Wichtig, dass jemand etwas macht

Obertshausener Eventkulturklub zieht Resümee zu den „Sommer-Sounds“ in der Waldschänke

Angela Callan (rechts) und Susanne Weyel rocken die Kultur-Sommer-Sounds.
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Angela Callan (rechts) und Susanne Weyel rocken die Kultur-Sommer-Sounds.

Rock "n" Roll, Schlager, Pop oder Folklore: jeden Samstag ein anderes Livekonzert. Vor anderthalb Jahren war das eine Selbstverständlichkeit, auf jedem Festplatz. Nun lud der Eventkultclub mit der Waldschänke der Turngesellschaft zu „Sommer-Sounds“ ein und wollte damit wieder an Zeiten vor der Pandemie anknüpfen.

Obertshausen - Eigentlich hätten sie in diesen Tagen auf dem Gelände an der Aachener Straße Classic Cars & Sounds begrüßt, historische Wagen, die von einer Rallye zurückkehren und Gruppen, die mit kerniger Musik in die gute, alte Zeit entführen. Fürs gemeinsame Autofahren und Tanzen gab es jedoch keine Genehmigung. Also holte der Vorstand die Wirtsleute der Waldschänke mit ins Boot. Die Familie Nikolaidou sorgte für Speisen und Getränke, den Personalmangel zwischen Küche und Service milderte auch ein Club-Mitglied ab, das kurzfristig als Aushilfe einsprang. Der Verein stellte ein Programm als Alternative zusammen.

„Jetzt muss irgendwas passieren“, beschreibt Vorsitzender Michael Fischer die Aufbruchstimmung.. „Innerhalb von zwei Tagen seien alle Termine besetzt gewesen. „Live Music is back“ steht auf einem Emaille-Schild, das sie neben ihrem großen Banner aufgehängt haben. Mit Reinhold Paul aus Gründau startete der Mix aus Partyhits und Gassenhauern. „Der erste Abend war schwach besucht“, erinnert sich der Leiter. Vielleicht, weil die Reihe kurzfristig begann, die Temperaturen jenseits der 30-Grad-Grenze plagten oder im Fernsehen ein EM-Fußballspiel lief.

Sechs Abende, 700 Gäste, lautet das Resümee. Zu den meisten Terminen kamen mehr als 100 Besucher, hieß es. Mit ihrem Engagement ging es den Ausrichtern nicht darum, die Vereinskasse zu füllen. „Wir sind zufrieden, weil wir auch die Künstler unterstützen konnten“, unterstreicht Fischer. Und das klappt dank der Förderung aus dem Rathaus. „Es ist wichtig, dass jemand was fürs Kulturleben macht“, lobt er sein Team.

Die international gefragte Sängerin Ina Morgan habe sich in Hausen „sehr wohl gefühlt“ und versprochen, wiederzukommen, resümiert der Organisator. Für sie boten die Obertshausener den ersten Auftritt nach 18 Monaten. Auch Angie und Atti, Sängerin und Gitarrist, dankten für die Möglichkeit, nach neun Monaten wieder im Rampenlicht stehen zu dürfen. Sie bestachen mit Rock- und Pop-Hits, darunter einem Pink-Medley. Eine tolle Atmosphäre verbreitete zudem der griechische Abend, an dem die Formation Nto Re Mi, Landsleute der Wirtsfamilie, dem Publikum das Sirtaki-Tanzen lehrte. Stephan „Meggy“ Marquardt begeisterte mit seiner Band Jay-K.

Ausgebucht war der Biergarten auch am letzten Abend der Kultur-Sommer-Sounds, den Angela Callan und Susanne Weyel mit Frauen-Power füllten. Zwischen und auf den Tischen zelebrierten sie Evergreens von „Le Freak“ über „Easy Lover“ und „Helele“ bis zum „Neutron Dance“. Der Eventkulturclub bereitet jetzt seine Teilnahme an Hausener Kerb und Heimat Shoppen im September vor – so die Pandemie nicht alle Bemühungen zunichte macht. (Michael Prochnow)

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