Stadt will Flüchtlinge auch weiterhin dezentral unterbringen

Container nur im Fall des Falles

+

Obertshausen - Die Stadt Obertshausen will auch künftig Flüchtlinge dezentral unterbringen und sucht dafür weitere Privat-Wohnungen. Container als Flüchtlingsdomizile sieht die Stadtverwaltung bestenfalls als letzten Ausweg. Von Karl-Heinz Otterbein 

„Wir prüfen derzeit verschiedene eigene Möglichkeiten, um weiter an dem Konzept der dezentralen Unterbringung festzuhalten“, erklärte Bürgermeister bernd Roth in einem Gespräch mit unserer Zeitung. „Denn wir möchten auch für die Zukunft nicht gezwungen sein, auf Alternativen wie Container ausweichen zu müssen. So lange wie möglich wollen wir die Asylbewerber, die uns der Kreis Offenbach im Laufe des Jahres noch zuweist, in Wohnungen oder Häusern unterbringen.“

Roth zufolge konnten vor wenigen Tagen die ersten acht Flüchtlinge in Obertshausen bereits untergebracht werden, auch für die im April kommenden zehn Personen sei die Unterbringung gesichert. Für die Flüchtlinge, die der Kreis der Stadt Obertshausen ab Mai zuweist, gibt es indes noch keine Bleibe. „Für die Unterbringung der insgesamt erwarteten etwa 80 bis 90 Asylbewerber benötigt die Stadtverwaltung aktuell deutlich mehr Wohnungen, als sie zur Verfügung hat“, so der Rathauschef. „Wir prüfen zwar bei allen frei werdenden städtischen Wohnungen, ob wir dort Flüchtlinge unterbringen können, aber wir haben ohnehin einen angespannten Wohnungsmarkt und es gibt eine große Nachfrage nach günstigen Wohnungen.“ Die Stadt suche daher dringend Wohnraum mit oder ohne Koch- und Waschgelegenheit sowie Bad für eine oder mehrere Personen, so Roth. Er bitte hierfür die Öffentlichkeit um Hilfe und setze dabei verstärkt auf ortsansässige Vermieter, die Zimmer, Wohnungen oder Häuser privat anzubieten hätten.

Frühlingsbilder unserer Leser (Teil 2)

Frühlingsbilder unserer Leser (Teil 2)

„Mietvertragspartner für einen von Eigentümern angebotenen Wohnraum wäre die Stadt Obertshausen, sofern es sich bei den Flüchtlingen nicht bereits um Asylbewerber „mit Status“ handelt, für die das Wohngeld direkt vom Sozialamt des Kreises Offenbach überwiesen wird“, erläuterte Roth. „Die Vermieter hätten damit die Sicherheit, ihre Miete pünktlich zu bekommen.“ Dem Rathauschef zufolge können sich interessierte Vermieter an Christa Kreß vom Fachbereich Soziales wenden, die unter 06104/703-6200 zu erreichen ist. Wohnraumangebote könnten aber gerne auch - ebenso wie Sachspenden oder sonstige Hilfeleistungen - über die E-Mail-Adresse fluechtlingshilfe@obertshausen.de an die Stadtverwaltung Obertshausen gemeldet werden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare