KRIMINALSTATISTIK 2020

Weniger Fälle von Körperverletzung: Polizei zeigt sich zufrieden mit den Zahlen in Obertshausen

Erster Polizeihauptkommissar Harry Keckeis ist zufrieden mit der aktuellen Kriminalstatistik.
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Erster Polizeihauptkommissar Harry Keckeis ist zufrieden mit der aktuellen Kriminalstatistik.

944 Straftaten erfasste die Polizei in Obertshausen im vergangenen Jahr. Das sind 63 weniger als im Jahr zuvor. Dies geht aus der nun vorliegenden Kriminalstatistik vor, die das Polizeipräsidium Südosthessen für das Jahr 2020 veröffentlicht hat.

Obertshausen – Erster Polizeihauptkommissar Harry Keckeis, Dienststellenleiter der auch für Obertshausen zuständigen Polizeistation Heusenstamm, ist ob dieser Zahl positiv gestimmt. „Die Statistik freut mich“, sagt er. „Aber es gibt auch einige Dinge, die mich ärgern.“ Vor allem spricht er von sogenannten Sachbeschädigungsdelikten. Diese entstünden meist aus einer Laune heraus von Einzeltätern oder kleineren Gruppe. „Wir sind da auf einem Niveau, das man noch deutlich senken kann.“ Oft spiele Frust bei solchen Delikten, eine große Rolle, meint Keckeis. „Die Leute sind coronabedingt draußen und langweilen sich“, vermutet er. Beispielsweise könnte eine aufsuchende Sozialarbeitskraft hilfreich sein, schlägt der Polizist vor. „Gerade bei Jugendlichen und Heranwachsenden könnte man so Gesprächspartner außerhalb der Familie bieten und den Frust etwas abfangen.“

Erfreulich für den Dienststellenleiter ist der Rückgang der Fälle von Körperverletzung. Dabei werde zwischen schwerer und leichter Körperverletzung unterscheiden. „Trete ich jemanden mit normalen Schuhen, so ist es Körperverletzung“, klärt der Erste Polizeihauptkommissar auf, „Trete ich jedoch jemanden mit Stahlkappenschuhen, so ist es gefährliche Körperverletzung, da ich ein Tatmittel habe, das zu bleibenden Schäden führen kann.“ Die Aufklärungsrate bei derartigen Delikten lag im vergangenen Jahr bei 100 Prozent. Keckeis führt dies auf zwei Gründe zurück. Zum Einen gebe es oft hilfreiche Zeugen, zum anderen kennen sich Täter und Opfer in den meisten Fällen.

Keckeis relativiert manche Zahlen in der Statistik

Auch bei Ladendiebstahl liegt die Aufklärung bei 100 Prozent. Jedoch sieht sich Keckeis gezwungen, dies in Relation zu setzen: „Das ist das Hellfeld – also die Leute, die erwischt wurden.“ Es komme natürlich auch vor, dass Dinge aus Läden entwendet würden und es keinen Verdächtigen gebe.

Bei den Drogendelikten steht ebenfalls eine sehr hohe Aufklärungsquote von 92,5 Prozent in der Statistik. Eine Zahl, die Keckeis aber ebenfalls relativiert. „Das ist der klassische Fall der öffentlichen Kontrolle“, sagt er. „Wir gehen auf die Menschen zu, um etwa wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen zu kontrollieren, und dann findet man eben was.“

Polizei zeigt sich zufrieden mit den Zahlen der Statistik

Bei Einbrüchen kann die Polizei keine ähnlichen Zahlen vorweisen. Während Einbrüche in Arbeitsgebäude eine Aufklärungsquote von 16,7 Prozent aufweisen, konnte von 13 Wohnungseinbrüchen lediglich einer geklärt werden. Solche Zahlen seien, so Keckeis, jedoch nicht ungewöhnlich. „Wenn es nicht gerade der lokale Serientäter ist, kann man es schwer ermitteln.“ Auch wird zwischen Einbrüchen in Wohnung und sogenannten Tageswohnungseinbrüchen unterschieden. „Da nutzt man besonders die Zeit aus, wenn die Leute nicht zu Hause sind, wie zum Beispiel am Arbeitsplatz.“ Bundesweit werde zurzeit die These vertreten, dass wegen der Coronapandemie die Leute mehr zu Hause sind und daher die Tageswohnungseinbrüche abgenommen haben. „Ich glaube es ist eine Kombination aus der fehlenden Gelegenheit und der guten Aufklärung zum Schutz von Wohnungen und Häusern“, sagt Keckeis. Zudem sei zu beachten, dass auch nicht vollendete Einbruchsversuche in die Statistik einfließen.

Im Großen und Ganzen zeigt sich Keckeis sehr zufrieden mit der Statistik. „Die Fallzahlen gehen im gesamten Kreisgebiet zurück –Obertshausen ist da kein Ausreißer“, sagt er und appelliert zum Abschluss noch an die Bürger: „Ich möchte, dass die Menschen, wenn sie das Gefühl haben, dass eine Straftat geschieht, die Polizei rufen.“ Man müsse keine Scheu haben, die 110 zu wählen. (Von Jan Max Gepperth)

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