Obertshausen zahlt fürs Monte Mare

Obertshausen - Das Freizeitbad Monte Mare in Obertshausen ist über die Region hinaus bekannt. Auch Hanauer oder Aschaffenburger Nummernschilder sieht man auf dem Parkplatz des Bades, das mit Saunen und Wellness-Angebot lockt. Von Sebastian Schilling

Doch das hat seinen Preis: Die Stadt Obertshausen bezuschusst das Bad jährlich mit einer hohen sechsstelligen Summe. Bis zur Insolvenz im Jahr 2002 hieß das Bad an der B 448 Atlantis. Ende 2005 übernahm die rheinland-pfälzische Firma Monte Mare, die bundesweit ein Dutzend Bäder betreibt, das Ruder. Doch alleine wollte das Unternehmen das Risiko nicht tragen, weswegen Monte Mare und die Stadt eine Beteiligungsgesellschaft gründeten. Eigentümer ist die Stadt, Monte Mare der Pächter. Schulen und Vereine können das Schwimmbad für Unterricht und Training nutzen. Zusätzlich profitieren die Obertshausener Bürger von einem um 30 Prozent reduzierten Eintrittspreis.

800.000 Euro zahlt die Stadt dafür jährlich an die Beteiligungsgesellschaft. 2017 gewährte sie sogar zwei Darlehen von 1,8 und knapp 7,2 Millionen Euro für Umbauten. Außerdem erhöhte die Stadt die Kommanditeinlage, also das Gesellschaftsvermögen, mit dem sie haftet, auf zwei Millionen Euro. Wofür das Geld im Detail verwendet wird, erfährt man nicht.

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Das ärgert auch die Stadtverordneten, die im vergangenen Jahr einstimmig einem Antrag auf Änderung des Gesellschaftsvertrags zustimmten. Denn der verbietet den Mitgliedern des Aufsichtsrats, von denen einige auch Stadtverordnete sind, über die Verwendung des Geldes zu sprechen. So sehen sich die Stadtverordneten immer wieder mit der Situation konfrontiert, Geld zu bewilligen, über dessen Verwendung sie im Unklaren gelassen werden. Dabei geht es immerhin um 1,33 Prozent des diesjährigen Stadthaushalts. wie Bürgermeister Roger Winter auf Anfrage mitteilte.

„Tag der offenen Tür" im Monte mare

„Wichtig ist, dass es sich bei dem Betrag von 800.000 Euro um keinen Betreiberzuschuss, sondern um einen jährlichen Zins- und Tilgungszuschuss an die Grundstücksentwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft handelt,“ sagt Winter. Dabei gehe es um die Tilgung eines Kredits aus der Insolvenzübernahme. An den Gewinnen von Monte Mare profitiert die Stadt dem Bürgermeister zufolge in Form einer „variablen Pacht“. (ses)

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