbeitgeber genommen hat, freut sich die Waldschul-Lehrerin. „Das ist nicht selbstverständlich,“ betont sie. In den Genuss der etwas anderen Sportstunde kommen alle dritten und vierten Klassen der Hausener Grundschule.

Beim Spiel in Dreierteams gilt es, mit dem Ball die aufgestellte Turnmatte an der Wand zu treffen. ©Fotos: holzamer

„Für die Jüngeren stehen erste technische Übungen im Fokus, bei den Älteren, die schon im vergangenen Jahr mitgemacht haben, sind es eher die Spiele. Mit denen geht es nach Aufwärmübungen und dem Wurftraining nun auch für den Nachwuchs in der Halle weiter.

In Dreierteams stehen sich die Kinder gegenüber. Ziel ist es, jeweils das Tor in Form einer Turnmatte zu treffen, ohne dass die Gegenspieler den Ball fangen. „Das weckt den Ehrgeiz und man kann dabei zusehen, wie die Kinder die Angst vor dem Ball verlieren“, erläutert Spengler. In der Regel seien es meist die Jungen, die beherzter werfen. „Die Mädels schauen sich das ab und sind am Ende meist tougher als die Jungs“, beobachtet er.

„Das Aufdoppen oder anderen den Ball abnehmen war erst gar nicht so leicht“, bestätigt Malina. „Das Spiel mit dem Abwerfen gefällt mir aber sehr gut“, sagt die Zehnjährige und grinst. Auch ihre Freundin Nora hat Gefallen daran gewonnen. „Es macht echt Spaß, gemeinsam im Team zu spielen“, sagt die Neunjährige. „Das Zielen finde ich am schwersten.“ Gemeinsam wollen die beiden Klassenkameradinnen gerne auch mal ins reguläre Handballtraining bei der HSG gehen. Und wer weiß, vielleicht spielen sie ja in ein paar Jahren bei den Großen mit.

VON THOMAS HOLZAMER

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