„Umrüstung läuft viel zu langsam“

Obertshausens Grüne wollen beim Wechsel zu energiesparender Beleuchtung aufs Gas treten

Vom Korb des Steigers aus montiert Bauhofmitarbeiter Thomas Jung eine der neuen LED-Leuchten. Archivfoto: Stadt
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Vom Korb des Steigers aus montiert Bauhofmitarbeiter Thomas Jung eine der neuen LED-Leuchten. Archivfoto: Stadt

Ob in öffentlichen Gebäuden, entlang der Straßen oder im Omega-Tunnel – an vielen Stellen im Stadtgebiet geht es nicht ohne eine Beleuchtung. Um den Verbrauch und damit auch die jährlichen Stromkosten von rund 194 000 Euro nur für die Straßenbeleuchtung, so der Wert aus dem Jahr 2019, dauerhaft zu senken, will die Stadt künftig komplett auf energiesparende LED-Beleuchtung setzen.

Obertshausen - „Flächendeckend kommt die neue Technologie in Obertshausen aber nur nach und nach und viel zu langsam zum Einsatz.“, finden Obertshausens Grüne.

So hatte alleine die Straßenbeleuchtung – ohne Omega-Tunnel und Ampelanlagen zwischen November 2018 und November 2019 über das Jahr gerechnet rund 1,1 Millionen Kilowattstunden an Strom verbraucht. Nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung läuft bereits seit die Umrüstung der etwa 3800 Straßenlaternen im Stadtgebiet. Rund 1300 habe man bereits umgerüstet, weitere 100 bis 150 Leuchten müssten noch montiert werden, heißt es aus dem Rathaus. „Die Stadt hat schon einige Lampen ausgetauscht, aber die meisten verbrauchen noch zu viel Strom, weil sie mit alter Lichttechnik funktionieren, was unnötig Strom verbraucht“, beklagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Klaus-Uwe Gerhardt in einer Pressemitteilung.

Allein im Omegatunnel koste der monatliche Stromverbrauch rund 4000 Euro und die Montage neuer Lampen verzögere sich seit Jahren, so der Vorwurf. Ganz aus der Zeit gefallen sei es nach Ansicht der Grünen daher, dass die für die Umrüstung noch im ursprünglichen 2019 beschlossenen Haushaltsplan für dieses Jahr vorgesehenen Mittel nun bei dessen Überarbeitung gestrichen, das Projekt damit erneut verschoben wurde. „In der Zeit werden Mondraketen gebaut und in Obertshausen schaffen wir es nicht, ein paar Leuchtkörper zu kaufen und einzubauen“, ärgert sich Gerhardt. Zumal die stromsparende Technik neben dem Plus für den Umweltschutz vor allem ein enormes Einsparpotenzial bei den jährlichen Stromkosten und damit Erleichterung für die klamme Stadtkasse verspreche.

Komplett gestrichen habe man den ursprünglichen Ansatz jedoch nicht heißt es dazu aus dem Rathaus. Stattdessen seien im Ansatz für dieses Jahr statt der zunächst vorgesehenen 200 000 Euro nur 40 000 Euro für die Planung mithilfe eines externen Büros veranschlagt. Die übrige Summe werde als Verpflichtungsermächtigung auf das kommende Jahr geschoben, da das Projekt in diesem nicht mehr realisiert werden könne. Zunächst müsse die Umrüstung der Straßenlaternen abgeschlossen werden heißt es dazu aus dem Rathaus. Diese war nicht zuletzt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und Lieferverzögerungen bei den neuen Lampen verzögert worden, erläutert der zuständige Fachbereich. Auch die Voraussetzungen für die Beantragung der Fördermittel des Bundes, die es zu erfüllen galt, hatte viel Zeit in Anspruch genommen. So muss neben der Beteiligung eines Planungsbüros und der europaweiten Ausschreibung für die Förderung nachgewiesen werden, dass die neuen Leuchtmittel mindestens 70 Prozent weniger Energie verbrauchen als die vorherigen. Dass sich die Arbeit gelohnt hat, zeigen die Zahlen. So ergebe sich bezogen auf die geförderten Leuchten eine jährliche Stromeinsparung von rund 540 000 Kilowattstunden, informiert der Fachbereich.

Auf noch mehr hoffen die Grünen und wollen bei der weiteren Umrüstung auch in anderen Bereichen aufs Gas treten. „Es geht um einen Einspareffekt von 30 Prozent der Stromrechnung, wie das Beispiel anderer Städte zeigt“, betont Gerhardt. Denn, zusätzlich zur Straßenbeleuchtung gebe die Stadt mehr als 850 000 Euro jährlich für Energie – sowohl Strom- als auch Heizkosten –in den städtischen Gebäuden aus. Auch an dieser Stelle, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen, könnte durch moderne Lichttechnik und Energieeffizienz das Klima geschont und viel Geld gespart werden. „Den insgesamt sechsstelligen Sparbetrag könnte man für andere Investitionen sinnvoll ausgeben oder die Bürgerinnen und Bürger entlasten“, erläutert er. (Von Thomas Holzamer)

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