Besucher kommen sogar aus Frankfurt

Rekord! Tausende Besucher fluten Martinsmarkt in Obertshausen

Die traditionellen Wecken für den Nachwuchs hatte St. Martin im Gepäck. Entlang von Fress- und Fünfhäusergasse drängten sich die Besucher auch noch nach Einbruch der Dunkelheit.
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Die traditionellen Wecken für den Nachwuchs hatte St. Martin im Gepäck. Entlang von Fress- und Fünfhäusergasse drängten sich die Besucher auch noch nach Einbruch der Dunkelheit.

Jetzt haben sie es geschafft. Der Martinsmarkt der Weinfreunde ist nicht nur in der „Kleinstadt mit Herz“ ein Hit, Beschicker und Besucher kamen am Sonntag bis aus dem Odenwald und Taunus, Frankfurt und Hanau in Fress- und Fünfhäusergass’. 

Obertshausen – Dass bei der achten Ausgabe des herbstlichen Budenzaubers wieder alle Rekorde fielen, lag wohl auch daran, dass es nicht regnete.

Kalt und trocken lautet bekanntermaßen die Erfolgsformel, die sich alle Veranstalter von winterlichen Märkten wünschen. Die Kenner guter Tropfen haben sich längst auch als Eventmanager einen Namen gemacht: Das Weinfest ist zweifelsfrei das Ereignis im Jahresreigen mit dem stärksten Zulauf – und wäre ohne den kleinen Verein nicht denkbar. Auch der Markt in der Altstadt war vom ersten Anlauf ein echter Publikumsmagnet.

Mit fast 40 Ständen habe er seine Grenzen erreicht, entschied Jürgen Krapp. Der Weinfreunde-Chef und seine Mitstreiter wollen das Gelände überschaubar halten – ihren Arbeitseinsatz ebenso. Eine Ausweitung auf die Karl-Mayer-Straße wie beim Weihnachtsmarkt unter städtischer Regie lehnen sie ab. Der Bummel um den Martinstag wäre „überhaupt nicht möglich ohne die großartige Unterstützung aller Anwohner“, dankte Krapp.

Die Bilder zum Martinsmarkt sehen Sie hier.

Martinsmarkt in Obertshausen: Familiäre Atmosphäre

Tatsächlich stellen die Nachbarn in der Wilhelmstraße den Strom zur Verfügung. Verlängerungskabel werden durch die Fenster geführt, und viele der Altstädter machen selbst mit. Die Fahrschule Thomas Müller zum Beispiel: Vorm Schaufenster des Lehrsaals duftete würziger Raclette-Käse. Die Dame des Hauses hatte für den Markt eifrig gestrickt und gehäkelt.

Der 8. Martinsmarkt in Obertshausen lockte tausende Besucher an.

Mohammed Abdullah und sein Team von der Alten Schmiede lockten mit einer breiten Auswahl gefüllten Gebäcks nach Rezepten aus Bangladesch. Erika Schmid, Wirtin im „Nachtwächter“, ließ vor dem ältesten Haus Wildschwein-Bratwurst brutzeln und hielt Suppe bereit, die Kolpingfamilie bot im Hof eines ihrer Mitglieder ebenfalls Wurst und Crêpes an.

Hundekekse und Schokoküsse hielt Anwohnerin Meri Ivcevic bereit. Damit warb ihre Familie für den Verein Leskia Hundehilfe, der herrenlosen Vierbeinern im kroatischen Varazdin eine neue Herberge bietet und sie vermittelt. Ivcevics stellten ihren Pavillon diesmal allerdings nicht vor dem eigenen Hoftor auf – an der Fressgass verkaufe es sich besser, meinte das Familienoberhaupt. Aus dem gleichen Grund zogen ihre Mitbewohner mit ihrem Foodtruck dorthin.

Französische Gäste auf dem Martinsmarkt in Obertshausen

Auch die Mädchen des Theresien-Kinder- und Jugendhilfezentrums, die nebenan leben, waren mit Suppen und Selbstgebasteltem dabei. Falafel, arabisches und afghanisches Gebäck sowie handgemachte Stofftaschen boten Jugendliche der Flüchtlingshilfe bei den Maltesern an. Die Sanitäter selbst servierten wie auch Kinder- und Jugendfeuerwehr Leckereien in Uniform. Wie viele Speisen und Getränke war das Chili con Carne bereits durchgestrichen, da es ausverkauft war. Diesmal hatten die Markbesucher selbst den reich ausgestatteten Stand der Organisatoren „leer getrunken“, schon am späten Nachmittag mussten die Weinfreunde bei Heißgetränken passen.

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Zufrieden waren auch die vielen Teilnehmer mit Kunstgewerbe, Dekorationsartikeln, Schmuck, Kaffee und Tee, die bis aus Kronberg, Hanau, Höchst und Walldürn im Odenwald angereist waren.

Der 8. Martinsmarkt in Obertshausen lockte tausende Besucher an.

Die weiteste Anfahrt aber hatten zweifellos Philippe Roger und Laurence Mazeau, Stadträte aus der französischen Partnerstadt Sainte-Geneviève-des-Bois. Sie bereicherten den Bummel um Quiche, Zwiebelsuppe und einen guten Merlot. Apropos Wein: Händler Hugo Beutler-Torkler hatte auch aufs falsche Pferd gesetzt – die niedrigen Temperaturen forderten heiße Getränke. Viele Flaschen musste aber auch er nicht zurück zum Lieferwagen karren.

VON MICHAEL PROCHNOW

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