Unterkunft für Flüchtlinge

Suche nach mehr Platz

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Wo zurzeit noch Autos parken, soll ab August eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge stehen. Die Zahl der Flüchtlinge, die in die Stadt kommen, steigt, aber Wohnraum ist knapp. Nun soll an der Badstraße eine Gemeinschaftsunterkunft entstehen.

Obertshausen - Noch parken Autos auf dem alten Schwimmbad-Parkplatz an der Badstraße. Schon in einem Monat könnte dort eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge stehen.  Von Lena Marie Jörger 

Der Magistrat hat den Bau des Komplexes, der aus mehreren Containern bestehen soll, nun beschlossen. Damit reagiert die Stadtverwaltung auf die steigende Zahl an Flüchtlingen, die Obertshausen vom Kreis Offenbach zugewiesen werden. 40 Personen sollen in der neuen Unterkunft Platz finden. Jedem Flüchtling müssten nach Richtlinien der Liga der Wohlfahrtsverbände sechs bis zehn Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung stehen, erklärte Michael Möser, Leiter des Fachbereichs Soziales in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses.

Die Wohneinheiten, die auf der rechten Seite des Geländes aufgebaut werden, seien für jeweils zwei Personen ausgelegt. Für Familien könnten Trennwände entfernt werden. Von den Zimmern durch einen fünf Meter breiten Gang getrennt, entsteht ein Komplex mit Gemeinschaftsräumen, Küche und Platz für Waschmaschinen. Außerdem soll es dort einen Raum für einen Sozialarbeiter und einen Hausmeister geben. „Er fungiert aber eher als Ansprechpartner für die Bewohner, verteilt Post und schlichtet in Konfliktfällen“, erklärte Bauamtsleiterin Cornelia Holler. Um technische Probleme kümmere sich der Bauhof.

12.400 Euro Miete pro Monat

Vor einigen Jahren wurde auf dem Gelände die Kita Mühlheimer Straße nach einem Wasserrohrbruch untergebracht. „Der Standort ist ideal“, erläuterte Michael Möser. „Da wissen wir schon, wie alles angeschlossen werden muss.“ Die Stadt hat die Container zunächst für 24 Monate gemietet, für 12.400 Euro Miete pro Monat. Der Kreis Offenbach erstatte 12,50 Euro pro Person und Tag. „Reichen wird das nicht“, prognostizierte Holler, zeigte sich aber dennoch zuversichtlich. „Ich bin optimistisch, das wir das gemeinsam schaffen. Ich bin sehr stolz auf das Engagement meiner Mitarbeiter.“

Der Zeitplan ist straff. Schon Mitte August sollen die ersten 20 Flüchtlinge in die Unterkunft einziehen. Der Kreis hält dafür die Zuweisungen für Juli zurück. Jeden weiteren Monat folgen zehn Personen. Im Oktober könnte die Unterkunft also schon voll sein. Aber die Suche nach Alternativen gestalte sich schwierig. Die Unterbringung in Hotels sei nur eine kurzfristige Lösung und zudem zeigte sich bislang erst eines dazu bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, führte Möser aus. Die Obdachlosenunterkunft an der Badstraße sei zwar auch eine Option, allerdings bis auf wenige Notfallplätze schon belegt.

Werden städtische Wohnungen frei, gehen sie an Asylbewerber

Was bleibt, sind Wohnungen. Das Problem: alle städtischen seien belegt und private, die die Stadt für Asylbewerber, deren Verfahren noch läuft, anmieten müsste, meist zu teuer. Eine Tatsache, die Konfliktpotenzial berge. „Derzeit gehen alle städtischen Wohnungen, die frei werden, an Asylbewerber“, erklärte Möser. „Das ist für diejenigen, die auf Wartelisten stehen, ärgerlich.“ Anders sei die Unterbringung der Flüchtlinge aber nicht zu meistern.

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