Tagespflegesatzung bereitet Kopfzerbrechen

Zuschüsse an Tagesmütter?

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Obertshausen - Die Tagespflegesatzung, die der Kreis Offenbach als Träger der Kindertagespflege im vergangenen Dezember beschlossen hat, bereitet den Obertshausener Parlamentariern einiges Kopfzerbrechen. Von Karl-Heinz Otterbein 

Sie sehen durch die neue Satzung eine Schlechterstellung der Tagespflegepersonen gegenüber der bisherigen Regelung und machen sich Sorgen, dass Tagesmütter deswegen ihre Tätigkeit aufgeben und so Krabbelstubenplätze wegfallen könnten. Auf Antrag der Fraktionen von CDU und Bürgern für Obertshausen, die im Stadtparlament eine Kooperation bilden, hat das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen den Magistrat zu bitten zu prüfen, „wie U3-Plätze durch Tagespflegepersonen auch in Zukunft gesichert und ausgebaut werden können.“

Insbesondere soll geprüft werden, ob die Stadt Oberts-hausen durch Zuschüsse für die Tagespflegepersonen einen Ausgleich für die Schlechterstellung gegenüber der bisherigen Regelung schaffen kann. In der vom Kreis im Dezember beschlossenen Tagespflegesatzung werde die Bezahlung der Tagespflegepersonen neu geregelt, erläuterte die CDU-Stadtverordnete Hildegard Ott, die für die Kooperation den Antrag begründete. So gebe es Verbesserungen wie die Übernahme von Versicherungsleistungen durch den Kreis sowie Geldleistungen während der Urlaubszeit und bei Krankheit. Nicht mehr möglich sei die private Zuzahlung von Eltern an die Tagespflegepersonen. Hier sei zu prüfen, ob ein Ausgleich anderweitig möglich sei. „Wir müssen überlegen, in welcher Weise wir einen Ausgleich für die Tagesmütter schaffen können“, sagte Hildegard Ott. „Ich weiß von zwei Tagesmüttern, die nach dem Inkrafttreten der neuen Satzung ihre Tätigkeit aufgegeben haben“.

Der Stadtverordneten zufolge sind derzeit in Obertshausen 14 Tagesmütter tätigt, die insgesamt 30 Kinder betreuen. Ein Erhalt der bestehenden Tagespflegeplätze und gegebenenfalls deren Ausbau sei dringend geboten. Das sieht auch SPD-Fraktionschef Walter Fontaine so, der für seine Fraktion deren Zustimmung zu dem Begehren der Kooperation begründete.

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Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Krabbelstubenkinder sei in Obertshausen nicht erfüllt und in absehbarer Zeit auch nicht erfüllbar, so Fontaine. Es sei daher wichtig zu prüfen, ob die Kommune einen Zuschuss an die Tagesmütter leisten und so den finanziellen Nachteil ausgleichen könne, der dadurch entstanden sei, dass die neue Tagespflegesatzung eine Zuzahlung der Eltern ausschließe. Weitere Stadtverordnete meldeten sich zu dem Tagesordnungspunkt nicht zu Wort, der Antrag wurde einstimmig angenommen.

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