Fahneneid per Liveschaltung

Obertshausens Elf Babbscher heben Regenten digital auf den Thron

Frisch gekrönt rufen Lederbaron Simon I. und seine Comtesse Katja I. die Narren am kommenden Samstag zum virtuellen Sturm auf das Hausener Rathaus.
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Frisch gekrönt rufen Lederbaron Simon I. und seine Comtesse Katja I. die Narren am kommenden Samstag zum virtuellen Sturm auf das Hausener Rathaus.

Sie haben es wieder getan: Nachdem schon der erste digitale Start in die Fastnachtskampagne im November großen Anklang bei den Zuschauern gefunden hatte, stand nun die offizielle Krönung der diesjährigen Regenten bei den Narren der Elf Babbscher an. Und auch die zweite Stufe ihrer närrischen Rakete zündeten die Karnevalisten wieder per Liveübertragung ins Netz.

Obertshausen – Es war diesmal kalt unter der Pergola der Turngesellschaft Hausen an der Aachener Straße. Wo sich noch ein Jahr zuvor der gesamte närrische Adel der Region zusammengefunden hatte, um der feierlichen Inthronisierung der Oberthausener Tollitäten beizuwohnen, herrschte diesmal coronabedingte Leere. Einzig das Babbscher-Oberhaupt Andreas Murmann hielt unter dem Dach die Stellung, als es darum ging, die närrischen Würdenträger in ihr Amt einzuführen. Zumindest fast alleine, denn Familienmitglied Leopold vertrat in der blau-weißen Gardeuniform die sonst mannschaftsstarke Fahnengarde des Karnevalvereins. Schließlich darf auch in der „Corona-Kampagne 2021“ der traditionelle Fahneneid zum Beginn der Veranstaltung nicht fehlen.

Comtesse Katja I. und Lederbaron Simon I. schworen den närrischen Amtseid und bekundeten ihre Bereitschaft, Frohsinn zu stiften und Obertshausen in der Kampagne zu repräsentieren.

Im Anschluss erhielten die beiden die närrischen Amtszeichen – Orden, den Babbscher-Michel mit den Insignien Hammer, Stichel und Babbflasch sowie den Stoffvogelstrauß der Comtesse. Und da in Zeiten der Kontaktbeschränkung die persönliche Übergabe nicht möglich ist, wurde alles zusammen mit Kappe und Krone in eine Rakete verfrachtet, die Gardist Leopold auf die Reise zu den närrischen Würdenträgern schickte. Diese stellten ihr Regierungsprogramm und den eigenen Hofstaat vor, der per Videoeinspieler ebenfalls zugeschaltet wurde. Möglich machte die Veranstaltung einmal mehr Andy Hümmer, der für die technische Umsetzung der Übertragung verantwortlich zeichnete.

Mehr Arbeit wartet auf den Obertshausener Veranstaltungsprofi dann in den kommenden Wochen. Denn Corona hin oder her: Die Fastnacht lassen sich die Obertshausener Narren auch von den notwendigen Einschränkungen nicht vermiesen und haben bereits die nächsten Termine angekündigt. „Neue Tollitäten unter diesen Bedingungen – damit setzen die Babbscher ein dickes Ausrufezeichen, dass das närrische Brauchtum weiter lebt“, heißt es vom Verein. Auch wenn die neuen Oberhäupter ihr Amt bis Aschermittwoch wohl nur im virtuellen Raum ausleben.

Nächste Station der närrischen Reise, die in diesem Jahr unter dem Motto „Es schlägt zurück die Narretei - im Weltraum sind die Narren frei!“ steht, ist der virtuelle Rathaussturm am kommenden Samstag, 16. Januar. Um 15 Uhr ist das Spektakel bei Facebook, Youtube sowie auf der Vereinshomepage unter die11babbscher.de zu sehen. (Thomas Holzamer)

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